
FAQ
Dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Dauerhafte Arbeitsunfähigkeit | Von dauerhafter Arbeitsunfähigkeit wird umgangssprachlich gesprochen, wenn eine Person wegen einer Krankheit oder eines Unfalls über einen sehr langen Zeitraum nicht in der Lage ist, ihre bisherige Tätigkeit auszuüben. Der Begriff bezeichnet jedoch keinen eigenständigen gesetzlichen Versicherungsfall. Auch eine länger andauernde ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit ist nicht automatisch mit Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung gleichzusetzen. Wann liegt Arbeitsunfähigkeit vor?Bei Arbeitnehmern liegt Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich vor, wenn sie ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit krankheitsbedingt nicht mehr oder nur unter der Gefahr einer Verschlimmerung der Erkrankung ausführen können. Sie wird ärztlich festgestellt und kann über einen längeren Zeitraum fortbestehen. Ob die gesundheitlichen Einschränkungen tatsächlich dauerhaft sind, lässt sich daraus allein nicht ableiten. Was unterscheidet Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung?Während sich die Arbeitsunfähigkeit auf die krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Ausübung der bisherigen Tätigkeit bezieht, gelten für die Berufsunfähigkeit eigenständige Voraussetzungen. Bei privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen kommt es insbesondere darauf an, ob die versicherte Person ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich für den vertraglich maßgeblichen Zeitraum in dem vereinbarten Umfang nicht mehr ausüben kann. Die gesetzliche Erwerbsminderung beurteilt dagegen grundsätzlich, wie viele Stunden jemand unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch arbeiten kann. Eine Person kann deshalb langfristig arbeitsunfähig sein, ohne bereits die Voraussetzungen einer Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung zu erfüllen. Welche finanziellen Folgen kann eine längere Arbeitsunfähigkeit haben?Bei gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmern besteht im Krankheitsfall zunächst regelmäßig Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Anschließend kann bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen Krankengeld gezahlt werden. Wegen derselben Krankheit ist der Anspruch grundsätzlich auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren begrenzt, wobei Zeiten der Entgeltfortzahlung mitgerechnet werden. Eine private Krankentagegeldversicherung kann je nach Vertrag Einkommensausfälle während einer Arbeitsunfähigkeit ausgleichen. Bei einer längerfristigen gesundheitlichen Einschränkung können außerdem Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder der gesetzlichen Rentenversicherung infrage kommen. Dafür müssen jedoch jeweils die eigenständigen Leistungsvoraussetzungen erfüllt sein. Bedeutet dauerhafte Arbeitsunfähigkeit das Ende des Arbeitsverhältnisses?Nein. Auch eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit beendet das Arbeitsverhältnis nicht automatisch. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen Maßnahmen zur Wiedereingliederung, beruflichen Rehabilitation oder Anpassung des Arbeitsplatzes infrage. Eine krankheitsbedingte Kündigung ist nur unter den dafür geltenden arbeitsrechtlichen Voraussetzungen möglich. |