FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

Fachbegriffe aus der Versicherungsbranche

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BegriffDefinition
Ranking

Ein Ranking ist eine Rangliste, in der Versicherungsunternehmen oder Versicherungstarife anhand festgelegter Kriterien miteinander verglichen und in eine Reihenfolge gebracht werden. Rankings können beispielsweise die Finanzstärke eines Versicherers, seine Marktstellung, die Kundenzufriedenheit oder das Preis-Leistungs-Verhältnis bestimmter Tarife bewerten. Welche Aussage ein Ranking tatsächlich erlaubt, hängt von den untersuchten Kriterien und der verwendeten Bewertungsmethode ab.

Nach welchen Kriterien werden Versicherungsrankings erstellt?

Je nach Zielsetzung können Rankings unterschiedliche Merkmale berücksichtigen. Dazu gehören etwa die finanzielle Stabilität, Beitragshöhe, Versicherungsleistungen, Kundenzufriedenheit oder Erfahrungen mit der Schadenregulierung. Auch Marktanteile und Vertragsbestände können Grundlage einer Rangliste sein. Ein großer Marktanteil bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Versicherer besonders leistungsstarke oder günstige Tarife anbietet.

Wer erstellt Versicherungsrankings?

Versicherungsrankings werden unter anderem von Fachmedien, Marktforschungsunternehmen, Ratingagenturen und Vergleichsportalen veröffentlicht. Auch Verbraucherorganisationen und unabhängige Testeinrichtungen untersuchen Versicherungsangebote. Dabei ist zwischen einer Rangliste, einem Produkttest und einem Rating zu unterscheiden: Während Rankings eine Reihenfolge bilden, bewerten Ratings bestimmte Eigenschaften häufig anhand von Noten oder Bewertungsklassen.

Wie aussagekräftig sind Rankings?

Ein Ranking ist nicht automatisch objektiv oder unabhängig. Entscheidend ist, welche Versicherer und Tarife berücksichtigt werden, wie die Bewertungskriterien gewichtet sind und ob die Ergebnisse auf nachvollziehbaren Daten beruhen. Unterschiedliche Untersuchungen können deshalb zu abweichenden Platzierungen kommen, ohne dass eine davon zwangsläufig falsch sein muss.

Besondere Vorsicht ist bei Rankings von Vergleichsportalen geboten. Diese bilden nicht immer den gesamten Markt ab und können durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst sein. Auch ein Testsiegel oder eine Spitzenplatzierung sagt wenig aus, wenn die zugrunde liegende Untersuchung nicht erkennbar ist.

Worauf sollten Verbraucher bei einem Ranking achten?

Ein aussagekräftiges Ranking sollte erkennen lassen, wer die Untersuchung durchgeführt hat, wann sie erstellt wurde, welche Anbieter berücksichtigt wurden und nach welchen Kriterien die Bewertung erfolgte. Ebenso wichtig ist, ob wirtschaftliche Verbindungen zwischen dem Herausgeber und den bewerteten Unternehmen bestehen.

Bei der Versicherungswahl können Rankings eine erste Orientierung bieten. Entscheidend bleiben jedoch der persönliche Versicherungsbedarf, die konkreten Leistungen, mögliche Ausschlüsse, die Vertragsbedingungen und der Beitrag. Ein Versicherer auf dem ersten Platz muss nicht den Tarif anbieten, der für den einzelnen Kunden am besten geeignet ist.

Synonyme - Versicherungsranking, Versichererranking, Versicherungsrangliste
RAROC

RAROC steht für „Risk-Adjusted Return on Capital“ und bezeichnet eine Kennzahl zur Messung der risikoadjustierten Kapitalrentabilität. Sie zeigt, welcher Ertrag im Verhältnis zum zugeordneten Risikokapital unter Berücksichtigung der eingegangenen Risiken erwirtschaftet wird. RAROC wird insbesondere bei Banken und Versicherungsunternehmen eingesetzt, um die Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Geschäftsaktivitäten zu beurteilen.

Wie wird RAROC berechnet?

In einer verbreiteten Berechnungsvariante wird der risikoadjustierte Gewinn durch das zugeordnete ökonomische Kapital geteilt. Vereinfacht lautet die Formel:

RAROC = (risikoadjustierter Gewinn / ökonomisches Kapital) × 100 %

Beim risikoadjustierten Gewinn werden insbesondere Kosten und erwartete Verluste berücksichtigt. Das ökonomische Kapital bezeichnet den nach einem internen Risikomodell ermittelten Kapitalbedarf zur Absicherung unerwarteter Verluste. Es ist nicht zwangsläufig mit dem aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Eigenkapital identisch. Da es keine einheitlich vorgeschriebene RAROC-Berechnung gibt, können sich die verwendeten Verfahren zwischen Unternehmen unterscheiden.

Welche Bedeutung hat RAROC für Versicherungsunternehmen?

Versicherer können mithilfe von RAROC beurteilen, ob einzelne Geschäftsbereiche, Versicherungsprodukte oder Portfolios im Verhältnis zu den übernommenen Risiken ausreichend rentabel sind. Die Kennzahl unterstützt Entscheidungen über die Produktkalkulation, die Verteilung von Risikokapital und die strategische Ausrichtung des Versicherungsgeschäfts.

Zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit kann RAROC mit einer geforderten Mindestrendite verglichen werden. Liegt die Kennzahl darüber, übersteigt die ermittelte Rendite die festgelegte Renditeanforderung. Liegt sie darunter, wird diese Anforderung nicht erreicht.

Welche Grenzen hat die Kennzahl?

Die Aussagekraft von RAROC hängt von der Qualität der zugrunde liegenden Daten, den Annahmen über mögliche Verluste und der Berechnung des erforderlichen Risikokapitals ab. Auch die Zuordnung des Kapitals auf einzelne Geschäftsbereiche kann die Ergebnisse beeinflussen. Deshalb sollte RAROC gemeinsam mit weiteren Kennzahlen des Risikomanagements betrachtet werden.

Für Versicherungsnehmer ist RAROC vor allem eine betriebswirtschaftliche Hintergrundkennzahl. Ein hoher RAROC-Wert bedeutet nicht automatisch, dass ein Versicherer besonders zuverlässig ist oder einen für den Kunden geeigneten Versicherungstarif anbietet.

Synonyme - Risk Adjusted Return on Capital, risikoadjustierte Kapitalrentabilität, risikoadjustierte Eigenkapitalrendite
Rate

Eine Rate ist ein Teilbetrag, der zu einem vereinbarten Zeitpunkt gezahlt wird. Raten kommen beispielsweise bei Krediten, Leasingverträgen und Versicherungen vor. Bei Versicherungen bezeichnet eine Beitragsrate den Betrag, den der Versicherungsnehmer bei einer unterjährigen Zahlungsweise regelmäßig an den Versicherer entrichtet.

Welche Bedeutung haben Raten bei Versicherungen?

Versicherungsbeiträge können je nach Vertrag jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich gezahlt werden. Bei einer unterjährigen Zahlungsweise wird der Beitrag auf mehrere Zahlungstermine verteilt. Die Höhe der einzelnen Rate richtet sich nach dem vereinbarten Beitrag, der Zahlungsweise und möglichen Zuschlägen.

Eine monatliche Zahlung erleichtert die Verteilung der Ausgaben über das Jahr. Allerdings verlangen manche Versicherer für die unterjährige Beitragszahlung einen Ratenzahlungszuschlag. Dadurch kann die Summe der gezahlten Beiträge höher ausfallen als bei jährlicher Zahlung.

Was passiert, wenn eine Beitragsrate nicht bezahlt wird?

Wird eine fällige Beitragsrate nicht rechtzeitig gezahlt, können Mahnkosten und weitere rechtliche Folgen entstehen. Bei Folgebeiträgen kann der Versicherer nach § 38 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) eine Zahlungsfrist von mindestens zwei Wochen setzen und auf die Folgen des Zahlungsverzugs hinweisen. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann nach Ablauf dieser Frist der Versicherungsschutz für einen später eintretenden Versicherungsfall entfallen und der Versicherer den Vertrag kündigen.

Eine verspätete Zahlung führt somit nicht automatisch zum Verlust des Versicherungsschutzes. Für den erstmaligen Beitrag gelten andere gesetzliche Regelungen.

Worauf sollten Versicherungsnehmer achten?

Bei der Wahl der Zahlungsweise sollten Versicherungsnehmer nicht nur die Höhe der einzelnen Rate, sondern auch die jährlichen Gesamtkosten vergleichen. Ist eine unterjährige Zahlung mit Zuschlägen verbunden, kann eine jährliche Beitragszahlung günstiger sein. Entscheidend ist, dass die vereinbarten Zahlungen dauerhaft zum verfügbaren Budget passen.

Synonyme - Beitragsrate, Versicherungsrate, Versicherungsbeitragsrate
Ratenzuschlag

Ein Ratenzuschlag, auch Ratenzahlungszuschlag genannt, ist ein zusätzlicher Betrag, den Versicherer bei einer unterjährigen Beitragszahlung erheben können. Wird der Versicherungsbeitrag monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich statt jährlich gezahlt, kann sich dadurch die jährliche Gesamtbelastung erhöhen. Gründe für solche Zuschläge sind unter anderem zusätzlicher Verwaltungsaufwand sowie Zins- und Liquiditätsnachteile durch den späteren Beitragseingang.

Wann fällt ein Ratenzuschlag an?

Ratenzuschläge können bei verschiedenen Versicherungsarten vorkommen, beispielsweise in der Kfz-, Hausrat-, Haftpflicht- oder Lebensversicherung. Ob ein Zuschlag erhoben wird, hängt vom Versicherer, dem Tarif und der vereinbarten Zahlungsweise ab. Nicht jede unterjährige Beitragszahlung ist mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Wie hoch ist der Ratenzuschlag?

In der Versicherungswirtschaft sind traditionell folgende Zuschläge verbreitet:

  • 2 Prozent bei halbjährlicher Beitragszahlung,
  • 3 Prozent bei vierteljährlicher Beitragszahlung und
  • 5 Prozent bei monatlicher Beitragszahlung.

Diese Werte sind jedoch nicht gesetzlich festgelegt und gelten nicht einheitlich für alle Versicherer und Tarife. Auch andere Zuschläge oder eine unterjährige Zahlung ohne Mehrkosten sind möglich.

Ein Beispiel: Beträgt der Beitrag bei jährlicher Zahlung 600 Euro und werden bei monatlicher Zahlung zwölf Raten zu jeweils 52,50 Euro fällig, ergibt sich eine jährliche Gesamtbelastung von 630 Euro. Die Mehrkosten betragen 30 Euro beziehungsweise fünf Prozent gegenüber der jährlichen Zahlungsweise.

Welche rechtlichen Regelungen gelten?

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 6. Februar 2013 (Az. IV ZR 230/12) entschieden, dass eine vertraglich vereinbarte unterjährige Zahlung von Versicherungsbeiträgen keine Kreditgewährung in Form eines entgeltlichen Zahlungsaufschubs darstellt. Deshalb müssen Ratenzuschläge nicht allein aufgrund dieser Zahlungsvereinbarung wie Kreditzinsen behandelt werden. Eine fehlende Angabe des effektiven Jahreszinses begründet insoweit keinen Anspruch auf Rückerstattung der Zuschläge.

Wie lassen sich Ratenzuschläge vermeiden?

Wer den Versicherungsbeitrag jährlich zahlen kann, vermeidet häufig zusätzliche Kosten. Alternativ lohnt sich ein Vergleich von Versicherern und Tarifen, die für monatliche oder vierteljährliche Zahlungen keine oder geringere Zuschläge verlangen. Bei bestehenden Verträgen kann geprüft werden, ob sich die Zahlungsweise ändern lässt.

Allerdings sollte eine jährliche Beitragszahlung nicht zu finanziellen Engpässen führen. Eine monatliche Zahlung kann trotz eines Zuschlags sinnvoll sein, wenn sich die Ausgaben dadurch besser planen lassen. Für den Vergleich sollten stets die gesamten Jahreskosten herangezogen werden.

Synonyme - Ratenzahlungszuschlag, Teilzahlungszuschlag, Beitragsratenzuschlag
Ratierliches Berechnungsverfahren

Das ratierliche Berechnungsverfahren, auch Quotierungsverfahren oder Pro-rata-temporis-Methode genannt, dient in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) zur Berechnung einer unverfallbaren Versorgungsanwartschaft, wenn ein Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Unternehmen ausscheidet. Die gesetzliche Grundlage bildet insbesondere § 2 Absatz 1 des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG). Dabei wird die zugesagte Versorgungsleistung entsprechend der anrechenbaren Betriebszugehörigkeit zeitanteilig berechnet.

Wie funktioniert das ratierliche Berechnungsverfahren?

Zunächst wird die Versorgungsleistung ermittelt, die der Arbeitnehmer bei einem Verbleib im Unternehmen bis zur maßgeblichen Altersgrenze voraussichtlich erreicht hätte. Anschließend wird diese Leistung im Verhältnis der tatsächlichen Betriebszugehörigkeit zur möglichen Betriebszugehörigkeit bis zu dieser Altersgrenze gekürzt. Für die Berechnung sind grundsätzlich die Versorgungsregelung und die Bemessungsgrundlagen beim Ausscheiden maßgeblich; gesetzliche Ausnahmen bleiben unberührt.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer hätte bei einer möglichen Betriebszugehörigkeit von 40 Jahren Anspruch auf eine monatliche Betriebsrente von 800 Euro. Scheidet er nach 20 Jahren mit einer unverfallbaren Anwartschaft aus, ergibt sich bei Anwendung des ratierlichen Verfahrens ein zeitanteiliger Anspruch von 400 Euro monatlich. Das Beispiel setzt voraus, dass keine besonderen Berechnungsregelungen eingreifen.

Wann wird das Verfahren angewendet?

Das ratierliche Berechnungsverfahren kommt insbesondere bei unverfallbaren Anwartschaften aus arbeitgeberfinanzierten Leistungszusagen zur Anwendung. Bei Zusagen ab dem 1. Januar 2018 ist eine arbeitgeberfinanzierte Anwartschaft grundsätzlich gesetzlich unverfallbar, wenn der Arbeitnehmer beim Ausscheiden das 21. Lebensjahr vollendet hat und die Versorgungszusage mindestens drei Jahre bestanden hat. Für ältere Zusagen gelten teilweise andere Fristen.

Für Anwartschaften aus Entgeltumwandlung gilt dagegen grundsätzlich eine sofortige Unverfallbarkeit. Ihre Höhe wird nach besonderen gesetzlichen Regelungen bestimmt und nicht nach dem allgemeinen ratierlichen Verfahren berechnet.

Was ist der Unterschied zur versicherungsvertraglichen Lösung?

Bei Direktversicherungen und Pensionskassen kann unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen an die Stelle der zeitanteiligen Berechnung die sogenannte versicherungsvertragliche Lösung treten. Maßgeblich ist dann die nach dem Versicherungs- beziehungsweise Versorgungsvertrag zu erbringende Leistung. Das ratierliche Verfahren orientiert sich dagegen an der zugesagten Versorgung und dem Verhältnis der tatsächlichen zur möglichen Betriebszugehörigkeit.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen eines vorzeitigen Ausscheidens bietet unser Beitrag zum Thema betriebliche Altersversorgung. Die gesetzlichen Berechnungsregeln sind in § 2 BetrAVG geregelt.

Synonyme - Quotierungsverfahren, Pro-rata-temporis-Methode, ratierliche Berechnung
Rating

Ein Rating ist eine Bewertung, mit der insbesondere die Kreditwürdigkeit oder finanzielle Stärke eines Unternehmens, eines Staates oder eines Finanzinstruments eingeschätzt wird. Im Versicherungswesen dienen Ratings unter anderem dazu, die wirtschaftliche Stabilität und die Fähigkeit eines Versicherers zur Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen zu beurteilen.

Welche Aufgaben haben Ratingagenturen?

Ratingagenturen analysieren wirtschaftliche und finanzielle Risiken und vergeben auf dieser Grundlage eine Bewertung. Zu den international bekannten Agenturen gehören Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. Im Versicherungsbereich sind außerdem spezialisierte Anbieter wie AM Best tätig.

Bei ihrer Bewertung berücksichtigen die Agenturen unter anderem die Kapitalausstattung, die Ertragslage, die Liquidität, das Risikomanagement und die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten. Die Ergebnisse beruhen auf unterschiedlichen Bewertungsmethoden und sind deshalb nicht immer unmittelbar miteinander vergleichbar.

Wie werden Ratings eingestuft?

Viele Ratingagenturen verwenden Buchstaben- und Zahlenkombinationen zur Einstufung. Bei bestimmten Bonitätsratings steht beispielsweise AAA für eine besonders hohe Kreditwürdigkeit. Niedrigere Bewertungen weisen auf zunehmende Ausfallrisiken hin. Die genaue Bedeutung der einzelnen Ratingstufen hängt jedoch von der jeweiligen Agentur und der Art des Ratings ab.

Ein Rating ist eine fachliche Einschätzung zu einem bestimmten Zeitpunkt und keine Garantie für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Bewertungen können sich verändern, wenn neue Informationen vorliegen oder sich die finanzielle Situation verschlechtert.

Welche Bedeutung haben Ratings für Versicherungsnehmer?

Für Versicherungsnehmer sind insbesondere Finanzstärkeratings interessant. Sie beurteilen, wie gut ein Versicherungsunternehmen voraussichtlich in der Lage ist, seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten zu erfüllen. Solche Bewertungen können bei der Auswahl eines Versicherers eine zusätzliche Orientierung bieten.

Ein gutes Rating bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Versicherer günstige Beiträge, umfassende Leistungen oder besonders kundenfreundliche Vertragsbedingungen bietet. Auch ein wirtschaftlich solides Unternehmen kann Versicherungsprodukte mit erheblichen Leistungseinschränkungen anbieten.

Wie aussagekräftig sind Ratings?

Ratings sollten nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend sind unter anderem die bewertete Gesellschaft, die Art des Ratings, das Bewertungsdatum und die zugrunde liegende Methode. Auch mögliche Interessenkonflikte sind zu berücksichtigen, da Ratings teilweise von den bewerteten Unternehmen beauftragt und bezahlt werden.

Für die Auswahl einer Versicherung sollten deshalb neben der finanziellen Stabilität vor allem die Versicherungsbedingungen, der Leistungsumfang, mögliche Ausschlüsse und die Beiträge berücksichtigt werden. Ein Rating ist eine ergänzende Entscheidungshilfe, ersetzt aber keinen sorgfältigen Versicherungsvergleich.

Synonyme - Ratingagentur, Ratingagenturen, Versichererrating, Finanzstärkerating
Raub

Raub bezeichnet nach § 249 Strafgesetzbuch (StGB) die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache unter Anwendung von Gewalt gegen eine Person oder durch Drohung mit einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben. Die Gewalt oder Drohung muss der Wegnahme dienen. Raub ist ein Verbrechen, das grundsätzlich mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bestraft wird.

Was unterscheidet Raub von Diebstahl?

Beim einfachen Diebstahl werden Gegenstände ohne Einverständnis des Berechtigten weggenommen, ohne dass die für einen Raub erforderliche Gewalt oder Drohung eingesetzt wird. Wird beispielsweise eine Geldbörse unbemerkt aus einer Tasche gezogen, liegt grundsätzlich ein Diebstahl vor. Werden Gegenstände dagegen unter Einsatz körperlicher Gewalt oder durch eine entsprechende Drohung weggenommen, kann Raub vorliegen.

Auch Trickdiebstahl, etwa durch Ablenkung oder Täuschung, ist grundsätzlich kein Raub. Für den Versicherungsschutz ist diese Unterscheidung wichtig, da einfacher Diebstahl und Trickdiebstahl in der üblichen Hausratversicherung nicht generell versichert sind.

Wann zahlt die Hausratversicherung bei Raub?

Die Hausratversicherung deckt Raub üblicherweise als versicherte Gefahr ab. Werden versicherte Gegenstände unter Anwendung von Gewalt gegen eine Person oder durch eine entsprechende Drohung weggenommen, besteht grundsätzlich Versicherungsschutz im Rahmen der vereinbarten Bedingungen.

In üblichen Hausratversicherungsbedingungen können außerdem bestimmte Fälle der Wegnahme bei eingeschränkter Widerstandsfähigkeit versichert sein, etwa wenn die betroffene Person infolge eines Unfalls oder einer anderen nicht selbst verschuldeten Ursache nicht in der Lage ist, Widerstand zu leisten. Diese versicherungsvertragliche Regelung ist vom strafrechtlichen Raubbegriff zu unterscheiden.

Bei versichertem Raub ersetzt die Hausratversicherung den Schaden grundsätzlich auf Neuwertbasis. Für Wertsachen, Bargeld und andere besonders geregelte Gegenstände können allerdings besondere Entschädigungsgrenzen gelten.

Gilt der Versicherungsschutz auch außerhalb der Wohnung?

Über die Außenversicherung kann Hausrat auch außerhalb der versicherten Wohnung geschützt sein, beispielsweise auf Reisen oder während eines vorübergehenden Aufenthalts an einem anderen Ort. Der Versicherungsschutz kann weltweit gelten, ist jedoch an die vertraglichen Voraussetzungen gebunden. Dazu gehören insbesondere Regelungen zur vorübergehenden Aufbewahrung außerhalb der Wohnung sowie mögliche Entschädigungsgrenzen.

Ein unbemerkter Taschendiebstahl ist deshalb nicht allein aufgrund der Außenversicherung gedeckt. Einige Tarife bieten hierfür zusätzliche Leistungen oder besondere Erweiterungen an.

Welche weiteren Versicherungen können helfen?

  • Reisegepäckversicherung: Sie kann bei einem Raub von Reisegepäck leisten. Entscheidend sind die vereinbarten versicherten Gefahren, Ausschlüsse und Entschädigungsgrenzen. Weitere Informationen bietet unser Beitrag zur Reisegepäckversicherung.
  • Private Unfallversicherung: Werden Versicherte bei einem Raubüberfall verletzt, können Leistungen aus der privaten Unfallversicherung infrage kommen. Voraussetzung ist ein versicherter Unfall sowie die Erfüllung der jeweiligen Leistungsvoraussetzungen.
  • Spezielle Wertsachenversicherungen: Für besonders wertvolle Gegenstände kann eine zusätzliche Absicherung bestehen. Ob Raub versichert ist und welche Entschädigungsgrenzen gelten, richtet sich nach dem Vertrag. Hinweise zur Absicherung enthält unsere Fachseite über wertvolle Gegenstände.

Was ist nach einem Raub zu tun?

Nach einem Raub sollten Betroffene zunächst ihre eigene Sicherheit gewährleisten und gegebenenfalls medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Anschließend sind insbesondere folgende Schritte wichtig:

  • Polizei verständigen: Den Vorfall unverzüglich anzeigen und sich nach Möglichkeit das Aktenzeichen geben lassen.
  • Versicherer informieren: Den Schaden zeitnah melden und die vertraglichen Anzeige- und Mitwirkungspflichten beachten.
  • Nachweise sichern: Entwendete Gegenstände auflisten und vorhandene Kaufbelege, Fotos oder andere Eigentumsnachweise zusammenstellen.
  • Zahlungsmittel sperren: Gestohlene Bankkarten und andere gefährdete Zugänge unverzüglich sperren lassen.

Ob und in welcher Höhe die Versicherung leistet, hängt von den vereinbarten Versicherungsbedingungen und den nachweisbaren Umständen des Schadenfalls ab. Die strafrechtliche Einordnung allein entscheidet nicht über den Versicherungsanspruch.

Synonyme - Raubversicherung, Raubüberfall, Versicherungsschutz bei Raub
Rechnungslegung

Die Rechnungslegung bezeichnet die systematische Erfassung, Aufbereitung und Darstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse eines Unternehmens. Bei Versicherungsunternehmen umfasst sie insbesondere die Erstellung des Jahresabschlusses mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie gegebenenfalls weiterer gesetzlich vorgeschriebener Berichte.

Welche Vorschriften gelten für Versicherungsunternehmen?

Für die handelsrechtliche Rechnungslegung deutscher Versicherungsunternehmen gelten insbesondere das Handelsgesetzbuch (HGB) und die Versicherungsunternehmens-Rechnungslegungsverordnung (RechVersV). Sie enthalten besondere Anforderungen an die Gliederung und Bewertung von Vermögenswerten, Verpflichtungen und versicherungstechnischen Rückstellungen.

Bei Konzernabschlüssen, die nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufgestellt werden, ist insbesondere IFRS 17 für die Bilanzierung von Versicherungsverträgen maßgeblich. Dieser Standard hat IFRS 4 ab dem Geschäftsjahr 2023 abgelöst.

Welche Bedeutung haben versicherungstechnische Rückstellungen?

Versicherungstechnische Rückstellungen bilden einen wesentlichen Bestandteil der Rechnungslegung von Versicherern. Sie dienen dazu, Verpflichtungen aus bestehenden Versicherungsverträgen bilanziell zu berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle und – insbesondere in der Lebensversicherung – Deckungsrückstellungen für zukünftige Leistungen.

Die Höhe dieser Rückstellungen hängt von den jeweils anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und Bewertungsannahmen ab. Deshalb können sich handelsrechtliche, internationale und aufsichtsrechtliche Werte unterscheiden.

Was unterscheidet Rechnungslegung und Solvency II?

Die Rechnungslegung nach HGB beziehungsweise IFRS dient insbesondere der Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Das europäische Aufsichtsregelwerk Solvency II verfolgt dagegen vor allem das Ziel, die finanzielle Stabilität und Risikotragfähigkeit von Versicherungsunternehmen zu überwachen. Dafür gelten eigene Bewertungsregeln und Anforderungen an die Eigenmittel.

Warum ist die Rechnungslegung für Versicherungsnehmer wichtig?

Jahresabschlüsse und Geschäftsberichte können Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung, die Kapitalausstattung und die Ertragslage eines Versicherungsunternehmens geben. Einzelne Bilanzkennzahlen reichen jedoch nicht aus, um die Sicherheit eines Versicherers oder die Qualität seiner Versicherungsprodukte abschließend zu beurteilen.

Für Versicherungsnehmer sind deshalb neben den veröffentlichten Unternehmenszahlen auch die Versicherungsbedingungen, der vereinbarte Leistungsumfang und die langfristige finanzielle Leistungsfähigkeit des Versicherers von Bedeutung.

Synonyme - Versicherungsrechnungslegung, Rechnungswesen der Versicherer
Rechnungszins

Der Rechnungszins ist ein Zinssatz, mit dem zukünftige Zahlungsverpflichtungen auf ihren heutigen Wert abgezinst werden. In der Versicherungswirtschaft wird er insbesondere bei der Berechnung der Deckungsrückstellungen von Lebens- und Rentenversicherungen verwendet. Er beeinflusst damit, wie hoch die Rückstellungen für zukünftige Versicherungsleistungen ausfallen.

Vom Rechnungszins zu unterscheiden ist der Höchstrechnungszins. Dieser legt für bestimmte Versicherungsverträge eine gesetzliche Obergrenze für den bei der Berechnung der Deckungsrückstellungen verwendeten Zinssatz fest. Der Rechnungszins ist nicht mit der tatsächlichen Verzinsung der Kapitalanlagen oder der Rendite eines Versicherungsvertrags gleichzusetzen.

Weitere Informationen zu den vertraglichen Leistungen und Garantien finden Sie auf unserer Fachseite zur privaten Rentenversicherung.

Synonyme - Versicherungstechnischer Rechnungszins, Kalkulationszins
Rechtsanwaltsgebühren

Rechtsanwaltsgebühren sind die Vergütung, die ein Rechtsanwalt für seine berufliche Tätigkeit erhält. In Deutschland richtet sich die gesetzliche Vergütung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und dem dazugehörigen Vergütungsverzeichnis. Alternativ können Rechtsanwalt und Mandant unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben eine individuelle Vergütungsvereinbarung treffen. Die tatsächlichen Kosten hängen insbesondere von der Art der Tätigkeit, dem Rechtsgebiet und der jeweiligen Gebührenregelung ab.

Wie werden Rechtsanwaltsgebühren berechnet?

In vielen zivilrechtlichen Angelegenheiten richtet sich die gesetzliche Vergütung nach dem Gegenstandswert beziehungsweise dem Streitwert. Die Höhe der Gebühren ergibt sich aus den gesetzlichen Gebührentabellen und den jeweils anfallenden Gebührentatbeständen. Je nach Tätigkeit können beispielsweise eine Geschäftsgebühr für die außergerichtliche Vertretung oder eine Verfahrens- und Terminsgebühr im Gerichtsverfahren entstehen. In anderen Rechtsgebieten, etwa im Strafrecht, gelten teilweise Betragsrahmengebühren oder besondere Vergütungsregelungen.

Was kostet eine anwaltliche Erstberatung?

Für eine Beratung können Rechtsanwalt und Mandant eine Vergütung vereinbaren. Fehlt eine entsprechende Vereinbarung, gelten die gesetzlichen Vorgaben des § 34 RVG. Bei Verbrauchern darf die Gebühr für ein erstes Beratungsgespräch ohne Vergütungsvereinbarung höchstens 190 Euro zuzüglich gegebenenfalls anfallender Umsatzsteuer betragen. Für eine darüber hinausgehende Beratung beträgt die gesetzliche Höchstgrenze ohne Vergütungsvereinbarung bei Verbrauchern grundsätzlich 250 Euro; dies gilt auch für die Ausarbeitung eines schriftlichen Gutachtens. Die Kosten sollten möglichst vor Beginn der Beratung geklärt werden.

Können Rechtsanwaltsgebühren individuell vereinbart werden?

Ja. Rechtsanwälte können mit ihren Mandanten beispielsweise ein Stundenhonorar oder eine Pauschalvergütung vereinbaren. Dabei müssen die gesetzlichen Anforderungen an Vergütungsvereinbarungen beachtet werden. In gerichtlichen Verfahren gelten zudem besondere Grenzen für die Unterschreitung gesetzlicher Gebühren. Eine vereinbarte Vergütung kann höher ausfallen als die gesetzliche Vergütung. Der darüber hinausgehende Betrag ist nicht automatisch von der Gegenseite oder einer Rechtsschutzversicherung zu erstatten.

Wer muss die Rechtsanwaltsgebühren bezahlen?

Grundsätzlich schuldet der Mandant seinem Rechtsanwalt die vereinbarte oder gesetzliche Vergütung. Ob die Kosten später von einer anderen Partei erstattet werden müssen, hängt vom jeweiligen Verfahren und dessen Ausgang ab. In vielen Zivilprozessen trägt die unterlegene Partei die erstattungsfähigen Prozesskosten. Ausnahmen bestehen beispielsweise in arbeitsgerichtlichen Urteilsverfahren erster Instanz, in denen grundsätzlich kein Anspruch auf Erstattung der eigenen Anwaltskosten durch die Gegenseite besteht.

Übernimmt die Rechtsschutzversicherung Rechtsanwaltsgebühren?

Eine Rechtsschutzversicherung kann bei versicherten Streitigkeiten die gesetzlichen Rechtsanwaltsgebühren im vereinbarten Umfang übernehmen. Voraussetzung ist insbesondere, dass der Rechtsfall unter den Versicherungsschutz fällt. Individuell vereinbarte Honorare oberhalb der gesetzlichen Vergütung werden nicht ohne Weiteres erstattet. Auch eine vertragliche Selbstbeteiligung kann verbleiben. Deshalb sollte vor einer kostenpflichtigen Beauftragung möglichst geklärt werden, ob Versicherungsschutz besteht und welche Gebühren übernommen werden.

Weiterführende Informationen

Welche Kosten bei einem versicherten Rechtsstreit übernommen werden und welche Einschränkungen gelten, erläutert unser Ratgeber zur Rechtsschutzversicherung.

Synonyme - Anwaltsgebühren, Rechtsanwaltskosten, Anwaltskosten