
Minderung der Erwerbsfähigkeit
| Begriff | Definition |
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| Minderung der Erwerbsfähigkeit | Die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) ist ein Begriff aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie beschreibt, in welchem Umfang die Arbeitsmöglichkeiten eines Versicherten durch die Folgen eines Arbeitsunfalls, Wegeunfalls oder einer Berufskrankheit eingeschränkt sind. Die MdE wird in Prozent angegeben und ist insbesondere für den Anspruch auf eine Verletztenrente von Bedeutung. Wie wird die Minderung der Erwerbsfähigkeit festgestellt?Maßgeblich ist nach § 56 Absatz 2 SGB VII, in welchem Umfang die Folgen des Versicherungsfalls das körperliche und geistige Leistungsvermögen beeinträchtigen und dadurch die Arbeitsmöglichkeiten auf dem gesamten Gebiet des Erwerbslebens vermindern. Grundlage sind insbesondere die festgestellten Unfall- oder Krankheitsfolgen und medizinische Gutachten. Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch Nachteile beim Einsatz besonderer beruflicher Kenntnisse und Erfahrungen berücksichtigt. Was bedeutet eine MdE von 20 Prozent?Eine MdE von 20 Prozent bedeutet nicht, dass die betroffene Person nur noch zu 80 Prozent arbeiten kann oder ihr Einkommen um 20 Prozent gesunken sein muss. Der Prozentsatz beschreibt vielmehr die Einschränkung der Arbeitsmöglichkeiten durch die Folgen des Versicherungsfalls. Wann führt eine MdE zu einer Verletztenrente?In der gesetzlichen Unfallversicherung besteht grundsätzlich Anspruch auf eine Verletztenrente, wenn die Erwerbsfähigkeit infolge eines Versicherungsfalls über die 26. Woche hinaus um mindestens 20 Prozent gemindert ist. Bei mehreren Versicherungsfällen können auch einzelne Minderungen von mindestens 10 Prozent berücksichtigt werden, wenn sie zusammen wenigstens 20 Prozent erreichen. Die Höhe der Verletztenrente richtet sich nach dem Grad der MdE und dem maßgeblichen Jahresarbeitsverdienst. Ist die MdE dasselbe wie Erwerbsminderung?Nein. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit und die Erwerbsminderung der gesetzlichen Rentenversicherung sind unterschiedliche Begriffe. Bei der Erwerbsminderung wird grundsätzlich beurteilt, wie viele Stunden täglich ein Versicherter unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch arbeiten kann. Die MdE der gesetzlichen Unfallversicherung wird dagegen in Prozent angegeben und bezieht sich auf die Folgen eines Versicherungsfalls. Ist die MdE dasselbe wie der Grad der Behinderung?Nein. Der Grad der Behinderung (GdB) beschreibt die Auswirkungen gesundheitlicher Beeinträchtigungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Eine bestimmte MdE führt deshalb nicht automatisch zu einem gleich hohen GdB. Auch der Invaliditätsgrad der privaten Unfallversicherung ist davon zu unterscheiden. Kann sich die MdE verändern?Ja. Verbessern oder verschlechtern sich die Folgen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit wesentlich, kann die MdE unter den gesetzlichen Voraussetzungen neu festgestellt werden. Dadurch kann sich auch die Höhe einer Verletztenrente verändern. Weitere Informationen zu Arbeits- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten finden Sie auf unserer Seite zur gesetzlichen Unfallversicherung. Die davon zu unterscheidende Erwerbsminderung wird im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung erläutert. |