FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

FAQ

Suche nach Begriffen
BegriffDefinition
Vollständige Erwerbsminderung

Der Begriff „vollständige Erwerbsminderung“ wird umgangssprachlich verwendet, die gesetzliche Rentenversicherung spricht jedoch von voller Erwerbsminderung. Sie liegt grundsätzlich vor, wenn Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit weniger als drei Stunden täglich unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten können.

Ist volle Erwerbsminderung dasselbe wie Arbeitsunfähigkeit?
Nein. Arbeitsunfähigkeit bezieht sich grundsätzlich darauf, ob eine konkrete berufliche Tätigkeit aufgrund einer Erkrankung ausgeübt werden kann. Für die volle Erwerbsminderung ist dagegen grundsätzlich entscheidend, welches zeitliche Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch besteht. Auch die Berufsunfähigkeit ist von der Erwerbsminderung zu unterscheiden.

Wann liegt keine volle Erwerbsminderung vor?
Wer noch mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten kann, gilt grundsätzlich als teilweise erwerbsgemindert. Bei einem Leistungsvermögen von mindestens sechs Stunden täglich liegt im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich keine Erwerbsminderung vor.

Wer stellt die volle Erwerbsminderung fest?
Ob eine volle Erwerbsminderung vorliegt, entscheidet der zuständige Rentenversicherungsträger. Grundlage der Prüfung sind insbesondere ärztliche Befunde und weitere medizinische Unterlagen. Bei Bedarf können zusätzliche Gutachten eingeholt werden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder eine bestimmte Diagnose allein reicht deshalb nicht aus, um eine volle Erwerbsminderung festzustellen.

Führt volle Erwerbsminderung automatisch zu einer Rente?
Nein. Die medizinisch festgestellte volle Erwerbsminderung ist eine wesentliche Voraussetzung für eine volle Erwerbsminderungsrente. Zusätzlich müssen grundsätzlich versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören insbesondere die allgemeine Wartezeit und eine bestimmte Zahl von Pflichtbeiträgen vor Eintritt der Erwerbsminderung. Für bestimmte Situationen bestehen gesetzliche Ausnahmen und Sonderregelungen.

Kann auch bei drei bis unter sechs Stunden Leistungsvermögen eine volle Erwerbsminderungsrente gezahlt werden?
Ja. Wer medizinisch nur teilweise erwerbsgemindert ist und noch drei bis unter sechs Stunden täglich arbeiten kann, kann unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem eine volle Erwerbsminderungsrente erhalten, wenn kein entsprechender Teilzeitarbeitsplatz zur Verfügung steht. Diese sogenannte Arbeitsmarktrente ist von der medizinisch festgestellten vollen Erwerbsminderung zu unterscheiden.

Weitere Informationen zu Rentenanspruch, Berechnung und Antrag finden Sie in unserer FAQ zur vollen Erwerbsminderungsrente. Einen Überblick über die verschiedenen gesetzlichen Rentenleistungen bietet außerdem die Seite Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Synonyme: volle Erwerbsminderung