FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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Rentenartfaktor

Der Rentenartfaktor ist ein gesetzlich festgelegter Multiplikator in der Rentenformel. Er bestimmt, in welchem Umfang die persönlichen Entgeltpunkte bei der Berechnung einer bestimmten Rente berücksichtigt werden. Seine Höhe richtet sich nach der jeweiligen Rentenart und deren Sicherungsfunktion. Die gesetzlichen Grundlagen finden sich insbesondere in § 67 SGB VI.

Welche Bedeutung hat der Rentenartfaktor?

Die monatliche Bruttorente wird nach folgender Formel berechnet:

Persönliche Entgeltpunkte × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert = monatliche Bruttorente

Bei einem Rentenartfaktor von 1,0 wird der entsprechende Betrag vollständig berücksichtigt. Bei einem Faktor von 0,5 wird er halbiert. Die persönlichen Entgeltpunkte berücksichtigen bereits den Zugangsfaktor, über den beispielsweise Abschläge wegen eines vorzeitigen Rentenbeginns einfließen.

Wie hoch sind die gesetzlichen Rentenartfaktoren?

In der allgemeinen Rentenversicherung gelten nach § 67 SGB VI insbesondere folgende Faktoren:

Das Sterbevierteljahr umfasst die ersten drei Kalendermonate nach dem Sterbemonat. Bei bestimmten Witwen- und Witwerrenten nach altem Recht gilt für die große Witwen- oder Witwerrente anschließend der Faktor 0,6 statt 0,55. Für die knappschaftliche Rentenversicherung bestehen teilweise abweichende Rentenartfaktoren.

Was unterscheidet Rentenartfaktor und Zugangsfaktor?

Der Rentenartfaktor richtet sich nach der Rentenart. Der Zugangsfaktor berücksichtigt dagegen insbesondere den Zeitpunkt des Rentenbeginns und mögliche Zu- oder Abschläge. Bei einer vorzeitig bezogenen Altersrente kann sich deshalb der Zugangsfaktor vermindern, während der Rentenartfaktor weiterhin 1,0 beträgt.

Ändert sich der Rentenartfaktor bei einer Rentenanpassung?

Nein. Anders als der aktuelle Rentenwert wird der Rentenartfaktor nicht jährlich angepasst. Seine gesetzlich festgelegten Werte können sich nur durch entsprechende Rechtsänderungen verändern.

Weitere Informationen zu den einzelnen Leistungen bieten unsere Fachseiten zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung und zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die gesetzlichen Faktoren sind in § 67 SGB VI geregelt.

Rentenauskunft

Die Rentenauskunft informiert ausführlich über die bisher erworbenen Rentenanwartschaften und die im Versicherungskonto gespeicherten rentenrechtlichen Zeiten. Sie zeigt, welche Altersrenten in Betracht kommen, wann ein Rentenbeginn möglich ist und mit welcher Rentenhöhe nach dem aktuellen Stand gerechnet werden kann. Versicherte erhalten sie grundsätzlich ab dem 55. Lebensjahr alle drei Jahre automatisch und kostenlos.

Welche Informationen enthält die Rentenauskunft?

Die Rentenauskunft enthält einen aktuellen Versicherungsverlauf und eine Darstellung der persönlichen Entgeltpunkte. Sie informiert über die nach geltendem Recht bereits erreichten Rentenwerte sowie über die voraussichtliche Höhe der Regelaltersrente. Außerdem enthält sie Angaben zu möglichen Altersrenten, Anspruchsvoraussetzungen, Altersgrenzen und den Auswirkungen eines vorzeitigen oder späteren Rentenbeginns.

Hinzu kommen Angaben zu möglichen Leistungen bei voller Erwerbsminderung und für Hinterbliebene. Die ausgewiesenen Beträge beruhen auf den gespeicherten Versicherungszeiten und den jeweils zugrunde gelegten Berechnungsannahmen. Prognosen sind deshalb von bereits erworbenen Rentenanwartschaften zu unterscheiden.

Warum sollte der Versicherungsverlauf geprüft werden?

Der Versicherungsverlauf dokumentiert die im Versicherungskonto gespeicherten rentenrechtlichen Zeiten. Dazu gehören beispielsweise Beschäftigungszeiten, Kindererziehungszeiten und weitere für die Rente relevante Zeiten.

Fehlende oder fehlerhafte Einträge können sich auf die spätere Rentenhöhe oder die Erfüllung von Wartezeiten auswirken. Versicherte sollten ihren Versicherungsverlauf deshalb sorgfältig prüfen und bei Unstimmigkeiten eine Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung veranlassen.

Was unterscheidet Rentenauskunft und Renteninformation?

Die Renteninformation wird grundsätzlich ab dem 27. Lebensjahr jährlich versandt, wenn die allgemeine Wartezeit erfüllt ist. Sie gibt einen kompakten Überblick über die bisher erworbenen Rentenanwartschaften und die voraussichtliche Rentenhöhe.

Nach Vollendung des 55. Lebensjahres wird sie alle drei Jahre durch die ausführlichere Rentenauskunft ersetzt. Der regelmäßige Versand endet, sobald eine Rente aus eigener Versicherung gezahlt wird, spätestens jedoch mit Erreichen der Regelaltersgrenze. Für bestimmte Rentenbeziehende bestehen besondere Auskunftsmöglichkeiten auf Antrag.

Ist die Rentenauskunft verbindlich?

Die Rentenauskunft selbst ist grundsätzlich kein verbindlicher Rentenbescheid. Ihre Angaben beruhen auf dem geltenden Recht und den im Versicherungskonto gespeicherten Daten. Spätere Rechtsänderungen oder Berichtigungen des Versicherungskontos können sich deshalb auf den tatsächlichen Rentenanspruch und die Rentenhöhe auswirken.

Gegen die Rentenauskunft als solche kann grundsätzlich kein Widerspruch eingelegt werden. Bereits durch einen gesonderten Bescheid verbindlich festgestellte Versicherungszeiten sind davon zu unterscheiden. Werden Fehler festgestellt, sollte eine Überprüfung des Versicherungskontos veranlasst werden.

Kann die Rentenauskunft früher oder online angefordert werden?

Ja. Bei berechtigtem Interesse kann eine Rentenauskunft auch vor dem 55. Lebensjahr oder in kürzeren Abständen erteilt werden. Sie lässt sich kostenlos über die Online-Services der Deutschen Rentenversicherung anfordern. Dort kann auch ein Versicherungsverlauf angefordert werden.

Wer eine vorgezogene Altersrente plant, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen zusätzlich eine Auskunft darüber beantragen, welche Beitragszahlung zum vollständigen oder teilweisen Ausgleich der voraussichtlichen Rentenminderung erforderlich wäre.

Welche Bedeutung hat die Rentenauskunft für die Altersvorsorge?

Die Rentenauskunft hilft, die voraussichtlichen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung einzuschätzen. Dabei ist zu beachten, dass eine ausgewiesene Bruttorente nicht dem später verfügbaren Nettoeinkommen entspricht. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern können den tatsächlich verfügbaren Betrag vermindern. Die künftige Belastung steht zum Zeitpunkt der Auskunft noch nicht endgültig fest.

Die Angaben können als Grundlage dienen, um den Bedarf an ergänzender betrieblicher Altersvorsorge oder privater Altersvorsorge einzuschätzen.

Weitere Informationen bietet unsere Fachseite zur gesetzlichen Rentenversicherung. Hinweise zur Beantragung einer Rente finden Sie unter Leistungen der Rentenversicherung beantragen. Die gesetzlichen Grundlagen der Rentenauskunft sind in § 109 SGB VI geregelt.

Rentenbarwert

Der Rentenbarwert ist der auf einen bestimmten Bewertungszeitpunkt berechnete Wert einer Folge zukünftiger regelmäßiger Zahlungen. Er ist eine finanzmathematische Rechengröße und keine eigene Rentenart oder ein Altersvorsorgeprodukt. Mit ihm lässt sich beispielsweise ermitteln, welchem heutigen Kapitalwert eine Reihe zukünftiger Rentenzahlungen unter bestimmten Berechnungsannahmen entspricht.

Wie wird der Rentenbarwert berechnet?

Zukünftige Zahlungen werden auf den Bewertungszeitpunkt abgezinst. Der Rentenbarwert hängt insbesondere von der Höhe und Anzahl der Zahlungen, ihren Fälligkeitsterminen und dem verwendeten Rechnungszins ab. Bei unveränderten positiven Zahlungen führt ein höherer Rechnungszins grundsätzlich zu einem niedrigeren Barwert.

Bei gleichbleibenden Zahlungen kann ein Rentenbarwertfaktor verwendet werden. Dieser berücksichtigt unter anderem die Laufzeit, den Zinssatz und die Zahlungsweise und wird mit dem regelmäßigen Zahlungsbetrag multipliziert.

Was unterscheidet vorschüssige und nachschüssige Zahlungen?

Bei einer vorschüssigen Rente erfolgt die Zahlung zu Beginn einer Zahlungsperiode, bei einer nachschüssigen Rente am Ende. Da vorschüssige Zahlungen früher fällig werden, haben sie bei gleicher Höhe, Laufzeit und positivem Rechnungszins einen höheren Barwert.

Wie wird der Rentenbarwert einer lebenslangen Rente bestimmt?

Bei einer befristeten Rente mit festgelegten Zahlungsterminen stehen Anzahl und Zeitpunkt der vorgesehenen Zahlungen fest. Bei einer lebenslangen Rente ist dagegen ungewiss, wie viele Zahlungen tatsächlich erfolgen.

Deshalb werden bei der versicherungsmathematischen Bewertung zusätzlich biometrische Rechnungsgrundlagen berücksichtigt. Insbesondere fließen die Überlebenswahrscheinlichkeiten für die jeweiligen Zahlungstermine in die Berechnung ein. Der Rentenbarwert ergibt sich aus den entsprechend gewichteten und abgezinsten zukünftigen Zahlungen.

Wo wird der Rentenbarwert verwendet?

Rentenbarwerte werden unter anderem bei der Bewertung zukünftiger Leistungen aus einer privaten Rentenversicherung oder der betrieblichen Altersvorsorge verwendet. Sie spielen beispielsweise bei der versicherungsmathematischen Bewertung und Bilanzierung von Versorgungsverpflichtungen eine Rolle.

Ist der Rentenbarwert mit dem Rentenfaktor oder Vertragsguthaben identisch?

Nein. Der Rentenbarwert beschreibt den rechnerischen Wert zukünftiger Zahlungen. Der Rentenfaktor einer privaten Rentenversicherung dient dagegen der Umrechnung eines bestimmten Kapitals in eine monatliche Rente. Auch mit dem angesparten Vertragsguthaben oder einem tatsächlich auszahlbaren Kapitalbetrag ist der Rentenbarwert nicht ohne Weiteres gleichzusetzen.

Rentenbeginn

Der Rentenbeginn bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem ein Rentenanspruch für einen bestimmten Zeitraum besteht und die Rente geleistet wird. In der gesetzlichen Rentenversicherung hängt er insbesondere von der Rentenart, den erfüllten Anspruchsvoraussetzungen und dem Zeitpunkt der Antragstellung ab. Der Rentenbeginn ist nicht mit dem Renteneintrittsalter oder dem tatsächlichen Zahlungseingang gleichzusetzen.

Wann beginnt eine gesetzliche Altersrente?

Eine Altersrente kann frühestens beginnen, wenn die Voraussetzungen der jeweiligen Rentenart erfüllt sind. Dazu gehören insbesondere das Erreichen der maßgeblichen Altersgrenze und die erforderliche Wartezeit. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. Andere Altersrenten können unter bestimmten Voraussetzungen früher beginnen.

Welche Altersrenten zu welchem Zeitpunkt in Anspruch genommen werden können, erläutert unsere Fachseite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Kann eine Altersrente früher oder später beginnen?

Bestimmte Altersrenten können bereits vor der Regelaltersgrenze bezogen werden. Je nach Rentenart kann dies zu dauerhaften Rentenabschlägen führen. Andere Altersrenten ermöglichen einen abschlagsfreien Beginn vor der Regelaltersgrenze, sobald ihre besonderen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Regelaltersrente muss nicht unmittelbar mit Erreichen der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden. Wird sie darüber hinaus aufgeschoben, erhöht sich die spätere Rente unter den gesetzlichen Voraussetzungen um 0,5 Prozent für jeden Monat des Aufschubs. Weitere rentenversicherungspflichtige Beiträge können die Rente zusätzlich erhöhen. Eine allgemeine gesetzliche Verpflichtung, spätestens mit 70 Jahren die Regelaltersrente zu beziehen, besteht nicht.

Welche Bedeutung hat der Rentenantrag?

Gesetzliche Renten werden grundsätzlich nur auf Antrag geleistet. Für Renten aus eigener Versicherung gilt nach § 99 SGB VI: Wird der Antrag spätestens bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach Ablauf des Monats gestellt, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt wurden, beginnt die Rente grundsätzlich mit dem Kalendermonat, zu dessen Beginn sämtliche Voraussetzungen vorliegen. Bei späterer Antragstellung beginnt sie grundsätzlich erst mit dem Antragsmonat.

Eine verspätete Antragstellung kann deshalb dazu führen, dass Rentenzahlungen für zurückliegende Monate nicht mehr beansprucht werden können. Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt, den Antrag etwa drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn zu stellen. Weitere Hinweise enthält unsere Fachseite Leistungen der Rentenversicherung beantragen.

Gelten für alle gesetzlichen Renten dieselben Regeln?

Nein. Für Renten wegen Erwerbsminderung und für Hinterbliebenenrenten gelten teilweise besondere Vorschriften zum Rentenbeginn. Beispielsweise kann eine befristete Erwerbsminderungsrente grundsätzlich erst mit Beginn des siebten Kalendermonats nach Eintritt der Erwerbsminderung beginnen. Bei Hinterbliebenenrenten bestehen besondere Regelungen zur rückwirkenden Leistung.

Was bedeutet Rentenbeginn bei einer privaten Rentenversicherung?

Bei einer privaten Rentenversicherung richtet sich der Rentenbeginn nach dem Versicherungsvertrag. Je nach Tarif kann der vereinbarte Zeitpunkt innerhalb bestimmter Grenzen vorverlegt oder hinausgeschoben werden. Eine solche Änderung kann sich auf die Höhe der späteren Rentenzahlung auswirken.

Was unterscheidet Rentenbeginn und Renteneintrittsalter?

Das Renteneintrittsalter beschreibt das Lebensalter, ab dem eine bestimmte Altersrente in Anspruch genommen werden kann. Der Rentenbeginn bezeichnet dagegen den konkreten Zeitpunkt, ab dem die jeweilige Rente rechtlich beginnt. Beide Zeitpunkte können zusammenfallen, müssen es aber nicht.

Weitere Grundlagen bietet unsere Fachseite zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die gesetzlichen Regelungen zum Rentenbeginn finden sich insbesondere in § 99 SGB VI.

Rentenbeitrag

Als Rentenbeitrag werden die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bezeichnet. Sie dienen der Finanzierung der gesetzlichen Renten und weiterer Versicherungsleistungen. Durch Beitragszahlungen können Versicherte Rentenanwartschaften erwerben und Versicherungszeiten zurücklegen, die für spätere Leistungsansprüche von Bedeutung sind.

Wie wird der Rentenbeitrag berechnet?

Bei versicherungspflichtigen Beschäftigten richtet sich der Rentenbeitrag grundsätzlich nach dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt. Auf dieses wird der gesetzliche Beitragssatz angewendet. Beiträge werden jedoch nur bis zur jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze erhoben. Einkommen oberhalb dieser Grenze erhöht den Rentenversicherungsbeitrag nicht weiter.

Wer trägt die Rentenbeiträge?

Bei versicherungspflichtigen Arbeitnehmern tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge zur allgemeinen Rentenversicherung grundsätzlich jeweils zur Hälfte. Der Arbeitnehmeranteil wird vom Arbeitsentgelt einbehalten und zusammen mit dem Arbeitgeberanteil abgeführt.

Für bestimmte Beschäftigungsformen, insbesondere Minijobs, gelten abweichende Regelungen. Auch bei versicherungspflichtigen Selbstständigen bestehen besondere Vorschriften zur Beitragsberechnung und Beitragstragung. Weitere Informationen bietet unsere Fachseite zur gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige.

Wie wirken sich Rentenbeiträge auf die spätere Rente aus?

Aus dem versicherten Einkommen werden grundsätzlich Entgeltpunkte für die spätere Rentenberechnung ermittelt. Maßgeblich ist dabei insbesondere das Verhältnis des versicherten Jahreseinkommens zum Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch weitere rentenrechtliche Zeiten können für Rentenansprüche von Bedeutung sein.

Die Beiträge werden nicht auf einem persönlichen Sparkonto angesammelt. Die gesetzliche Rentenversicherung wird überwiegend im Umlageverfahren finanziert. Laufende Beiträge dienen daher im Wesentlichen der Finanzierung der laufenden Renten und weiterer Leistungen. Ergänzend fließen Mittel des Bundes in das System.

Können auch freiwillige Rentenbeiträge gezahlt werden?

Wer nicht bereits rentenversicherungspflichtig ist, kann sich unter den gesetzlichen Voraussetzungen freiwillig versichern. Freiwillig Versicherte können innerhalb der geltenden Grenzen die Beitragshöhe und die Anzahl der monatlichen Beiträge selbst bestimmen.

Freiwillige Beiträge können die spätere Altersrente erhöhen und zur Erfüllung bestimmter Wartezeiten beitragen. Sie begründen oder erhalten jedoch nicht automatisch einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Entscheidend sind die jeweiligen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen.

Sind Beiträge zur privaten Altersvorsorge ebenfalls Rentenbeiträge?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird auch bei privaten Rentenversicherungen oder der betrieblichen Altersvorsorge von Rentenbeiträgen gesprochen. Diese vertraglichen Zahlungen sind jedoch von den Sozialversicherungsbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung zu unterscheiden. Ihre Höhe und Verwendung richten sich nach der jeweiligen Vorsorgeform beziehungsweise den Vertragsbedingungen.

Weitere Informationen zu den gesetzlichen Beitrags- und Leistungsregelungen bietet unsere Fachseite zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Synonyme - Rentenbeiträge
Rentenbescheid

Der Rentenbescheid ist die Entscheidung der Deutschen Rentenversicherung über einen Rentenantrag. Er wird als Verwaltungsakt erlassen und legt bei einer Bewilligung insbesondere die Rentenart, den Rentenbeginn, die Rentenhöhe und gegebenenfalls die Rentendauer fest. Auch die Ablehnung eines Rentenantrags erfolgt durch einen Bescheid. Anders als die Renteninformation oder Rentenauskunft enthält der Rentenbescheid eine rechtlich verbindliche Entscheidung über einen konkreten Rentenanspruch.

Wann erhält man einen Rentenbescheid?

Ein Rentenbescheid wird nach der Entscheidung über einen Rentenantrag erteilt. Das betrifft beispielsweise Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und Hinterbliebenenrenten. Bei einer Ablehnung werden die Gründe für die Entscheidung mitgeteilt.

Welche Angaben enthält der Rentenbescheid?

Bei einer bewilligten Rente enthält der Bescheid insbesondere Angaben zur Rentenart, zum Rentenbeginn und zur Rentenhöhe. Bei befristeten Renten wird auch die Dauer der Bewilligung angegeben. Die beigefügten Berechnungsunterlagen zeigen, welche rentenrechtlichen Zeiten und Entgeltpunkte berücksichtigt wurden und wie sich die Rente zusammensetzt.

Soweit einschlägig, enthält der Bescheid außerdem Angaben zu Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie zum auszuzahlenden Rentenbetrag.

Was sollte beim Rentenbescheid geprüft werden?

Besonders wichtig sind die persönlichen Daten, die bewilligte Rentenart, der Rentenbeginn und die berücksichtigten Versicherungszeiten. Auch fehlende Beschäftigungs-, Kindererziehungs- oder Pflegezeiten sowie mögliche Rentenabschläge können für die Rentenhöhe entscheidend sein.

Bei Unklarheiten bietet die Deutsche Rentenversicherung kostenlose Auskünfte und Beratung an. Eine ausführliche Anleitung bietet außerdem unser Blogartikel Rentenbescheid prüfen, Widerspruch einlegen und mehr Rente erhalten.

Kann gegen einen Rentenbescheid Widerspruch eingelegt werden?

Ja. Wer mit der Entscheidung nicht einverstanden ist, kann Widerspruch einlegen. Bei Bekanntgabe im Inland beträgt die Frist grundsätzlich einen Monat, bei Bekanntgabe im Ausland grundsätzlich drei Monate. Voraussetzung für diese Fristen ist insbesondere eine ordnungsgemäße Rechtsbehelfsbelehrung. Fehlt diese oder ist sie fehlerhaft, können andere Fristen gelten.

Der Widerspruch muss fristgerecht in einer gesetzlich zulässigen Form eingelegt werden. Eine ausführliche Begründung kann grundsätzlich nachgereicht werden. Wird dem Widerspruch nicht abgeholfen, entscheidet die Rentenversicherung durch Widerspruchsbescheid. Dagegen kann innerhalb der gesetzlichen Frist Klage beim Sozialgericht erhoben werden.

Kann ein bestandskräftiger Rentenbescheid noch korrigiert werden?

Auch nach Ablauf der Widerspruchsfrist kann ein Rentenbescheid unter den gesetzlichen Voraussetzungen überprüft werden. Insbesondere ermöglicht § 44 SGB X die Überprüfung und gegebenenfalls Rücknahme eines rechtswidrigen Verwaltungsakts.

Eine rückwirkende Korrektur führt allerdings nicht zwangsläufig zu einer unbegrenzten Rentennachzahlung. Nachzahlungen sind bei einer Rücknahme nach § 44 SGB X grundsätzlich auf einen gesetzlich bestimmten Zeitraum begrenzt. Vermutete Fehler sollten deshalb möglichst früh geklärt werden.

Was unterscheidet Rentenbescheid und Renteninformation?

Die Renteninformation gibt einen unverbindlichen Überblick über bisher erworbene Rentenanwartschaften und die voraussichtliche spätere Rentenhöhe. Die Rentenauskunft enthält zusätzliche Einzelheiten. Beide Dokumente entscheiden jedoch nicht über einen konkreten Rentenantrag. Diese Entscheidung erfolgt durch den Rentenbescheid, der nach Ablauf der maßgeblichen Rechtsbehelfsfrist bestandskräftig werden kann.

Weitere Informationen zur Antragstellung bietet unsere Fachseite Leistungen der Rentenversicherung beantragen. Einen Überblick über die verschiedenen Leistungen finden Sie unter Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Synonyme - Rentenbewilligungsbescheid, Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung, Rentenbewilligung, Bescheid über die gesetzliche Rente
Rentendeckungsverfahren

Das Rentendeckungsverfahren ist ein kapitalgedecktes Finanzierungsverfahren für Rentenleistungen. Dabei wird Deckungskapital für bereits entstandene Rentenverpflichtungen bereitgestellt, aus dem die zukünftigen Rentenzahlungen finanziert werden sollen. Kennzeichnend ist, dass die Kapitalbereitstellung auf die Rentenleistungsphase ausgerichtet ist.

Wie funktioniert das Rentendeckungsverfahren?

Beim Rentendeckungsverfahren wird ermittelt, welches Kapital zur Finanzierung der voraussichtlich noch zu zahlenden Renten benötigt wird. Eine wichtige Berechnungsgrundlage ist der Rentenbarwert. Er berücksichtigt insbesondere die erwarteten Zahlungen und deren Abzinsung mit einem Rechnungszins.

Bei lebenslangen Renten fließen zusätzlich biometrische Rechnungsgrundlagen ein, insbesondere die Überlebenswahrscheinlichkeiten für die jeweiligen Zahlungstermine. Das erforderliche Deckungskapital hängt damit von den zugrunde gelegten versicherungsmathematischen Annahmen ab.

Was unterscheidet Rentendeckungs- und Anwartschaftsdeckungsverfahren?

Beim Rentendeckungsverfahren wird das erforderliche Kapital grundsätzlich für Rentenverpflichtungen in der Leistungsphase bereitgestellt. Beim Anwartschaftsdeckungsverfahren beginnt die Kapitalbildung dagegen bereits während der Anwartschaftsphase, also vor dem Beginn der späteren Rentenzahlungen.

Beide Verfahren gehören zur Kapitaldeckung. Sie unterscheiden sich insbesondere darin, zu welchem Zeitpunkt Kapital für die zukünftigen Leistungen aufgebaut beziehungsweise bereitgestellt wird.

Wie unterscheidet sich das Rentendeckungsverfahren vom Umlageverfahren?

Beim Umlageverfahren werden laufende Einnahmen im Wesentlichen zur Finanzierung der laufenden Leistungen verwendet. Anders als bei einem kapitalgedeckten Verfahren wird grundsätzlich kein vollständiges Deckungskapital für die zukünftigen Rentenverpflichtungen angesammelt.

Nach diesem Grundprinzip funktioniert die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland. Die Versicherten erwerben gesetzlich geregelte Rentenanwartschaften, ohne dass ihre Beiträge auf einem persönlichen Kapitalkonto für die eigene spätere Rente angespart werden.

Wo werden kapitalgedeckte Finanzierungsverfahren eingesetzt?

Kapitalgedeckte Finanzierungsverfahren spielen insbesondere bei privaten Rentenversicherungen und in Teilen der betrieblichen Altersversorgung eine Rolle. Auch bei der privaten Altersvorsorge kann Kapital für spätere Rentenleistungen aufgebaut werden.

Dabei ist zwischen dem allgemeinen Prinzip der Kapitaldeckung und dem konkreten Finanzierungsverfahren zu unterscheiden. Nicht jedes kapitalgedeckte Altersvorsorgeprodukt wird nach dem Rentendeckungsverfahren finanziert.

Renteneintrittsalter

Das Renteneintrittsalter bezeichnet das Lebensalter, in dem eine Person eine Altersrente in Anspruch nimmt. In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es dafür keine einheitliche Altersgrenze. Entscheidend sind insbesondere das Geburtsjahr, die jeweilige Rentenart und die erfüllten Versicherungszeiten. Vom tatsächlichen Renteneintrittsalter ist die gesetzliche Regelaltersgrenze zu unterscheiden.

Wann liegt die Regelaltersgrenze?

Die Regelaltersgrenze wird schrittweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt sie nach geltendem Recht bei 67 Jahren. Für frühere Jahrgänge gelten Übergangsregelungen. Voraussetzung für die Regelaltersrente ist außerdem die Erfüllung der allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren.

Kann man bereits mit 63 Jahren in Rente gehen?

Ja, wenn die Voraussetzungen der Altersrente für langjährig Versicherte erfüllt sind. Dafür werden grundsätzlich mindestens 35 Jahre mit anrechenbaren rentenrechtlichen Zeiten benötigt. Diese Altersrente kann frühestens ab 63 Jahren bezogen werden, allerdings gegebenenfalls mit dauerhaften Abschlägen.

Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die abschlagsfreie Altersgrenze dieser Rentenart bei 67 Jahren. Bei einem Rentenbeginn mit 63 Jahren beträgt der Abschlag daher 14,4 Prozent. Er ergibt sich aus einer Rentenminderung von 0,3 Prozent für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme.

Was bedeutet die sogenannte „Rente mit 63“?

Die Bezeichnung „Rente mit 63“ wird häufig für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte verwendet. Sie setzt grundsätzlich eine Wartezeit von 45 Jahren voraus. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die abschlagsfreie Altersgrenze bei 65 Jahren.

Diese Altersrente kann nicht noch früher gegen Abschläge in Anspruch genommen werden. Die Bezeichnung „Rente mit 63“ ist deshalb für jüngere Geburtsjahrgänge missverständlich.

Welche Altersgrenzen gelten für schwerbehinderte Menschen?

Für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen gelten besondere Voraussetzungen. Erforderlich sind insbesondere ein Grad der Behinderung von mindestens 50 bei Rentenbeginn und eine Wartezeit von 35 Jahren.

Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 können diese Altersrente ab 65 Jahren abschlagsfrei beziehen. Ein vorzeitiger Beginn ist bereits ab 62 Jahren möglich, dann allerdings mit dauerhaften Abschlägen von bis zu 10,8 Prozent. Ein höherer Grad der Behinderung führt nicht zu einer weiteren Absenkung dieser Altersgrenzen.

Gelten für Bergleute besondere Altersgrenzen?

Für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute besteht eine besondere Altersrente. Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 können diese grundsätzlich ab 62 Jahren erhalten, wenn sie die erforderliche Wartezeit von 25 Jahren mit den hierfür maßgeblichen knappschaftlichen Zeiten erfüllen.

Kann der Renteneintritt früher oder später erfolgen?

Ein vorzeitiger Renteneintritt ist nur innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten der jeweiligen Rentenart zulässig. Dabei können dauerhafte Abschläge entstehen. Umgekehrt muss die Regelaltersrente nicht unmittelbar bei Erreichen der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden.

Wird die Regelaltersrente über die Regelaltersgrenze hinaus aufgeschoben, erhöht sich die spätere Rente unter den gesetzlichen Voraussetzungen um 0,5 Prozent je Monat. Weitere rentenversicherungspflichtige Beiträge können die Rentenhöhe zusätzlich beeinflussen.

Das Renteneintrittsalter beschreibt somit das Lebensalter beim Eintritt in die Altersrente. Der Rentenbeginn bezeichnet dagegen den konkreten rechtlichen Beginn der Rentenleistung. Dieser hängt auch von der Antragstellung ab.

Welche Änderungen beim Renteneintrittsalter werden für die Zukunft vorgeschlagen?

Die Alterssicherungskommission hat im Juni 2026 Empfehlungen für eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt. Diese Vorschläge sind bislang nicht mit geltendem Recht gleichzusetzen. Für die persönliche Rentenplanung bleiben die jeweils gesetzlich festgelegten Altersgrenzen maßgeblich.

Die Kommission empfiehlt, die Regelaltersgrenze nach 2031 bei weiter steigender Lebenserwartung schrittweise anzupassen. Nach den zugrunde gelegten Modellannahmen könnte sie zwischen 2031 und 2041 um etwa sechs Monate von 67 auf 67 Jahre und sechs Monate steigen. Die tatsächliche Entwicklung wäre von der künftigen Lebenserwartung und der gesetzlichen Ausgestaltung abhängig.

Außerdem empfiehlt die Kommission, das frühestmögliche Renteneintrittsalter für langjährig Versicherte mit mindestens 35 Versicherungsjahren zunächst von 63 auf 64 Jahre anzuheben. Die bisherige abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte mit 45 Versicherungsjahren soll in ihrer heutigen Form abgeschafft werden. Stattdessen werden besondere Schutzregelungen für gesundheitlich belastete langjährige Beitragszahler vorgeschlagen.

Ob, wann und in welcher Form diese Empfehlungen gesetzlich umgesetzt werden, hängt von weiteren politischen und gesetzgeberischen Entscheidungen ab. Einzelheiten enthält der Bericht zur Alterssicherungskommission 2026 beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Die geltenden Altersgrenzen und Anspruchsvoraussetzungen erläutert unsere Fachseite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung. Weitere Grundlagen finden Sie unter gesetzliche Rentenversicherung.

Synonyme - Rentenzugangsalter
Rentenfaktor

Der Rentenfaktor gibt bei einer privaten Rentenversicherung an, wie viel monatliche Rente aus einem bestimmten Vertragsguthaben entsteht. Üblicherweise wird er als monatlicher Rentenbetrag je 10.000 Euro Kapital angegeben. Er ist besonders bei fondsgebundenen Rentenversicherungen wichtig, spielt aber auch bei anderen Formen der privaten Altersvorsorge eine Rolle.

In der gesetzlichen Rentenversicherung wird gelegentlich ebenfalls vom Rentenfaktor gesprochen. Dort ist allerdings der Rentenartfaktor gemeint, der eine andere Funktion erfüllt.

Wie wird die monatliche Rente mit dem Rentenfaktor berechnet?

Bei einer privaten Rentenversicherung lässt sich die monatliche Rente anhand des Rentenfaktors und des zum Rentenbeginn für die Verrentung verfügbaren Kapitals berechnen:

Monatliche Rente = (Verrentungskapital ÷ 10.000) × Rentenfaktor

Beispiel: Bei einem Vertragsguthaben von 100.000 Euro und einem Rentenfaktor von 26 Euro je 10.000 Euro Kapital ergibt sich eine monatliche Rente von 260 Euro. Voraussetzung ist, dass die gesamten 100.000 Euro für die Verrentung zur Verfügung stehen. Mögliche Überschussleistungen sind dabei nicht berücksichtigt.

Je höher der maßgebliche Rentenfaktor bei gleichem Kapital ist, desto höher fällt grundsätzlich die monatliche Rente aus.

Wovon hängt der Rentenfaktor ab?

Der Rentenfaktor wird anhand versicherungsmathematischer Rechnungsgrundlagen kalkuliert. Wesentliche Einflussgrößen sind die angenommene Lebenserwartung, der Rechnungszins, das Alter bei Rentenbeginn und die einkalkulierten Kosten. Auch vereinbarte Hinterbliebenenleistungen oder Rentengarantiezeiten können seine Höhe beeinflussen.

Eine höhere angenommene Lebenserwartung oder ein niedrigerer Rechnungszins können bei ansonsten unveränderten Bedingungen zu einem niedrigeren Rentenfaktor führen. Denn der Versicherer muss die lebenslange Rentenzahlung auch dann sicherstellen, wenn die versicherte Person deutlich länger lebt als statistisch erwartet.

Der gesetzlich festgelegte Höchstrechnungszins ist dabei nicht mit dem individuell verwendeten Rechnungszins oder einer garantierten Verzinsung des Vertrags gleichzusetzen.

Was ist ein garantierter Rentenfaktor?

Ein garantierter Rentenfaktor legt fest, mit welchem Mindestfaktor das vertraglich dafür vorgesehene Kapital bei Rentenbeginn in eine monatliche Rente umgerechnet wird. Besonders bei fondsgebundenen Rentenversicherungen ist diese Garantie wichtig, weil die Höhe des späteren Vertragsguthabens bei Vertragsabschluss noch nicht feststeht.

Ein garantierter Rentenfaktor bedeutet allerdings nicht, dass bereits eine bestimmte Rentenhöhe feststeht. Diese hängt auch davon ab, welches Kapital tatsächlich für die Verrentung zur Verfügung steht und auf welche Kapitalbestandteile die Garantie angewendet wird.

Was ist der Unterschied zwischen garantiertem und aktuellem Rentenfaktor?

Der garantierte Rentenfaktor wird nach Maßgabe des Vertrags zugesagt. Daneben kann ein Versicherer zum Rentenbeginn einen Rentenfaktor anhand der dann maßgeblichen Rechnungsgrundlagen ermitteln. Dieser wird häufig als aktueller Rentenfaktor bezeichnet.

Manche Verträge sehen eine Günstigerprüfung vor. Dabei wird geprüft, ob der neu ermittelte Rentenfaktor höher ist als der garantierte Wert. In diesem Fall kann der günstigere Faktor zur Anwendung kommen. Ein solcher Vergleich ist jedoch nicht bei jedem Vertrag vorgesehen. Entscheidend sind die Versicherungsbedingungen.

Was bedeuten harter und weicher garantierter Rentenfaktor?

In der Versicherungspraxis wird teilweise zwischen einem harten und einem weichen garantierten Rentenfaktor unterschieden. Dabei handelt es sich nicht um gesetzlich festgelegte Begriffe, sondern um Bezeichnungen für unterschiedliche vertragliche Garantiezusagen.

Bei einem harten garantierten Rentenfaktor ist eine nachträgliche Herabsetzung des zugesagten Faktors nach den vertraglichen Regelungen grundsätzlich nicht vorgesehen. Ein weicher garantierter Rentenfaktor ist dagegen mit einer Anpassungsregelung verbunden, die unter bestimmten Voraussetzungen eine Veränderung ermöglichen soll.

Ob eine solche Anpassung tatsächlich zulässig ist, hängt von der konkreten Klausel und den gesetzlichen Anforderungen ab. Insbesondere lässt sich aus § 163 VVG kein allgemeines Recht ableiten, einen garantierten Rentenfaktor beliebig herabzusetzen.

Kann ein Versicherer den Rentenfaktor nachträglich senken?

Ob ein Versicherer einen vereinbarten Rentenfaktor nachträglich verändern darf, richtet sich nach den Vertragsbedingungen und der Wirksamkeit der jeweiligen Anpassungsklausel.

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 10. Dezember 2025 (IV ZR 34/25) eine Klausel in einer fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung für unwirksam erklärt. Sie erlaubte eine Herabsetzung des Rentenfaktors bei ungünstiger Entwicklung der Rechnungsgrundlagen, ohne den Versicherer bei einer späteren Verbesserung zu einer entsprechenden Wiederanhebung zu verpflichten.

Das Urteil bedeutet nicht, dass jede vertragliche Anpassung eines Rentenfaktors unzulässig ist. Entscheidend bleibt die konkrete Vertragsgestaltung. Weitere Hintergründe erläutert der Blogbeitrag BGH: Kürzungsklausel im Riester-Rentenvertrag unwirksam.

Ist ein hoher Rentenfaktor automatisch besser?

Bei gleichem Vertragsguthaben und vergleichbaren Rentenleistungen führt ein höherer Rentenfaktor zu einer höheren monatlichen Rente. Für die Beurteilung einer privaten Rentenversicherung reicht dieser Wert allein jedoch nicht aus.

Ebenso wichtig sind das voraussichtlich aufgebaute Kapital, Abschluss- und Verwaltungskosten, Kapitalanlage, Garantien, Überschussregelungen und vereinbarte Zusatzleistungen. Ein Tarif mit einem höheren Rentenfaktor muss deshalb nicht zwangsläufig die höhere spätere Rente bieten.

Beim Vergleich sollte außerdem geprüft werden, ob sich die angegebenen Rentenfaktoren auf dieselbe Kapitalbasis beziehen und welche Leistungen in der Rentenphase enthalten sind.

Bei welchen Rentenversicherungen ist der Rentenfaktor wichtig?

Besondere Bedeutung hat der Rentenfaktor bei der fondsgebundenen Rentenversicherung. Er kann aber auch bei anderen Formen der privaten Altersvorsorge, bei der Riester-Rente, der Basisrente sowie bei bestimmten versicherungsförmigen Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge eine Rolle spielen.

Nicht jede Rentenversicherung weist einen eigenständigen Rentenfaktor aus. Bei manchen Tarifen wird die garantierte Rentenhöhe unmittelbar vertraglich festgelegt.

Was bedeutet der Rentenfaktor in der gesetzlichen Rentenversicherung?

In der gesetzlichen Rentenversicherung wird mit Rentenfaktor gelegentlich der Rentenartfaktor bezeichnet. Dieser berücksichtigt innerhalb der gesetzlichen Rentenformel, welche Art von Rente gezahlt wird.

Bei Altersrenten und Renten wegen voller Erwerbsminderung beträgt der Rentenartfaktor in der allgemeinen Rentenversicherung 1,0, bei Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung 0,5. Die gesetzliche Grundlage bildet § 67 SGB VI. Für die knappschaftliche Rentenversicherung gelten besondere Faktoren.

Die monatliche gesetzliche Bruttorente wird anhand der persönlichen Entgeltpunkte, des Rentenartfaktors und des aktuellen Rentenwerts berechnet. In den persönlichen Entgeltpunkten ist der Zugangsfaktor bereits berücksichtigt. Einkommen und Versicherungszeiten beeinflussen insbesondere die Entgeltpunkte, während Zu- und Abschläge beim Rentenbeginn über den Zugangsfaktor berücksichtigt werden. Weitere Informationen bietet die Fachseite zu den gesetzlichen Rentenarten.

Was ist der Unterschied zwischen Rentenfaktor und Rentenartfaktor?

Der private Rentenfaktor dient der Umrechnung des Vertragskapitals in eine monatliche Rente. Der gesetzliche Rentenartfaktor ist dagegen Bestandteil der gesetzlichen Rentenberechnung und richtet sich nach der jeweiligen Rentenart.

Ein privater Rentenfaktor von beispielsweise 26 Euro je 10.000 Euro Kapital ist deshalb nicht mit einem gesetzlichen Rentenartfaktor von 1,0 vergleichbar. Beide Werte erfüllen unterschiedliche Funktionen und beruhen auf verschiedenen Berechnungsverfahren.

Rentenfinanzierung

Die Rentenfinanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland beruht im Wesentlichen auf den Beiträgen der Versicherten und Arbeitgeber sowie auf Mitteln aus dem Bundeshaushalt. Die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert grundsätzlich nach dem Umlageverfahren. Dabei werden die laufenden Einnahmen überwiegend zur Finanzierung der laufenden Renten und weiterer Leistungen verwendet.

Anders als bei einer kapitalgedeckten Altersvorsorge wird für Versicherte grundsätzlich kein persönliches Kapitalvermögen angespart. Durch Beitragszahlungen und weitere rentenrechtlich berücksichtigte Zeiten erwerben sie Rentenanwartschaften. Die späteren Renten werden dann im Wesentlichen aus den laufenden Beiträgen und Bundesmitteln finanziert.

Wie funktioniert das Umlageverfahren?

Beim Umlageverfahren werden die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich aus den Einnahmen desselben Jahres finanziert. Zu diesen gehören insbesondere Pflichtbeiträge, freiwillige Beiträge und Bundesmittel. Die gesetzliche Grundlage bildet § 153 SGB VI.

Das System unterscheidet sich von der Kapitaldeckung, bei der Vermögen angespart und angelegt wird, um daraus später Leistungen zu finanzieren. In der gesetzlichen Rentenversicherung dient die Nachhaltigkeitsrücklage lediglich als finanzieller Puffer und nicht als persönlicher Kapitalstock der Versicherten.

Wer finanziert die gesetzliche Rentenversicherung?

Die wichtigsten Finanzierungsquellen sind die Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie die Mittel des Bundes. Bei versicherungspflichtig Beschäftigten werden die Beiträge grundsätzlich jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Bemessungsgrundlage ist das beitragspflichtige Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Der Beitragssatz zur allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung beträgt 2026 18,6 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen davon grundsätzlich jeweils 9,3 Prozent.

Für bestimmte Personengruppen gelten abweichende Regelungen zur Versicherungspflicht und Beitragstragung. Dazu gehören beispielsweise einige Selbstständige. Andere Selbstständige können unter bestimmten Voraussetzungen freiwillige Beiträge zahlen oder die Versicherungspflicht auf Antrag wählen.

Welche Rolle spielen die Bundeszuschüsse?

Neben den Beiträgen sind Bundesmittel ein wesentlicher Bestandteil der Rentenfinanzierung. Die gesetzliche Rentenversicherung erfüllt auch Aufgaben, die nicht oder nicht vollständig durch individuelle Beitragszahlungen gedeckt sind. Dazu gehören beispielsweise Leistungen mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung.

Der Bund beteiligt sich deshalb mit verschiedenen Zuschüssen und weiteren Zahlungen an der Finanzierung. Die Bundeszuschüsse dienen unter anderem der pauschalen Abgeltung nicht beitragsgedeckter Leistungen. Die gesetzlichen Grundlagen finden sich insbesondere in § 213 SGB VI.

Die Bedeutung dieser Mittel ist erheblich: Seit Anfang der 2000er-Jahre machen die Bundesmittel nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales rund 30 Prozent der Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Dabei sind Bundeszuschüsse und andere Zahlungen aus dem Bundeshaushalt begrifflich zu unterscheiden.

Was ist die Nachhaltigkeitsrücklage?

Die Nachhaltigkeitsrücklage ist die finanzielle Reserve der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie dient dazu, kurzfristige Schwankungen zwischen Einnahmen und Ausgaben auszugleichen und die laufenden Zahlungsverpflichtungen sicherzustellen.

Für die allgemeine Rentenversicherung sieht das SGB VI grundsätzlich einen Korridor von 0,2 bis 1,5 Monatsausgaben vor. Bei der Festsetzung des Beitragssatzes wird geprüft, ob die voraussichtliche Rücklage innerhalb der gesetzlichen Grenzen bleibt. Dabei sind auch gesetzliche Sonderregelungen zu berücksichtigen.

Die Entwicklung der Rücklage beeinflusst damit die finanzielle Stabilität und die längerfristige Beitragsplanung. Sie ist jedoch kein Kapitalstock, aus dem die individuellen Rentenansprüche der Versicherten vollständig finanziert werden könnten.

Wie beeinflusst die demografische Entwicklung die Rentenfinanzierung?

Für ein umlagefinanziertes Rentensystem ist das Verhältnis zwischen Beitragszahlenden und Rentenbeziehenden von besonderer Bedeutung. Wenn weniger Erwerbstätige Beiträge zahlen, während gleichzeitig mehr Menschen länger Rente beziehen, steigt der Finanzierungsbedarf.

Wie diese Belastungen verteilt werden, hängt von den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. Mögliche Stellschrauben sind der Beitragssatz, die Bundesmittel, das Renteneintrittsalter und die Regeln zur Rentenanpassung. Auch die Beschäftigungsentwicklung, Löhne und Zuwanderung beeinflussen die Finanzierung.

Welche gesetzlichen Regelungen bestimmen die Rentenfinanzierung?

Die wesentlichen Vorschriften finden sich im Sechsten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI). Dort sind unter anderem das Umlageverfahren, die Beitragserhebung, die Finanzierung durch Bundesmittel und die Nachhaltigkeitsrücklage geregelt.

Von besonderer Bedeutung sind § 153 SGB VI zum Umlageverfahren, § 158 SGB VI zur Festsetzung des Beitragssatzes und § 213 SGB VI zu den Zuschüssen des Bundes. Weitere Vorschriften bestimmen die Beitragstragung und die Verwaltung der finanziellen Mittel.

Welche Änderungen der Rentenfinanzierung werden 2026 diskutiert?

Die Alterssicherungskommission hat im Juni 2026 empfohlen, die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung um eine verpflichtende kapitalgedeckte Komponente zu ergänzen. Das Umlageverfahren soll dabei weiterhin das Kernelement der gesetzlichen Rentenversicherung bleiben.

Nach dem Vorschlag soll ein zusätzlicher Beitragssatz von insgesamt 2 Prozent für eine gesetzliche Kapitalrente eingeführt werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen die Beiträge grundsätzlich jeweils zur Hälfte tragen. Vorgesehen ist eine schrittweise Einführung in jährlichen Schritten von 0,5 Prozentpunkten, möglichst ab 2028.

Die Beiträge sollen auf individuellen Kapitalkonten erfasst und am Kapitalmarkt angelegt werden. Versicherte sollen zwischen zertifizierten Angeboten wählen können. Als Alternative ist ein öffentlicher Fonds mit niedrigen Verwaltungskosten vorgesehen. Das angesparte Kapital soll später grundsätzlich als lebenslange Rente ausgezahlt werden.

Wichtig: Dabei handelt es sich um Empfehlungen und nicht um geltendes Recht. Ob, wann und in welcher Form eine gesetzliche Kapitalrente eingeführt wird, muss der Gesetzgeber entscheiden. Weitere Informationen enthalten die Erläuterungen der Deutschen Rentenversicherung zur Rentenreform 2026.

Wie unterscheidet sich die gesetzliche von der privaten Rentenfinanzierung?

Während die gesetzliche Rentenversicherung grundsätzlich umlagefinanziert ist, beruht die private Altersvorsorge auf dem Aufbau von Kapital. Auch bei der betrieblichen Altersversorgung kommen je nach Durchführungsweg unterschiedliche Finanzierungsverfahren zum Einsatz.

Beide Finanzierungsformen sind unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Während das Umlageverfahren besonders von der Entwicklung der Beschäftigung, der Löhne und der Bevölkerungsstruktur abhängt, spielen bei kapitalgedeckten Systemen zusätzlich Kapitalmarktrenditen, Zinsen und Anlagekosten eine wesentliche Rolle.

Weitere Grundlagen zu Beiträgen, Rentenberechnung und Leistungen erläutert die Fachseite zur gesetzlichen Rentenversicherung.