
Fachbegriffe aus der Versicherungsbranche
| Begriff | Definition |
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| Rentenformel | Mit der Rentenformel wird die monatliche Bruttorente aus der gesetzlichen Rentenversicherung berechnet. Sie berücksichtigt die erworbenen Entgeltpunkte, mögliche Zu- oder Abschläge beim Rentenbeginn, die jeweilige Rentenart und den aktuellen Rentenwert. Die gesetzliche Grundlage bildet § 64 SGB VI. Wie lautet die Rentenformel?Die monatliche Bruttorente wird vereinfacht nach folgender Formel berechnet: Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert = monatliche Bruttorente Die Entgeltpunkte werden unter Berücksichtigung des Zugangsfaktors zu persönlichen Entgeltpunkten. In der gesetzlichen Rentenformel werden diese mit dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Welche Bedeutung haben die Entgeltpunkte?Die Entgeltpunkte bilden insbesondere das Verhältnis des versicherten Einkommens zum Durchschnittsentgelt aller Versicherten ab. Wer in einem Kalenderjahr genau das maßgebliche Durchschnittsentgelt erzielt, erhält dafür grundsätzlich einen Entgeltpunkt. Auch bestimmte rentenrechtliche Zeiten, beispielsweise Kindererziehungszeiten, können berücksichtigt werden. Was bedeutet der Zugangsfaktor?Der Zugangsfaktor berücksichtigt insbesondere den Zeitpunkt des Rentenbeginns. Ohne Zu- oder Abschläge beträgt er grundsätzlich 1,0. Bei einer vorzeitig in Anspruch genommenen Altersrente kann er niedriger sein, bei einem späteren Rentenbeginn unter bestimmten Voraussetzungen höher. Was ist der Rentenartfaktor?Der Rentenartfaktor berücksichtigt die jeweilige Rentenart. Bei Altersrenten und Renten wegen voller Erwerbsminderung beträgt er in der allgemeinen Rentenversicherung grundsätzlich 1,0, bei Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung 0,5. Weitere Faktoren, etwa für Hinterbliebenenrenten, sind in § 67 SGB VI geregelt. Was bedeutet der aktuelle Rentenwert?Der aktuelle Rentenwert bestimmt, welcher monatliche Rentenbetrag einem persönlichen Entgeltpunkt bei einem Rentenartfaktor von 1,0 entspricht. Seit dem 1. Juli 2026 beträgt er bundesweit 42,52 Euro. Er wird regelmäßig angepasst. Wie funktioniert die Rentenformel in einem Beispiel?Ein Versicherter hat 40 Entgeltpunkte erworben und geht ohne Zu- oder Abschläge in Altersrente. Der Zugangsfaktor und der Rentenartfaktor betragen jeweils 1,0. Mit dem seit Juli 2026 geltenden Rentenwert von 42,52 Euro ergibt sich folgende Berechnung: 40 × 1,0 × 1,0 × 42,52 Euro = 1.700,80 Euro monatliche Bruttorente. Von der Bruttorente können insbesondere Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern abgehen. Die tatsächliche Auszahlung kann deshalb niedriger ausfallen. Gilt die Rentenformel nur für Altersrenten?Nein. Sie wird auch für andere Renten der gesetzlichen Rentenversicherung verwendet. Unterschiede ergeben sich insbesondere durch den Rentenartfaktor, den Zugangsfaktor und die für die jeweilige Rente maßgeblichen Entgeltpunkte. Werden Versicherungsjahre direkt in die Rentenformel eingesetzt?Nein. Versicherungsjahre sind kein eigenständiger Faktor der Rentenformel. Sie können jedoch für den Rentenanspruch und die Ermittlung der Entgeltpunkte wichtig sein. Weitere Informationen zur gesetzlichen Rentenversicherung sowie zu den unterschiedlichen Rentenarten bieten die entsprechenden Fachseiten. |
| Rentengarantiezeit | Die Rentengarantiezeit ist eine vertraglich vereinbarte Mindestdauer für Rentenzahlungen aus einer privaten Rentenversicherung. Sie beginnt mit dem Rentenbeginn und stellt sicher, dass die vorgesehenen Rentenleistungen während dieses Zeitraums auch dann erbracht werden, wenn die versicherte Person vorher verstirbt. Lebt die versicherte Person über die Garantiezeit hinaus, erhält sie ihre lebenslange Rente weiterhin. Verstirbt sie während der Garantiezeit, stehen die noch ausstehenden garantierten Leistungen nach Maßgabe der Versicherungsbedingungen den vorgesehenen Bezugsberechtigten zu. Wie funktioniert eine Rentengarantiezeit?Wird beispielsweise eine Rentengarantiezeit von 15 Jahren vereinbart und verstirbt die versicherte Person fünf Jahre nach Rentenbeginn, verbleiben grundsätzlich noch zehn Jahre der Garantiezeit. Je nach Vertrag können die Rentenzahlungen an Bezugsberechtigte fortgesetzt oder die verbleibenden Leistungen auf andere vereinbarte Weise erbracht werden. Gibt es eine gesetzliche Mindestdauer?Nein. Für private Rentenversicherungen ist keine allgemeine gesetzliche Mindestdauer einer Rentengarantiezeit vorgeschrieben. Ob und für welchen Zeitraum sie vereinbart werden kann, richtet sich nach dem jeweiligen Tarif und den Versicherungsbedingungen. Gilt die Rentengarantiezeit für jede Rentenversicherung?Nein. Eine Rentengarantiezeit ist nicht automatisch Bestandteil jeder privaten Rentenversicherung. Sie kann beispielsweise bei klassischen und fondsgebundenen Rentenversicherungen angeboten werden. Auch bei der Riester-Rente, der Basisrente und bestimmten Formen der betrieblichen Altersversorgung können Hinterbliebenenleistungen vorgesehen sein. Dabei gelten teilweise besondere gesetzliche, steuerliche und vertragliche Anforderungen. Insbesondere kann der Kreis zulässiger Hinterbliebener eingeschränkt sein. Wie wirkt sich die Rentengarantiezeit auf die Rentenhöhe aus?Eine längere Rentengarantiezeit kann die lebenslange monatliche Rente verringern, weil der Versicherer zusätzliche Leistungen für den Todesfall während der Garantiezeit einkalkulieren muss. Ohne oder mit einer kürzeren Garantiezeit kann bei ansonsten gleichen Voraussetzungen eine höhere monatliche Rente möglich sein. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt vom Tarif, dem Rentenbeginn und den verwendeten Rechnungsgrundlagen ab. Eine niedrigere monatliche Rente bedeutet dabei nicht automatisch, dass die Kapitalanlage eine geringere Rendite erzielt. Was passiert nach Ablauf der Rentengarantiezeit?Die lebenslange Rente der versicherten Person endet nicht mit der Garantiezeit. Verstirbt sie jedoch erst nach deren Ablauf, entstehen aus der Rentengarantiezeit keine weiteren Ansprüche für Hinterbliebene. Andere vertraglich vereinbarte Todesfall- oder Hinterbliebenenleistungen bleiben davon unberührt. Was ist der Unterschied zwischen Rentengarantiezeit und Hinterbliebenenrente?Die Rentengarantiezeit sichert Leistungen innerhalb eines festgelegten Zeitraums ab Rentenbeginn. Eine gesondert vereinbarte Hinterbliebenenrente richtet sich dagegen nach eigenen vertraglichen Voraussetzungen und kann beispielsweise lebenslang oder für einen anderen Zeitraum gezahlt werden. Die Rentengarantiezeit ist daher nicht mit einer allgemeinen lebenslangen Absicherung des Partners oder anderer Hinterbliebener gleichzusetzen. Kann die Rentengarantiezeit nachträglich geändert werden?Ob die Rentengarantiezeit nach Vertragsabschluss oder noch zum Rentenbeginn geändert werden kann, hängt von den Versicherungsbedingungen ab. Manche Tarife ermöglichen eine spätere Wahl oder Anpassung, andere legen die Garantiezeit bereits bei Vertragsabschluss fest. Eine Änderung kann sich auf die Rentenhöhe auswirken. Wann ist eine Rentengarantiezeit sinnvoll?Eine Rentengarantiezeit kann sinnvoll sein, wenn auch bei einem frühen Tod nach Rentenbeginn noch Leistungen an Angehörige oder andere zulässige Bezugsberechtigte erfolgen sollen. Sie garantiert allerdings nicht, dass sämtliche eingezahlten Beiträge oder das gesamte ursprünglich vorhandene Vertragskapital zurückgezahlt werden. Bei der Entscheidung sollten insbesondere der Absicherungsbedarf der Hinterbliebenen, die Auswirkungen auf die eigene Rentenhöhe und bereits bestehende Absicherungen berücksichtigt werden. Maßgeblich ist das gesamte Konzept der privaten Altersvorsorge. |
| Renteninformation | Die Renteninformation informiert Versicherte regelmäßig über ihre bisher erworbenen Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung und die voraussichtliche Höhe ihrer späteren Regelaltersrente. Sie dient der Orientierung bei der persönlichen Altersvorsorgeplanung. Die gesetzliche Grundlage bildet § 109 SGB VI. Wer erhält eine Renteninformation?Versicherte erhalten grundsätzlich ab Vollendung des 27. Lebensjahres jährlich eine Renteninformation, wenn mindestens fünf Jahre Beitragszeiten vorliegen. Sie wird automatisch von der Deutschen Rentenversicherung versandt. Ab dem 55. Lebensjahr wird sie alle drei Jahre durch eine ausführlichere Rentenauskunft ersetzt. In den dazwischenliegenden Jahren erhalten Versicherte weiterhin eine Renteninformation. Der regelmäßige Versand endet spätestens mit Erreichen der Regelaltersgrenze oder bereits bei Bezug einer Rente aus eigener Versicherung. Was steht in der Renteninformation?Die Renteninformation enthält insbesondere die Höhe der bisher erworbenen Altersrentenansprüche, Angaben zu einer möglichen Rente wegen voller Erwerbsminderung und eine Hochrechnung der voraussichtlichen Regelaltersrente. Außerdem informiert sie über die bisher gezahlten Beiträge und zeigt anhand verschiedener Annahmen, wie sich künftige Rentenanpassungen auswirken könnten. Wie wird die voraussichtliche Altersrente hochgerechnet?Für die Hochrechnung wird angenommen, dass bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze weiterhin Beiträge entsprechend dem Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre gezahlt werden. Die ausgewiesene Rente ist deshalb keine garantierte Auszahlung. Änderungen beim Einkommen, im weiteren Versicherungsverlauf oder im Rentenrecht können dazu führen, dass die tatsächliche Rente höher oder niedriger ausfällt. Ist die angegebene Rente ein Nettobetrag?Nein. Die ausgewiesenen Rentenbeträge sind Bruttobeträge. Von der späteren gesetzlichen Rente können insbesondere Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern abgehen. Der tatsächlich verfügbare Betrag fällt daher häufig niedriger aus. Berücksichtigt die Renteninformation die Inflation?Die Renteninformation weist auf den möglichen Kaufkraftverlust durch steigende Lebenshaltungskosten hin. Die dargestellten Rentenbeträge werden jedoch nicht unmittelbar um die Inflation bereinigt. Eine künftig ausgezahlte Rente kann deshalb trotz höherer nominaler Beträge eine geringere Kaufkraft besitzen als ein vergleichbares Einkommen heute. Enthält die Renteninformation auch private oder betriebliche Altersvorsorge?Nein. Sie berücksichtigt ausschließlich Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Leistungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge oder einer privaten Rentenversicherung sind darin nicht enthalten. Für die Ruhestandsplanung müssen diese Ansprüche gesondert berücksichtigt werden. Was sollte man bei der Renteninformation überprüfen?Die Berechnungen beruhen auf den im Versicherungskonto gespeicherten rentenrechtlichen Zeiten. Deshalb sollte geprüft werden, ob Beschäftigungszeiten, Kindererziehungszeiten und andere relevante Zeiten vollständig erfasst sind. Ein Versicherungsverlauf wird insbesondere mit der ersten Renteninformation übermittelt und kann bei Bedarf erneut angefordert werden. Fehlende oder fehlerhafte Angaben sollten möglichst früh durch eine Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung berichtigt werden. Was ist der Unterschied zwischen Renteninformation, Rentenauskunft und Rentenbescheid?Die Renteninformation bietet einen regelmäßigen Überblick über bisher erworbene und voraussichtliche Rentenansprüche. Die Rentenauskunft enthält ausführlichere Angaben, insbesondere zum Versicherungsverlauf und zu möglichen Rentenansprüchen. Der Rentenbescheid ist dagegen die behördliche Entscheidung über einen konkreten Rentenantrag. Anders als gegen einen Rentenbescheid kann gegen die Renteninformation oder Rentenauskunft nicht unmittelbar Widerspruch eingelegt werden. Unrichtige Angaben können jedoch überprüft und gegebenenfalls berichtigt werden. Was bietet die Digitale Rentenübersicht?Die Digitale Rentenübersicht ermöglicht einen gemeinsamen Überblick über Ansprüche aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge, soweit die jeweiligen Versorgungseinrichtungen angebunden sind und entsprechende Informationen bereitstellen. Sie ergänzt die Renteninformation, ersetzt diese aber nicht. Für die persönliche Ruhestandsplanung kann sie helfen, die verschiedenen Vorsorgebausteine besser einzuordnen und mögliche Versorgungslücken zu erkennen. Kann man eine Renteninformation auch selbst anfordern?Ja. Wer keine Renteninformation erhalten hat, ein Schreiben nicht mehr findet oder eine aktuelle Auskunft benötigt, kann sich an die Deutsche Rentenversicherung wenden. Informationen zur Beantragung und zu den verfügbaren Kontaktwegen bietet das Bundesportal. Weitere Informationen zu Ansprüchen und Leistungen bietet unsere Seite zur gesetzlichen Rentenversicherung. Ergänzende Vorsorgemöglichkeiten erläutern wir im Bereich Altersvorsorge. |
| Rentenrechtliche Zeiten | Rentenrechtliche Zeiten sind Zeiträume, die in der gesetzlichen Rentenversicherung für den Rentenanspruch und die Berechnung der Rentenhöhe von Bedeutung sein können. Nach § 54 SGB VI werden Beitragszeiten, beitragsfreie Zeiten und Berücksichtigungszeiten unterschieden. Beitragszeiten gliedern sich in Zeiten mit vollwertigen Beiträgen und beitragsgeminderte Zeiten. Welche rentenrechtlichen Zeiten gibt es?Beitragszeiten: Dazu gehören insbesondere Zeiten einer versicherungspflichtigen Beschäftigung oder freiwilliger Beitragszahlungen. Auch Kindererziehungszeiten gelten unter den gesetzlichen Voraussetzungen als Pflichtbeitragszeiten. Während des Bezugs bestimmter Sozialleistungen, beispielsweise Arbeitslosengeld oder Krankengeld, können ebenfalls Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden. Beitragsgeminderte Zeiten: Diese liegen insbesondere vor, wenn ein Kalendermonat sowohl mit Beitragszeiten als auch mit Anrechnungszeiten, einer Zurechnungszeit oder Ersatzzeiten belegt ist. Auch Monate mit Pflichtbeiträgen für eine Berufsausbildung gelten gesetzlich als beitragsgeminderte Zeiten. Ein geringes Einkommen oder entsprechend niedrige Beiträge allein machen einen Monat dagegen nicht automatisch zu einer beitragsgeminderten Zeit. Beitragsfreie Zeiten: Dazu zählen Anrechnungszeiten, Zurechnungszeiten und Ersatzzeiten, wenn im betreffenden Kalendermonat keine Beiträge gezahlt wurden. Anrechnungszeiten können beispielsweise bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder schulischer Ausbildung entstehen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Zurechnungszeiten spielen insbesondere bei Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten eine Rolle. Berücksichtigungszeiten: Hierzu gehören insbesondere Zeiten der Kindererziehung bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres eines Kindes nach § 57 SGB VI. Sie können unter anderem für bestimmte Wartezeiten und die Bewertung anderer rentenrechtlicher Zeiten wichtig sein. Für nicht erwerbsmäßige Pflege zwischen dem 1. Januar 1992 und dem 31. März 1995 besteht außerdem eine besondere historische Regelung nach § 249b SGB VI. Heutige Pflegezeiten können unter den gesetzlichen Voraussetzungen Pflichtbeitragszeiten begründen. Wie werden rentenrechtliche Zeiten gezählt?Für die zeitliche Berücksichtigung gilt grundsätzlich das Kalendermonatsprinzip. Nach § 122 Abs. 1 SGB VI zählt ein Kalendermonat, der nur teilweise mit rentenrechtlichen Zeiten belegt ist, als voller Monat. Das ist insbesondere für die Ermittlung von Wartezeiten wichtig. Die zeitliche Berücksichtigung eines Monats bedeutet jedoch nicht, dass für diesen Monat automatisch dieselben Entgeltpunkte entstehen wie bei einer durchgehenden Beschäftigung mit entsprechendem Verdienst. Welche Bedeutung haben rentenrechtliche Zeiten für die Wartezeiten?Rentenrechtliche Zeiten können darüber entscheiden, ob die Voraussetzungen für eine bestimmte Rente erfüllt sind. Die allgemeine Wartezeit beträgt beispielsweise fünf Jahre. Für bestimmte Altersrenten sind Wartezeiten von 35 oder 45 Jahren vorgesehen. Allerdings werden nicht alle rentenrechtlichen Zeiten auf jede Wartezeit angerechnet. Besonders bei der Wartezeit von 45 Jahren gelten besondere gesetzliche Voraussetzungen. Auch führt nicht jede zusätzliche rentenrechtliche Zeit automatisch zu einer höheren Rente. Welche Zeiten berücksichtigt werden, hängt von der jeweiligen Rentenart und den gesetzlichen Regelungen ab. Weitere Informationen bieten unsere Rentenarten. Wie werden rentenrechtliche Zeiten nachgewiesen?Viele Beitragszeiten werden automatisch an die Deutsche Rentenversicherung gemeldet. Andere Zeiten, beispielsweise Kindererziehungszeiten oder bestimmte Ausbildungszeiten, müssen gegebenenfalls gesondert nachgewiesen werden. Deshalb sollte der Versicherungsverlauf regelmäßig auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft werden. Fehlende Zeiten können im Rahmen einer Kontenklärung ergänzt werden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen und entsprechende Nachweise erbracht werden. Können Versicherungszeiten aus dem Ausland berücksichtigt werden?Auch Versicherungszeiten aus anderen Staaten können für einen deutschen Rentenanspruch relevant sein. Innerhalb der Europäischen Union sowie in weiteren Staaten, für die europäische Koordinierungsregelungen gelten, können Versicherungszeiten unter bestimmten Voraussetzungen zusammengerechnet werden. Vergleichbare Regelungen können sich aus bilateralen Sozialversicherungsabkommen ergeben. Die Zusammenrechnung dient insbesondere der Prüfung von Anspruchsvoraussetzungen. Sie bedeutet nicht, dass ausländische Versicherungszeiten automatisch wie deutsche Beitragszeiten bewertet werden. Welche Leistungen die beteiligten Staaten zahlen, richtet sich nach den jeweils geltenden Vorschriften. Weitere Informationen zu Versicherungszeiten, Rentenansprüchen und Leistungen bietet unsere Themenseite zur gesetzlichen Rentenversicherung. |
| Rentenschaden | Ein Rentenschaden liegt vor, wenn ein haftungsbegründendes Schadensereignis die Altersversorgung eines Geschädigten beeinträchtigt. Das kann beispielsweise geschehen, wenn eine Person infolge eines fremdverschuldeten Unfalls oder eines Behandlungsfehlers nicht mehr oder nur eingeschränkt arbeiten kann und dadurch geringere Rentenanwartschaften erwirbt. Der Rentenschaden ist keine eigene Rentenart, sondern ein schadensersatzrechtlicher Vermögensschaden. Er steht häufig im Zusammenhang mit einem Erwerbs- und Fortkommensschaden. Wie kann ein Rentenschaden entstehen?Wer wegen eines haftungsbegründenden Ereignisses nicht mehr wie zuvor arbeiten kann, erleidet möglicherweise nicht nur einen unmittelbaren Verdienstausfall. Durch das geringere oder entfallende beitragspflichtige Einkommen können auch Rentenversicherungsbeiträge ausfallen oder niedriger ausfallen als ohne das Schadensereignis. Auch beim Bezug von Krankengeld, Verletztengeld oder einer Erwerbsminderungsrente können sich rentenrechtliche Nachteile ergeben. Da während bestimmter Sozialleistungsbezüge weiterhin Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden, entsteht dadurch allerdings nicht automatisch ein Rentenschaden. Entscheidend ist der Vergleich mit der voraussichtlichen Entwicklung ohne das Schadensereignis. Muss die spätere Rentenminderung bereits feststehen?Nein. Ein ersatzfähiger Beitragsausfallschaden kann bereits entstehen, bevor die spätere Rentenhöhe feststeht. Der Ausgleich soll möglichst früh erfolgen, damit durch das Schadensereignis keine dauerhafte Lücke bei den Rentenanwartschaften entsteht. Ob beim späteren Rentenbeginn zusätzlich ein Rentenkürzungsschaden verbleibt, muss davon getrennt beurteilt werden. Wie wird ein Rentenschaden ausgeglichen?Bei gesetzlich Rentenversicherten kann der Ausgleich durch den Ersatz ausgefallener Rentenversicherungsbeiträge erfolgen. Nach § 119 SGB X geht der entsprechende Schadensersatzanspruch unter bestimmten Voraussetzungen auf den Rentenversicherungsträger über. Das setzt insbesondere voraus, dass der Geschädigte bereits Pflichtbeitragszeiten nachweist oder nach dem Schadensereignis pflichtversichert wird. Gesetzliche Ausnahmen sind zu beachten. Der zuständige Versicherungsträger macht die übergegangenen Ansprüche gegenüber dem haftenden Schädiger beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherer geltend. Die beim Rentenversicherungsträger eingegangenen Beiträge oder Beitragsanteile gelten als Pflichtbeiträge. Dadurch soll die schädigungsbedingte Beitragslücke möglichst ausgeglichen werden. Wer darf den Rentenschaden geltend machen?Soweit der Anspruch auf Ersatz ausgefallener Rentenversicherungsbeiträge nach § 119 SGB X auf den Rentenversicherungsträger übergegangen ist, kann der Geschädigte diesen Anspruch grundsätzlich nicht mehr selbst gegen den Schädiger durchsetzen. Die Geltendmachung liegt dann beim zuständigen Versicherungsträger. Der gesetzliche Anspruchsübergang erfasst jedoch nicht automatisch sämtliche denkbaren Schäden an der Altersversorgung. Ob ein später verbleibender Rentenkürzungsschaden vom Geschädigten selbst geltend gemacht werden kann, hängt von den rechtlichen Voraussetzungen und bereits erfolgten Anspruchsübergängen ab. Kann trotzdem eine niedrigere Altersrente verbleiben?Ja. Selbst wenn ausgefallene Beiträge ersetzt wurden, kann sich im Einzelfall später noch eine Rentenminderung ergeben. Ein solcher verbleibender Rentenkürzungsschaden kann zusätzlich ersatzfähig sein. Ob tatsächlich ein weiterer Anspruch besteht, hängt unter anderem von der individuellen Versicherungsbiografie, der hypothetischen Entwicklung ohne Schadensereignis und bereits erbrachten Ausgleichsleistungen ab. Eine doppelte Entschädigung desselben Schadens ist ausgeschlossen. Ist eine Erwerbsminderungsrente ein Rentenschaden?Nein. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist eine Sozialversicherungsleistung, die bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen gezahlt wird. Ein Rentenschaden ist dagegen ein Vermögensschaden, für den ein haftender Dritter ersatzpflichtig sein kann. Auch Schmerzensgeld oder eine Schmerzensgeldrente sind kein Rentenschaden. Neben einem Rentenschaden können jedoch weitere Schadenspositionen bestehen, beispielsweise Verdienstausfall oder Haushaltsführungsschaden. Sozialversicherungsleistungen können bei der Schadensregulierung aufgrund gesetzlicher Anspruchsübergänge zu berücksichtigen sein. Muss ein Rentenschaden immer durch einen Unfall entstehen?Nein. Verkehrsunfälle sind ein häufiger Anwendungsfall, aber nicht die einzige mögliche Ursache. Auch andere haftungsbegründende Personenschäden, beispielsweise durch einen nachgewiesenen Behandlungsfehler, können zu einem Rentenschaden führen. Eine Erkrankung allein begründet dagegen noch keinen Schadensersatzanspruch gegen einen Dritten. Welche Rechtsgrundlagen sind wichtig?Bei Personenschäden sind insbesondere die schadensersatzrechtlichen Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches relevant. Dazu gehört § 842 BGB zum Erwerbs- und Fortkommensschaden. Bei Verkehrsunfällen können zusätzlich die Haftungsregelungen des Straßenverkehrsgesetzes maßgeblich sein. Für den Übergang von Ansprüchen auf Ersatz ausgefallener Rentenversicherungsbeiträge ist insbesondere § 119 SGB X von Bedeutung. Die konkrete Ersatzpflicht und ihre Höhe müssen im Einzelfall geprüft werden. Was sollten Geschädigte beachten?Wer nach einem fremdverschuldeten Personenschaden längere Zeit arbeitsunfähig ist, Einkommenseinbußen erleidet oder eine Erwerbsminderungsrente bezieht, sollte mögliche Nachteile bei der gesetzlichen Rentenversicherung frühzeitig prüfen lassen. Die Deutsche Rentenversicherung informiert über die Prüfung und Geltendmachung entsprechender Schadensersatzansprüche. Für die Prüfung können insbesondere Angaben zum Schadensereignis, zum bisherigen Einkommen, zu Zeiten der Arbeitsunfähigkeit und zu bezogenen Sozialleistungen wichtig sein. Außerdem sollte geklärt werden, ob der Rentenversicherungsträger bereits ein Beitragsregressverfahren führt und ob mögliche spätere Rentennachteile bei der Schadensregulierung berücksichtigt werden. Bei größeren oder langfristigen Personenschäden kann eine rechtliche Beratung sinnvoll sein. Dabei sollten auch mögliche Verjährungsfragen und die Auswirkungen einer abschließenden Schadensregulierung auf künftige Ansprüche berücksichtigt werden. Wie Rentenanwartschaften entstehen und welche Leistungen vorgesehen sind, erläutern wir auf unserer Themenseite zur gesetzlichen Rentenversicherung. |
| Rentenschuldforderung | Eine Rentenschuldforderung ist eine Forderung aus einer Rentenschuld. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Grundschuld, bei der ein Grundstück mit regelmäßig wiederkehrenden Geldleistungen belastet wird. Die rechtlichen Grundlagen finden sich in den §§ 1199 bis 1203 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Trotz der Bezeichnung hat die Rentenschuldforderung grundsätzlich nichts mit der gesetzlichen oder privaten Altersrente zu tun. Sie gehört zum Grundstücksrecht und kann insbesondere im Zusammenhang mit grundpfandrechtlich gesicherten Kapitalanlagen von Bedeutung sein. Was ist eine Rentenschuld?Nach § 1199 BGB kann eine Grundschuld so bestellt werden, dass zu regelmäßig wiederkehrenden Terminen eine bestimmte Geldsumme aus dem belasteten Grundstück zu zahlen ist. Die Rentenschuld ist damit ein besonderes Grundpfandrecht. Anders als bei einer gewöhnlichen Grundschuld steht nicht die Zahlung einer einmaligen Kapitalsumme im Mittelpunkt, sondern eine Folge wiederkehrender Geldleistungen. Wie funktioniert eine Rentenschuld in der Praxis?Ein Grundstück wird beispielsweise mit einer Rentenschuld belastet, nach der der Berechtigte monatlich 500 Euro erhalten soll. Die wiederkehrenden Zahlungen sind durch das Grundstück dinglich gesichert. Zusätzlich muss eine Ablösungssumme festgelegt und im Grundbuch eingetragen werden. Eine Rentenschuld kann auch im Zusammenhang mit einer Immobilienübertragung gegen wiederkehrende Zahlungen vereinbart werden. Sie ist jedoch nicht mit einer Leibrente gleichzusetzen. Zur Sicherung lebenslanger Versorgungsleistungen kommt beispielsweise auch eine Reallast nach § 1105 BGB in Betracht. Was ist der Unterschied zwischen Rentenschuld und Rentenschuldforderung?Die Rentenschuld bezeichnet das dingliche Recht am Grundstück. Mit Rentenschuldforderung wird die daraus folgende Berechtigung des Gläubigers auf die regelmäßig wiederkehrenden Geldleistungen beschrieben. In der Versicherungswirtschaft begegnet der Begriff insbesondere bei der Einordnung grundpfandrechtlich gesicherter Kapitalanlagen. Rentenschuldforderungen können dort zusammen mit Hypotheken- und Grundschuldforderungen ausgewiesen werden. Muss eine Ablösungssumme festgelegt werden?Ja. Nach § 1199 Abs. 2 BGB muss bei der Bestellung einer Rentenschuld festgelegt werden, durch Zahlung welchen Betrages sie abgelöst werden kann. Diese Ablösungssumme muss im Grundbuch angegeben werden. Der Eigentümer kann die Rentenschuld unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch Zahlung der Ablösungssumme beenden. Wer kann die Rentenschuld ablösen?Das Ablösungsrecht steht nach § 1201 BGB dem Eigentümer des belasteten Grundstücks zu. Nach § 1202 BGB ist dafür grundsätzlich eine vorherige Kündigung erforderlich. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt sechs Monate, soweit nichts anderes bestimmt ist. Das Kündigungsrecht kann vertraglich eingeschränkt werden. Eine solche Beschränkung ist jedoch nur so weit zulässig, dass der Eigentümer nach 30 Jahren unter Einhaltung der sechsmonatigen Frist kündigen kann. Kann auch der Gläubiger die Ablösung verlangen?Grundsätzlich nein. Nach § 1201 Abs. 2 BGB kann dem Gläubiger kein allgemeines Recht eingeräumt werden, die Ablösung der Rentenschuld zu verlangen. Eine gesetzliche Ausnahme besteht insbesondere bei einer Gefährdung der Sicherheit durch Verschlechterung des Grundstücks unter den Voraussetzungen des § 1133 BGB. Außerdem kann der Gläubiger nach einer Kündigung durch den Eigentümer und Ablauf der Kündigungsfrist die Zahlung der Ablösungssumme aus dem Grundstück verlangen. Was passiert, wenn die vereinbarten Zahlungen ausbleiben?Für die einzelnen wiederkehrenden Leistungen gelten nach § 1200 BGB die Vorschriften über Hypothekenzinsen entsprechend. Bleiben fällige Zahlungen aus, kann der Gläubiger seine dinglichen Rechte grundsätzlich durch Zwangsvollstreckung in das belastete Grundstück durchsetzen, etwa durch Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung. Voraussetzung sind ein geeigneter Vollstreckungstitel und die weiteren gesetzlichen Vollstreckungsvoraussetzungen. Aus der Rentenschuld allein folgt keine zusätzliche persönliche Haftung des Grundstückseigentümers. Eine persönliche Zahlungspflicht kann sich jedoch aus einer gesonderten schuldrechtlichen Vereinbarung ergeben. Ist die Rentenschuld von einer persönlichen Forderung abhängig?Nein. Wie die gewöhnliche Grundschuld ist auch die Rentenschuld grundsätzlich nicht akzessorisch. Ihr rechtlicher Bestand setzt daher nicht zwingend eine persönliche Forderung gegen den Grundstückseigentümer voraus. Darin unterscheidet sie sich von der Hypothek, deren Bestand grundsätzlich an eine zu sichernde Forderung gebunden ist. Schuldrechtliche Vereinbarungen zwischen den Beteiligten können dennoch für die konkrete Ausgestaltung der Zahlungsverpflichtungen Bedeutung haben. Welche Bedeutung haben Rentenschuldforderungen heute?Die Rentenschuld ist gesetzlich weiterhin vorgesehen, spielt in der heutigen Grundstücksfinanzierung jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Gewöhnliche Grundschulden sind als Sicherungsinstrument wesentlich verbreiteter. Der Begriff Rentenschuldforderung ist deshalb vor allem im Grundstücksrecht, bei älteren Finanzierungsverhältnissen und in speziellen bilanziellen oder versicherungswirtschaftlichen Zusammenhängen anzutreffen. |
| Rentensplitting | Beim Rentensplitting können Ehepartner und eingetragene Lebenspartner ihre während der Ehe beziehungsweise Lebenspartnerschaft erworbenen Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung untereinander aufteilen. Dabei werden die in der maßgeblichen Splittingzeit erworbenen Rentenanwartschaften so ausgeglichen, dass beide Partner daraus grundsätzlich gleich hohe Ansprüche erhalten. Das Rentensplitting ist eine freiwillige Regelung nach §§ 120a bis 120e SGB VI. Es unterscheidet sich vom Versorgungsausgleich bei einer Scheidung und kann eine Alternative zur späteren Witwen- oder Witwerrente sein. Wie funktioniert das Rentensplitting?Für das Rentensplitting werden die während der Splittingzeit erworbenen Entgeltpunkte beider Partner verglichen. Der Partner mit den höheren Anwartschaften überträgt die Hälfte des Unterschieds auf den Partner mit den niedrigeren Anwartschaften. Entgeltpunkte der allgemeinen und der knappschaftlichen Rentenversicherung werden dabei nach den gesetzlichen Vorgaben getrennt berücksichtigt. Ein vereinfachtes Beispiel: Hat ein Partner während der Splittingzeit 40 Entgeltpunkte erworben und der andere 20, werden 10 Entgeltpunkte übertragen. Danach verfügen beide aus dieser Zeit über jeweils 30 Entgeltpunkte. Die Gesamtzahl der auf beide Partner entfallenden Entgeltpunkte bleibt in diesem Beispiel unverändert. Daraus folgt jedoch nicht, dass die tatsächlich ausgezahlten Renten des Paares in jeder Lebenssituation insgesamt gleich hoch bleiben. Was gehört zur Splittingzeit?Die Splittingzeit beginnt mit dem ersten Tag des Monats, in dem die Ehe geschlossen beziehungsweise die eingetragene Lebenspartnerschaft begründet wurde. Sie endet grundsätzlich mit Ablauf des Monats, in dem der Anspruch auf Durchführung des Rentensplittings entsteht. Entsteht dieser Anspruch erst nach Erreichen der Regelaltersgrenze durch den Anspruch auf eine Vollrente wegen Alters, endet die Splittingzeit bereits mit Ablauf des Monats vor dem Leistungsbeginn. Wird das Rentensplitting nach dem Tod eines Partners durchgeführt, endet die Splittingzeit grundsätzlich mit dem Todesmonat. Maßgeblich sind die Einzelregelungen des § 120a SGB VI. Rentenanwartschaften, die außerhalb dieser Zeit erworben wurden, bleiben grundsätzlich von der Teilung unberührt. Wer kann sich für das Rentensplitting entscheiden?Nach § 120a SGB VI kommt das Rentensplitting für Ehepaare infrage, deren Ehe nach dem 31. Dezember 2001 geschlossen wurde. Bestand die Ehe bereits am 31. Dezember 2001, müssen beide Ehepartner nach dem 1. Januar 1962 geboren sein. Entsprechende Regelungen gelten nach § 120e SGB VI auch für eingetragene Lebenspartnerschaften. Zusätzlich müssen die gesetzlichen Voraussetzungen zu den rentenrechtlichen Zeiten und zum Zeitpunkt der Durchführung erfüllt sein. Welche Versicherungszeiten sind erforderlich?Bei einem Rentensplitting zu Lebzeiten müssen beide Partner am Ende der Splittingzeit jeweils mindestens 25 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten aufweisen. Dazu können neben Beitragszeiten auch weitere gesetzlich berücksichtigungsfähige Zeiten gehören, beispielsweise Anrechnungs- und Berücksichtigungszeiten. Wird das Rentensplitting erst nach dem Tod eines Partners durchgeführt, muss grundsätzlich der überlebende Partner diese Voraussetzung erfüllen. Dabei können nach § 120a Abs. 4 SGB VI bestimmte zusätzliche Zeiten bis zur Regelaltersgrenze berücksichtigt werden. Wann kann das Rentensplitting durchgeführt werden?Zu Lebzeiten beider Partner ist das Rentensplitting grundsätzlich erst möglich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen zum Abschluss des Erwerbslebens erfüllt sind. Das ist insbesondere der Fall, wenn beide nach Erreichen der Regelaltersgrenze Anspruch auf eine Vollrente wegen Alters haben oder ein Partner einen solchen Anspruch hat und der andere die Regelaltersgrenze erreicht hat. Die gemeinsame Erklärung kann nach § 120d SGB VI frühestens sechs Monate vor der voraussichtlichen Erfüllung der Voraussetzungen abgegeben werden. Ist Rentensplitting dasselbe wie Versorgungsausgleich?Nein. Der Versorgungsausgleich erfolgt grundsätzlich im Zusammenhang mit einer Scheidung. Dabei werden die während der Ehe erworbenen Versorgungsanrechte geteilt. Er kann neben der gesetzlichen Rentenversicherung beispielsweise auch die betriebliche Altersversorgung und bestimmte private Altersvorsorgeverträge betreffen. Das Rentensplitting nach dem SGB VI betrifft dagegen Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung und setzt keine Scheidung voraus. Die Begriffe interne und externe Teilung gehören zum Versorgungsausgleich und bezeichnen keine unterschiedlichen Formen des Rentensplittings. Ist Rentensplitting auch nach dem Tod eines Partners möglich?Ja. Verstirbt ein Partner, bevor die Voraussetzungen für ein Rentensplitting zu Lebzeiten erfüllt waren, kann der überlebende Partner das Rentensplitting unter den gesetzlichen Voraussetzungen allein herbeiführen. Dabei ist eine wichtige Frist zu beachten: Die Erklärung muss grundsätzlich spätestens innerhalb von zwölf Kalendermonaten nach Ablauf des Todesmonats abgegeben werden. Diese Ausschlussfrist kann durch ein Verfahren bei einem Rentenversicherungsträger unterbrochen werden. Wer ein Rentensplitting nach dem Tod des Partners erwägt, sollte sich deshalb frühzeitig beraten lassen. Was bedeutet das Rentensplitting für die Witwen- oder Witwerrente?Wird ein Rentensplitting durchgeführt, besteht aus derselben Ehe beziehungsweise Lebenspartnerschaft grundsätzlich kein Anspruch mehr auf eine Witwen- oder Witwerrente. Das gilt auch dann, wenn der überlebende Partner bereits eine solche Rente bezogen hat. Das Rentensplitting kann daher eine Alternative zur Hinterbliebenenrente sein. Ob es finanziell günstiger ist, hängt insbesondere von den eigenen Rentenanwartschaften, den Einkommensverhältnissen und der voraussichtlichen Hinterbliebenenversorgung ab. Welche Rolle spielen Einkommen und Wiederheirat?Die durch das Rentensplitting übertragenen Entgeltpunkte gehören zu den eigenen Rentenanwartschaften. Anders als bei der Witwen- oder Witwerrente wird eigenes Einkommen deshalb nicht auf den Splittingzuwachs angerechnet. Auch eine spätere Wiederheirat lässt die erworbenen Rentenanwartschaften grundsätzlich unberührt. Eine Witwen- oder Witwerrente endet dagegen regelmäßig bei erneuter Heirat. Das kann für überlebende Partner mit höherem eigenen Einkommen oder einer geplanten Wiederheirat ein wichtiger Vorteil sein. Kann ein Rentensplitting rückgängig gemacht werden?Nach § 120d SGB VI können die Erklärungen zum Rentensplitting von einem oder beiden Partnern widerrufen werden, solange das Splitting noch nicht durchgeführt ist. Durchgeführt ist es, wenn die Entscheidung des Rentenversicherungsträgers für die maßgeblich Beteiligten unanfechtbar geworden ist. Danach sind die Erklärungen grundsätzlich unwiderruflich. Das Gesetz sieht jedoch besondere Anpassungs- und Abänderungsmöglichkeiten vor. Nach § 120b SGB VI kann die Kürzung der Rente des überlebenden Partners auf Antrag entfallen, wenn der verstorbene Partner nicht länger als 36 Monate Rentenleistungen aus dem Splitting erhalten hat. Diese Regelung gilt nicht für ein erst nach dem Tod herbeigeführtes Rentensplitting. Daneben ermöglicht § 120c SGB VI unter bestimmten Voraussetzungen eine Abänderung, wenn sich der maßgebliche Wertunterschied wesentlich verändert hat. Eine allgemeine Möglichkeit, eine wirtschaftlich ungünstige Entscheidung rückgängig zu machen, besteht nicht. Welche Vor- und Nachteile hat das Rentensplitting?Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass der Partner mit geringeren Rentenanwartschaften zusätzliche eigene Ansprüche erhält. Diese bleiben grundsätzlich auch nach dem Tod des anderen Partners und bei einer späteren Wiederheirat erhalten. Zudem findet auf die eigene Rente keine Einkommensanrechnung wie bei einer Witwen- oder Witwerrente statt. Dem stehen erhebliche Nachteile gegenüber: Der Partner mit den höheren Anwartschaften gibt einen Teil seiner eigenen Rentenansprüche ab. Außerdem entfällt nach Durchführung des Rentensplittings der Anspruch auf eine Witwen- oder Witwerrente aus derselben Ehe. Insbesondere bei geringem eigenen Einkommen kann die Hinterbliebenenrente finanziell günstiger sein. Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein anhand der übertragenen Entgeltpunkte getroffen werden. Entscheidend ist ein Vergleich der voraussichtlichen Rentenleistungen unter Berücksichtigung der persönlichen Lebens- und Einkommensverhältnisse. Wann kann sich Rentensplitting lohnen?Rentensplitting kann insbesondere für überlebende Partner interessant sein, die während der Ehe geringere Rentenanwartschaften erworben haben, aber über ein so hohes eigenes Einkommen verfügen, dass eine Witwen- oder Witwerrente stark gekürzt würde oder nicht zur Auszahlung käme. Auch eine spätere Wiederheirat kann für die Entscheidung von Bedeutung sein. Vor einer Entscheidung sollten die finanziellen Auswirkungen individuell durch die Deutsche Rentenversicherung berechnet und erläutert werden. Informationen zu Voraussetzungen und Folgen bietet die Deutsche Rentenversicherung zum Rentensplitting. |
| Rentenversicherung | Der Begriff Rentenversicherung bezeichnet unterschiedliche Formen der Absicherung für das Alter. In Deutschland wird insbesondere zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und privaten Rentenversicherungen unterschieden. Beide können eine lebenslange Altersrente ermöglichen, unterscheiden sich jedoch grundlegend bei Finanzierung, Leistungen und rechtlichen Voraussetzungen. Die gesetzliche Rentenversicherung ist Teil der Sozialversicherung und wird überwiegend im Umlageverfahren finanziert. Private Rentenversicherungen sind dagegen Versicherungsverträge, bei denen Kapital für die spätere Altersversorgung aufgebaut wird. Was ist die gesetzliche Rentenversicherung?Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems. Versicherungspflichtig sind insbesondere Arbeitnehmer und bestimmte weitere Personengruppen. Auch einige Selbstständige unterliegen der Versicherungspflicht. Unter bestimmten Voraussetzungen ist außerdem eine freiwillige Versicherung möglich. Zu ihren Leistungen gehören Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten, Hinterbliebenenrenten und Leistungen zur Rehabilitation. Die Rentenhöhe richtet sich insbesondere nach den erworbenen Entgeltpunkten, dem Zugangsfaktor, dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert. Eine allgemeine gesetzliche Mindestrente gibt es nicht. Was ist eine private Rentenversicherung?Eine private Rentenversicherung ist ein Versicherungsvertrag zur Altersvorsorge. Durch laufende Beiträge oder einen Einmalbeitrag wird Kapital für die spätere Versorgung aufgebaut. Zum vereinbarten Rentenbeginn kann daraus eine lebenslange Rente gezahlt werden. Je nach Vertrag kann zusätzlich oder alternativ eine Kapitalauszahlung vorgesehen sein. Zu den Varianten gehören klassische, fondsgebundene Rentenversicherungen und Tarife mit unterschiedlichen Anlage- und Garantiebausteinen. Sie unterscheiden sich insbesondere bei Kosten, Renditechancen, Risiken und Garantien. Welche staatlich geförderten Rentenversicherungen gibt es?Private Altersvorsorge kann unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert werden. Dazu gehören insbesondere die Riester-Rente und die Basisrente (Rürup-Rente). Bei der Riester-Rente erfolgt die Förderung insbesondere durch Zulagen und gegebenenfalls zusätzliche Steuervorteile. Allerdings ist nicht jeder Riester-Vertrag eine Rentenversicherung. Die Basisrente wird dagegen insbesondere durch die steuerliche Berücksichtigung der Beiträge gefördert und ist auf eine lebenslange Altersversorgung ausgerichtet. Für geförderte Verträge gelten besondere Voraussetzungen und Auszahlungsregeln. Insbesondere können Kapitalauszahlungen eingeschränkt sein. Welche Rolle spielt die betriebliche Altersversorgung?Die betriebliche Altersversorgung wird über das Arbeitsverhältnis organisiert. Je nach Durchführungsweg kann sie ebenfalls über eine Rentenversicherung erfolgen, beispielsweise im Rahmen einer Direktversicherung. Sie ist jedoch nicht mit einer gewöhnlichen privaten Rentenversicherung gleichzusetzen. Für die betriebliche Altersversorgung gelten eigene arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Regelungen. Wie unterscheiden sich gesetzliche und private Rentenversicherung?Der wesentliche Unterschied liegt in der Finanzierung. In der gesetzlichen Rentenversicherung werden laufende Beiträge und Bundesmittel überwiegend zur Finanzierung der aktuellen Leistungen verwendet. Versicherte bauen dabei keinen individuellen Kapitalstock für ihre eigene Altersrente auf, sondern erwerben gesetzliche Rentenanwartschaften. Bei einer privaten Rentenversicherung wird dagegen Kapital für den jeweiligen Vertrag aufgebaut. Die spätere Leistung hängt unter anderem von den eingezahlten Beiträgen, der Anlageentwicklung, den Kosten und den vereinbarten Garantien ab. Ist eine Rentenversicherung verpflichtend?Die gesetzliche Rentenversicherung ist für viele Arbeitnehmer und bestimmte weitere Personengruppen verpflichtend. Für Selbstständige gelten unterschiedliche Regelungen. Nicht jeder Erwerbstätige unterliegt deshalb automatisch der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht. Eine private Rentenversicherung wird grundsätzlich freiwillig abgeschlossen. Auch bei staatlich geförderten privaten Vorsorgeverträgen entscheidet der Versicherte grundsätzlich selbst über den Abschluss. Welche Leistungen bietet eine Rentenversicherung?Die gesetzliche Rentenversicherung sichert neben dem Alter auch bestimmte Risiken der Erwerbsminderung und des Todes ab. Zu ihren wichtigsten Rentenarten gehören Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und Hinterbliebenenrenten. Bei einer privaten Rentenversicherung steht die Altersvorsorge im Mittelpunkt. Zusätzliche Leistungen, beispielsweise für Hinterbliebene oder bei Berufsunfähigkeit, bestehen nur, wenn sie vertraglich vorgesehen sind. Wie wird eine Rentenversicherung ausgezahlt?Die gesetzliche Altersrente wird grundsätzlich monatlich ausgezahlt. Ein allgemeines Wahlrecht, die erworbenen Rentenanwartschaften vollständig als Kapital auszahlen zu lassen, besteht nicht. Bei privaten Rentenversicherungen hängt die Auszahlung vom Vertrag ab. Möglich sind insbesondere eine lebenslange Rente oder, soweit vereinbart und rechtlich zulässig, eine vollständige oder teilweise Kapitalauszahlung. Bei staatlich geförderten Vorsorgeformen können zusätzliche gesetzliche Beschränkungen gelten. Wie werden Rentenversicherungen steuerlich behandelt?Die steuerliche Behandlung hängt von der jeweiligen Rentenversicherung ab. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und zur Basisrente können im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften als Altersvorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden. Die späteren Renten unterliegen den jeweils geltenden Besteuerungsregeln. Bei ungeförderten privaten Rentenversicherungen gelten andere steuerliche Vorschriften. Auch für Riester-Verträge und die betriebliche Altersversorgung bestehen besondere Regelungen. Entscheidend sind unter anderem die Vertragsart, die Förderung und die gewählte Auszahlungsform. Welche Rentenversicherung eignet sich zur Altersvorsorge?Die gesetzliche Rentenversicherung bildet für viele Menschen die Grundlage ihrer Altersversorgung. Eine private Rentenversicherung kann diese ergänzen und zusätzliche lebenslange Einkünfte im Ruhestand ermöglichen. Ob eine private Rentenversicherung sinnvoll ist, hängt insbesondere von der persönlichen Versorgungssituation, der gewünschten Sicherheit und Flexibilität, der Anlagedauer, den Vertragskosten und möglichen Alternativen ab. Auch eine staatliche Förderung kann die Entscheidung beeinflussen. Einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten bietet unsere Themenseite zur privaten Altersvorsorge. |
| Rentenversicherungsträger | Rentenversicherungsträger sind die öffentlich-rechtlichen Träger der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Sie führen Versicherungskonten, prüfen Rentenansprüche, berechnen und zahlen Renten und erbringen unter den gesetzlichen Voraussetzungen Leistungen zur Prävention und Rehabilitation. Die gesetzliche Rentenversicherung wird nicht von einer einzigen Behörde verwaltet. Sie besteht aus Regionalträgern und Bundesträgern, die gemeinsam unter dem Namen Deutsche Rentenversicherung auftreten. Welche Rentenversicherungsträger gibt es?Nach § 125 SGB VI werden die Aufgaben der gesetzlichen Rentenversicherung von Regionalträgern und Bundesträgern wahrgenommen. Insgesamt gibt es 14 Regionalträger und zwei Bundesträger. Die beiden Bundesträger sind die Deutsche Rentenversicherung Bund und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Zu den Regionalträgern gehören beispielsweise die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland, Nord, Rheinland und Bayern Süd. Welche Aufgaben haben Rentenversicherungsträger?Eine wesentliche Aufgabe ist die Führung der Versicherungskonten. Darin werden die für die spätere Rente maßgeblichen Daten erfasst, insbesondere Beitragszeiten und weitere rentenrechtliche Zeiten. Die Rentenversicherungsträger prüfen außerdem Leistungsansprüche und berechnen und zahlen Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und Hinterbliebenenrenten. Einen Überblick bietet unsere Fachseite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung. Hinzu kommen Leistungen zur Prävention und Rehabilitation. Nach dem Grundsatz „Reha vor Rente“ soll die Erwerbsfähigkeit möglichst erhalten oder wiederhergestellt werden. Darüber hinaus beraten die Träger beispielsweise zu Rentenansprüchen, Versicherungsverläufen, Rentenbeginn und freiwilligen Beiträgen. Was ist die Deutsche Rentenversicherung Bund?Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist einer der beiden Bundesträger. Sie betreut die ihr zugeordneten Versicherten und nimmt darüber hinaus Grundsatz- und Querschnittsaufgaben sowie gemeinsame Angelegenheiten der Rentenversicherungsträger wahr. Die Bezeichnung „Bund“ bedeutet nicht, dass sämtliche gesetzlich Rentenversicherten bei diesem Träger geführt werden. Viele Versicherte sind einem Regionalträger oder der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zugeordnet. Was sind die Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung?Die 14 Regionalträger tragen den Namen Deutsche Rentenversicherung mit einem Zusatz für ihre jeweilige regionale Zuständigkeit. Sie erfüllen die gesetzlichen Aufgaben für die ihnen zugeordneten Versicherten. Welcher Träger zuständig ist, richtet sich nicht allein nach dem aktuellen Wohnort. Nach § 127 SGB VI erfolgt die Zuordnung grundsätzlich bereits bei der Vergabe der Versicherungsnummer. Dabei gelten gesetzliche Verteilungsregeln. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Zuständigkeit später wechseln. Welche Besonderheit hat die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See?Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See ist der zweite Bundesträger. Sie nimmt Aufgaben der allgemeinen und der knappschaftlichen Rentenversicherung wahr. Besondere Zuständigkeiten bestehen insbesondere für Beschäftigte im Bergbau sowie in gesetzlich bestimmten Bereichen von Bahn und Seefahrt. Aufgrund der gesetzlichen Verteilung der Versicherten betreut die Knappschaft-Bahn-See jedoch auch Personen ohne beruflichen Bezug zu diesen Branchen. Die Besonderheiten dieses Versicherungszweigs erläutert unsere Fachseite zur knappschaftlichen Rentenversicherung. Ist die Künstlersozialkasse ein Rentenversicherungsträger?Nein. Die Künstlersozialkasse ist kein Rentenversicherungsträger nach § 125 SGB VI. Sie prüft insbesondere die Versicherungspflicht selbstständiger Künstler und Publizisten nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz, erhebt die entsprechenden Beiträge und die Künstlersozialabgabe und leitet die Beiträge an die zuständigen Sozialversicherungsträger weiter. Die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung werden dagegen vom zuständigen Rentenversicherungsträger erbracht. Rentenanträge und Anträge auf entsprechende Rehabilitationsleistungen sind deshalb an die Deutsche Rentenversicherung zu richten. Ist die Landwirtschaftliche Alterskasse ein Rentenversicherungsträger?Die Landwirtschaftliche Alterskasse ist für die Alterssicherung der Landwirte zuständig. Sie gehört zur Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Die Alterssicherung der Landwirte ist jedoch ein eigenständiges gesetzliches Alterssicherungssystem. Die Landwirtschaftliche Alterskasse zählt deshalb nicht zu den Rentenversicherungsträgern nach § 125 SGB VI. Welcher Rentenversicherungsträger ist für mich zuständig?Die Zuständigkeit ergibt sich aus der gesetzlichen Zuordnung. Versicherte können ihren Rentenversicherungsträger daher nicht frei auswählen. Welcher Träger das Versicherungskonto führt, lässt sich beispielsweise der Renteninformation, der Rentenauskunft oder anderen Schreiben der Deutschen Rentenversicherung entnehmen. Die Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung unterstützen auch bei Fragen zur Zuständigkeit und bei der Antragstellung. Eine Übersicht aller Träger und ihrer Kontaktmöglichkeiten bietet die Deutsche Rentenversicherung. Welche gesetzlichen Grundlagen gelten für Rentenversicherungsträger?Die wesentlichen Regelungen enthält das Sechste Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI). § 125 SGB VI bestimmt die Trägerstruktur. Die §§ 126 ff. SGB VI regeln insbesondere die Zuständigkeiten der einzelnen Rentenversicherungsträger. Daneben gelten weitere sozialrechtliche Vorschriften. Das SGB IV enthält allgemeine Regelungen zur Sozialversicherung, während das SGB X unter anderem das sozialrechtliche Verwaltungsverfahren regelt. Weitere Informationen zu Aufgaben, Finanzierung und Leistungen finden Sie auf unserer Fachseite zur gesetzlichen Rentenversicherung. |
| Rentenwahlrecht | Das Rentenwahlrecht ist eine vertraglich vereinbarte Möglichkeit bei bestimmten Lebensversicherungen, anstelle einer vorgesehenen einmaligen Kapitalleistung eine laufende, in der Regel lebenslange Rente zu wählen. Es handelt sich nicht um ein allgemeines gesetzliches Recht. Die Möglichkeit muss ausdrücklich im Versicherungsvertrag vorgesehen sein. Bei welchen Versicherungen gibt es ein Rentenwahlrecht?Ein Rentenwahlrecht kann insbesondere bei kapitalbildenden Lebensversicherungen vereinbart sein. Ob diese Möglichkeit besteht, welche Fristen gelten und wer das Wahlrecht ausüben darf, ergibt sich aus den jeweiligen Versicherungsbedingungen. Nicht jede Lebensversicherung enthält ein Rentenwahlrecht. Wie funktioniert das Rentenwahlrecht?Wird das Rentenwahlrecht fristgerecht ausgeübt, wird die vorgesehene Kapitalleistung nach den vertraglichen und versicherungsmathematischen Grundlagen in eine laufende Rente umgerechnet. Die Rentenhöhe hängt insbesondere vom verfügbaren Kapital, dem Rentenbeginn, dem maßgeblichen Rentenfaktor und den vereinbarten Berechnungsgrundlagen ab. Ob und bis wann die Entscheidung geändert werden kann, richtet sich nach dem Vertrag. Nach Beginn einer lebenslangen Rentenzahlung ist eine Rückkehr zur ursprünglich vorgesehenen Kapitalauszahlung grundsätzlich nicht mehr möglich, sofern keine entsprechende vertragliche Regelung besteht. Was unterscheidet Rentenwahlrecht und Kapitalwahlrecht?Beim Rentenwahlrecht ist grundsätzlich eine Kapitalleistung vorgesehen, die auf Wunsch in eine laufende Rente umgewandelt werden kann. Beim Kapitalwahlrecht einer privaten Rentenversicherung ist dagegen eine Rentenzahlung vorgesehen, an deren Stelle unter den vertraglichen Voraussetzungen eine vollständige oder teilweise Kapitalauszahlung gewählt werden kann. Entscheidend ist jeweils die konkrete Vertragsgestaltung. Beide Wahlrechte sind nicht automatisch Bestandteil jeder Lebens- oder Rentenversicherung. Welche Folgen hat die Entscheidung für eine Rente?Eine vereinbarte lebenslange Rente bietet regelmäßige Zahlungen bis zum Tod der versicherten Person. Damit schützt sie vor dem Risiko, dass das für die Altersversorgung vorgesehene Kapital bei einem sehr langen Leben vorzeitig aufgebraucht wird. Das verrentete Kapital steht allerdings grundsätzlich nicht mehr frei zur Verfügung. Ob nach dem Tod weitere Leistungen an Hinterbliebene gezahlt werden, hängt von den vertraglichen Regelungen ab, beispielsweise einer vereinbarten Rentengarantiezeit oder Hinterbliebenenrente. Besonders bei älteren Lebensversicherungsverträgen kann die Wahl zwischen Kapitalauszahlung und lebenslanger Rente erhebliche steuerliche Unterschiede haben. Bei bestimmten vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossenen Verträgen kann die Kapitalauszahlung unter den gesetzlichen Voraussetzungen steuerfrei sein, während bei einer lebenslangen privaten Rente grundsätzlich der Ertragsanteil besteuert wird. Welche Besteuerung tatsächlich gilt, hängt von der Vertragsgestaltung und den steuerrechtlichen Voraussetzungen ab. Wo gibt es weitere Informationen zur Altersvorsorge?Weitere Informationen zu Rentenversicherungen und anderen Vorsorgeformen finden Sie auf unserer Themenseite zur privaten Altersvorsorge. |