Bei der Entgeltumwandlung verzichtet ein Arbeitnehmer auf einen Teil seines künftigen Arbeitsentgelts. Dieser Betrag wird nicht ausgezahlt, sondern für den Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge verwendet. Dadurch entsteht eine Anwartschaft auf spätere Versorgungsleistungen.
Wer hat Anspruch auf Entgeltumwandlung?
Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, können grundsätzlich verlangen, dass ihr Arbeitgeber künftige Entgeltansprüche bis zu vier Prozent der jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung für eine betriebliche Altersvorsorge verwendet. Bei tarifvertraglich geregeltem Entgelt ist eine Entgeltumwandlung allerdings nur möglich, wenn der Tarifvertrag sie vorsieht oder zulässt.
Kann der Arbeitnehmer den Anbieter selbst auswählen?
Nicht grundsätzlich. Die Durchführung der Entgeltumwandlung wird zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart. Bietet der Arbeitgeber einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine entsprechende Versorgungseinrichtung an, kann die Entgeltumwandlung darüber erfolgen. Andernfalls kann der Arbeitnehmer grundsätzlich verlangen, dass der Arbeitgeber eine Direktversicherung für ihn abschließt.
Muss der Arbeitgeber einen Zuschuss zur Entgeltumwandlung zahlen?
Bei einer Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds muss der Arbeitgeber grundsätzlich 15 Prozent des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Zuschuss weiterleiten, soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Tarifvertragliche Regelungen können Besonderheiten vorsehen. Ausführlicher erklären wir das unter Entgeltumwandlung und Arbeitgeberzuschuss.
Welche Vorteile hat eine Entgeltumwandlung?
Bei den verbreiteten Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds können Beiträge innerhalb der gesetzlichen Grenzen steuerfrei und teilweise sozialversicherungsfrei eingezahlt werden. Ein Arbeitgeberzuschuss kann die Altersvorsorge zusätzlich verbessern. Ob sich eine Entgeltumwandlung lohnt, hängt jedoch vom konkreten Angebot und der persönlichen Situation ab.
Welche Nachteile können entstehen?
Wer durch die Entgeltumwandlung weniger sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt bezieht, zahlt entsprechend geringere Beiträge in die Sozialversicherung. Das kann unter anderem die spätere gesetzliche Rente und bestimmte Sozialleistungen beeinflussen. Außerdem werden die späteren Leistungen aus der bAV grundsätzlich besteuert; bei gesetzlich Krankenversicherten können zusätzlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen. Deshalb sollte neben der Steuer- und Beitragsersparnis in der Ansparphase immer auch die spätere Leistung betrachtet werden.
Was passiert, wenn vorübergehend kein Arbeitsentgelt gezahlt wird?
Ohne Arbeitsentgelt kann auch kein Entgelt umgewandelt werden. Besteht das Arbeitsverhältnis weiter, darf der Arbeitnehmer die Versicherung oder Versorgung jedoch grundsätzlich mit eigenen Beiträgen fortsetzen. Das kann beispielsweise während bestimmter unbezahlter Freistellungen von Bedeutung sein.
Synonyme:
Gehaltsumwandlung, Bruttoentgeltumwandlung, Entgeltverzicht