FAQ – häufige Fragen zu Versicherungen und Vorsorge

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BegriffDefinition
Allgefahrenversicherung

Eine Allgefahrenversicherung, auch All-Risks-Versicherung genannt, bietet Versicherungsschutz für bestimmte Sachen oder Gegenstände gegen grundsätzlich alle Schadenursachen, die innerhalb des vereinbarten Versicherungsumfangs liegen und nicht ausgeschlossen sind. Anders als bei einer Versicherung gegen ausdrücklich benannte Gefahren müssen die einzelnen versicherten Schadenursachen nicht vollständig aufgezählt werden.

Entscheidend sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Diese legen fest, welche Sachen versichert sind, welche Ausschlüsse gelten und ob Selbstbeteiligungen oder Entschädigungsgrenzen bestehen. Eine Allgefahrenversicherung bietet daher einen weitreichenden, aber keinen uneingeschränkten Versicherungsschutz.

Das zugrunde liegende Versicherungsprinzip wird auch als Allgefahrendeckung bezeichnet. Es findet beispielsweise bei Elektronik-, Maschinen- und bestimmten Sachversicherungen Anwendung.

Synonyme - All-Risks-Versicherung, All-Risk-Versicherung
Allmählichkeitsschaden

Ein Allmählichkeitsschaden ist ein Sachschaden, der durch die schleichende Einwirkung bestimmter Einflüsse entsteht. Dazu zählen insbesondere Feuchtigkeit, Temperatur, Gase, Dämpfe sowie Rauch, Ruß oder Staub. Anders als bei einem plötzlich eintretenden Schaden entwickelt sich die Beschädigung über einen gewissen Zeitraum und wird häufig erst später bemerkt. Der Begriff spielt vor allem in der Haftpflichtversicherung eine Rolle.

Wie entsteht ein Allmählichkeitsschaden?

Ein typisches Beispiel ist eine über längere Zeit unbemerkte Undichtigkeit, durch die Feuchtigkeit in eine Wand eindringt und Schäden an fremdem Eigentum verursacht. Auch die fortgesetzte Einwirkung von Rauch oder Ruß kann zu einer allmählichen Beschädigung führen.

Entscheidend ist nicht allein, wie lange die Schadenentwicklung dauert. Maßgeblich sind auch die Ursache und die Art der schädigenden Einwirkung. Gewöhnlicher Verschleiß oder altersbedingte Abnutzung sind deshalb nicht automatisch Allmählichkeitsschäden im versicherungsrechtlichen Sinne.

Sind Allmählichkeitsschäden in der Privathaftpflicht versichert?

Die Privathaftpflichtversicherung kann für Allmählichkeitsschäden aufkommen, wenn der Versicherungsnehmer einem Dritten gegenüber gesetzlich zum Schadenersatz verpflichtet ist und der Schaden vom vereinbarten Versicherungsschutz erfasst wird.

Beispielsweise kann ein unbemerkt austretendes Wasser über längere Zeit Schäden in einer benachbarten Wohnung verursachen. Ob die Privathaftpflichtversicherung leistet, hängt unter anderem von der Haftung des Verursachers, den Versicherungsbedingungen und möglichen Ausschlüssen ab.

Die Mitversicherung von Allmählichkeitsschäden gehört zu den wichtigen Leistungsmerkmalen einer Privathaftpflichtversicherung. Versicherungsnehmer sollten insbesondere bei älteren Verträgen prüfen, ob entsprechende Schäden eingeschlossen sind.

Was gilt bei Schäden am eigenen Gebäude oder Hausrat?

Bei Schäden am eigenen Eigentum kommt es nicht allein darauf an, ob sich die Beschädigung allmählich entwickelt hat. Entscheidend ist vielmehr, ob eine versicherte Gefahr vorliegt.

So können Schäden durch bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser unter den vereinbarten Voraussetzungen von der Wohngebäudeversicherung oder der Hausratversicherung erfasst sein. Schäden durch gewöhnliche Abnutzung, Verschleiß oder fehlende Instandhaltung sind dagegen grundsätzlich keine versicherten Schadenereignisse.

Worauf sollten Versicherungsnehmer achten?

Bei der Prüfung des Versicherungsschutzes sollten Versicherungsnehmer darauf achten, ob Allmählichkeitsschäden ausdrücklich eingeschlossen sind und welche Ausschlüsse gelten. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem versicherten Schaden an fremdem Eigentum und einem Schaden, der durch gewöhnlichen Verschleiß oder mangelnde Wartung entsteht.

Synonyme - Allmählichkeitsschäden, allmählich entstandener Schaden, schleichender Sachschaden
Altersrente

Die Altersrente ist eine Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung, die Versicherte nach Erreichen einer bestimmten Altersgrenze erhalten können. Voraussetzung ist, dass sie die für die jeweilige Rentenart vorgeschriebenen Versicherungszeiten erfüllen. Wann die Altersrente beginnt, hängt insbesondere vom Geburtsjahr, der Rentenart und den zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten ab.

Eine Altersrente wird nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss beantragt werden. Ihre Höhe richtet sich vor allem nach den erworbenen Entgeltpunkten, dem Zugangsfaktor, dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert.

Welche Arten der Altersrente gibt es?

Die gesetzliche Rentenversicherung unterscheidet mehrere Altersrenten mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Zu den wichtigsten gehören:

  • Regelaltersrente: Sie setzt grundsätzlich eine Wartezeit von fünf Jahren voraus. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die Regelaltersgrenze nach geltendem Recht bei 67 Jahren.
  • Altersrente für langjährig Versicherte: Nach 35 anrechenbaren Versicherungsjahren ist ein Rentenbeginn grundsätzlich ab 63 Jahren möglich. Bei einem vorzeitigen Bezug entstehen dauerhafte Abschläge von 0,3 Prozent je Monat. Für Jahrgänge ab 1964 beträgt der maximale Abschlag bei Rentenbeginn mit 63 Jahren 14,4 Prozent.
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte: Nach 45 anrechenbaren Versicherungsjahren ist ein vorzeitiger Rentenbeginn ohne Abschläge möglich. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die Altersgrenze bei 65 Jahren. Ein noch früherer Bezug mit Abschlägen ist bei dieser Rentenart nicht vorgesehen.
  • Altersrente für schwerbehinderte Menschen: Voraussetzung sind grundsätzlich ein Grad der Behinderung von mindestens 50 bei Rentenbeginn und eine Wartezeit von 35 Jahren. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 ist ein abschlagsfreier Bezug ab 65 Jahren oder ein vorzeitiger Bezug mit Abschlägen ab 62 Jahren möglich.
  • Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute: Für diese besondere Rentenart gelten eigene Voraussetzungen. Erforderlich sind insbesondere 25 Jahre mit entsprechenden Beschäftigungszeiten unter Tage. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die Altersgrenze bei 62 Jahren.

Für ältere Geburtsjahrgänge gelten teilweise abweichende Altersgrenzen. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Voraussetzungen finden Sie auf unserer Fachseite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Welche Versicherungszeiten zählen für die Altersrente?

Die erforderliche Mindestversicherungszeit wird als Wartezeit bezeichnet. Je nach Rentenart können beispielsweise Pflichtbeiträge aus Beschäftigung, freiwillige Beiträge, Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten und weitere rentenrechtliche Zeiten berücksichtigt werden.

Bei der Wartezeit von 45 Jahren gelten strengere Anrechnungsvoraussetzungen als bei der Wartezeit von 35 Jahren. Deshalb führen 45 Jahre im Versicherungsverlauf nicht zwangsläufig zu einem Anspruch auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte.

Wie wird die Altersrente berechnet?

Die Höhe der gesetzlichen Altersrente ergibt sich aus der Rentenformel. Dabei werden die persönlichen Entgeltpunkte mit dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Die persönlichen Entgeltpunkte berücksichtigen bereits den Zugangsfaktor und damit gegebenenfalls Abschläge oder Zuschläge.

Die Entgeltpunkte spiegeln insbesondere das versicherte Einkommen im Verhältnis zum Durchschnittsentgelt wider. Deshalb hängt die Rentenhöhe nicht allein von der Anzahl der Versicherungsjahre ab.

Kann man neben der Altersrente weiterarbeiten?

Seit 2023 gelten für vorgezogene Altersrenten keine Hinzuverdienstgrenzen mehr. Versicherte können daher grundsätzlich neben ihrer Altersrente weiterarbeiten, ohne dass die Rente wegen des Erwerbseinkommens gekürzt wird. Ob durch die Beschäftigung zusätzliche Rentenansprüche entstehen, hängt von den jeweiligen rentenversicherungsrechtlichen Voraussetzungen ab.

Wann muss die Altersrente beantragt werden?

Die Altersrente muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Empfehlenswert ist eine Antragstellung etwa drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn. Zuvor sollte der Versicherungsverlauf auf fehlende oder fehlerhafte Zeiten geprüft werden.

Welche Unterlagen benötigt werden und welche Fristen zu beachten sind, erläutern wir auf unserer Fachseite Rentenleistungen beantragen.

Synonyme - gesetzliche Altersrente, Altersruhegeld, Rente wegen Alters
Altersrente für Hinterbliebene

Eine eigenständige gesetzliche Rentenart mit der Bezeichnung „Altersrente für Hinterbliebene“ gibt es nicht. Gemeint sind in der Regel Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, die nach dem Tod eines Versicherten oder Rentenbeziehers an berechtigte Hinterbliebene gezahlt werden können.

Im Unterschied zur Altersrente, die auf eigenen Rentenansprüchen beruht, leiten sich Witwen-, Witwer- und Waisenrenten grundsätzlich aus der Versicherung des Verstorbenen ab. Für diese Leistungen gelten eigene Anspruchsvoraussetzungen.

Welche Hinterbliebenenrenten gibt es?

Zu den wichtigsten Hinterbliebenenrenten gehören die Witwen- und Witwerrente sowie die Halbwaisen- und Vollwaisenrente. Die Witwen- oder Witwerrente kann als kleine oder große Rente gezahlt werden. Welche Leistung beansprucht werden kann, hängt unter anderem von den persönlichen Verhältnissen und den Versicherungszeiten des Verstorbenen ab.

Welche Voraussetzungen gelten für eine Hinterbliebenenrente?

Für eine Witwen- oder Witwerrente muss grundsätzlich eine Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft bestanden haben. Bei einer Eheschließung ab 2002 ist außerdem regelmäßig eine Ehedauer von mindestens einem Jahr erforderlich. Ausnahmen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich, beispielsweise bei einem unerwarteten Unfalltod.

Der Verstorbene muss grundsätzlich die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben. Diese Voraussetzung kann unter bestimmten Umständen entfallen, etwa wenn der Verstorbene bereits eine Rente bezogen hat oder die Wartezeit vorzeitig erfüllt wurde.

Kinder können bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen eine Halbwaisen- oder Vollwaisenrente erhalten. Die Waisenrente wird grundsätzlich bis zum 18. Lebensjahr gezahlt und kann beispielsweise während einer Schul- oder Berufsausbildung bis längstens zum 27. Lebensjahr weiterbestehen.

Wie hoch ist eine Witwen- oder Witwerrente?

Nach dem grundsätzlich geltenden neuen Hinterbliebenenrentenrecht beträgt die kleine Witwen- oder Witwerrente 25 Prozent und die große Witwen- oder Witwerrente 55 Prozent der maßgebenden Rente des Verstorbenen. Für bestimmte Altfälle gelten abweichende Regelungen, insbesondere ein Rentensatz von 60 Prozent bei der großen Witwen- oder Witwerrente.

Während des sogenannten Sterbevierteljahres, also in den drei Kalendermonaten nach dem Sterbemonat, gelten besondere Regelungen. In dieser Zeit wird die Witwen- oder Witwerrente in Höhe des maßgebenden Rentenanspruchs des Verstorbenen gezahlt, ohne dass eigenes Einkommen angerechnet wird.

Nach Ablauf des Sterbevierteljahres kann eigenes Einkommen oberhalb der gesetzlichen Freibeträge die Witwen- oder Witwerrente mindern.

Gibt es Hinterbliebenenleistungen bei privaten Rentenversicherungen?

Bei einer privaten Rentenversicherung richtet sich der Hinterbliebenenschutz nach den vertraglichen Vereinbarungen. Je nach Tarif können beispielsweise eine Rentengarantiezeit, eine Hinterbliebenenrente oder eine andere Todesfallleistung vorgesehen sein.

Auch bei staatlich geförderten Altersvorsorgeverträgen können Hinterbliebenenleistungen vereinbart werden. Für Riester- und Basisrenten gelten dabei besondere gesetzliche und steuerliche Voraussetzungen.

Muss eine Hinterbliebenenrente beantragt werden?

Hinterbliebenenrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung müssen grundsätzlich beantragt werden. Welche Unterlagen erforderlich sind und welche Fristen gelten, hängt von der jeweiligen Rentenart und der persönlichen Situation ab. Weitere Informationen zur Antragstellung finden Sie auf unserer Fachseite Rentenleistungen beantragen.

Altersrente für Landwirte

Die Altersrente für Landwirte ist eine Leistung der Alterssicherung der Landwirte (AdL). Sie gehört zur gesetzlichen Alterssicherung in Deutschland, ist aber ein eigenständiges Sicherungssystem neben der allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung. Zuständig ist die Landwirtschaftliche Alterskasse (LAK) bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).

Die Alterssicherung der Landwirte richtet sich insbesondere an landwirtschaftliche Unternehmer, deren Ehe- oder Lebenspartner sowie mitarbeitende Familienangehörige. Die gesetzlichen Grundlagen sind im Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) geregelt.

Wer hat Anspruch auf die Altersrente für Landwirte?

Anspruch auf eine Altersrente können Landwirte und mitarbeitende Familienangehörige erwerben, wenn sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Auch Ehe- oder Lebenspartner landwirtschaftlicher Unternehmer können unter bestimmten Voraussetzungen in der Alterssicherung der Landwirte versicherungspflichtig sein und eigene Rentenansprüche erwerben.

Ob Versicherungspflicht besteht, hängt unter anderem von der Größe des landwirtschaftlichen Unternehmens und den persönlichen Verhältnissen ab. Das Gesetz sieht außerdem Möglichkeiten der Versicherungsfreiheit und der Befreiung von der Versicherungspflicht vor.

Wann beginnt die Regelaltersrente für Landwirte?

Für die Regelaltersrente müssen Versicherte die maßgebende Regelaltersgrenze erreichen und eine Wartezeit von 15 Jahren erfüllen. Für Geburtsjahrgänge ab 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. Für ältere Jahrgänge gelten Übergangsregelungen mit niedrigeren Altersgrenzen.

Ist eine vorzeitige Altersrente möglich?

Die Alterssicherung der Landwirte sieht besondere Möglichkeiten für einen vorzeitigen Rentenbeginn vor. Sie unterscheiden sich von den Regelungen der allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung.

Landwirte und mitarbeitende Familienangehörige können bei einer Wartezeit von 35 Jahren grundsätzlich ab 65 Jahren eine vorzeitige Altersrente erhalten. Liegen mindestens 45 Jahre mit den gesetzlich vorgesehenen anrechenbaren Zeiten vor, ist ein abschlagsfreier Rentenbeginn möglich. Für bestimmte ältere Geburtsjahrgänge gelten dabei niedrigere Altersgrenzen. Bei weniger als 45 anrechenbaren Jahren ist der vorzeitige Rentenbezug grundsätzlich mit Abschlägen verbunden.

Daneben besteht für Landwirte eine besondere Regelung, wenn ihr Ehe- oder Lebenspartner bereits Anspruch auf eine entsprechende Altersrente aus der Landwirtschaftlichen Alterskasse hat oder hatte. Bei erfüllter Wartezeit von 15 Jahren kann die Altersrente dann bis zu zehn Jahre vor der maßgebenden Regelaltersgrenze beginnen. Für jeden Monat des vorzeitigen Rentenbezugs fällt grundsätzlich ein Abschlag von 0,3 Prozent an.

Welche Versicherungszeiten werden angerechnet?

Für die Wartezeiten zählen insbesondere Beitragszeiten in der Alterssicherung der Landwirte. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen können außerdem bestimmte Zeiten aus der allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt werden, beispielsweise Pflichtbeitragszeiten aus einer früheren Beschäftigung.

Welche Zeiten im Einzelnen angerechnet werden, hängt von der jeweiligen Wartezeit ab. Für den abschlagsfreien vorzeitigen Rentenbeginn nach 45 Jahren gelten besondere Anrechnungsvorschriften.

Wie wird die Altersrente für Landwirte berechnet?

Die Rentenberechnung erfolgt nach den besonderen Vorschriften des ALG und nicht nach dem Entgeltpunktesystem der allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung. Entscheidend sind insbesondere die anrechenbaren Beitragszeiten, deren gesetzliche Bewertung und der maßgebende allgemeine Rentenwert der Alterssicherung der Landwirte.

Beiträge für Landwirte und mitarbeitende Familienangehörige werden dabei unterschiedlich bewertet. Bei einem vorzeitigen Rentenbeginn können Abschläge die Rentenhöhe dauerhaft mindern.

Reicht die Altersrente für Landwirte zur Altersversorgung aus?

Die Alterssicherung der Landwirte ist als Teilabsicherung ausgestaltet. Die Leistungen der Landwirtschaftlichen Alterskasse sind deshalb nicht darauf ausgelegt, in jedem Fall den gesamten Lebensunterhalt im Ruhestand zu finanzieren.

Neben der landwirtschaftlichen Altersrente können beispielsweise eigene Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung, betriebliche Versorgungsleistungen oder eine ergänzende private Altersvorsorge eine Rolle spielen.

Kann zusätzlich eine gesetzliche Rente bezogen werden?

Landwirte können neben der Altersrente aus der Landwirtschaftlichen Alterskasse auch Rentenansprüche bei der Deutschen Rentenversicherung erworben haben, etwa durch eine frühere versicherungspflichtige Beschäftigung.

Beide Rentenansprüche werden nach den Vorschriften des jeweiligen Alterssicherungssystems geprüft und berechnet. Die mögliche Anrechnung von Versicherungszeiten auf Wartezeiten führt nicht dazu, dass die beiden Renten zu einer gemeinsamen Leistung zusammengefasst werden.

Wo wird die Altersrente für Landwirte beantragt?

Die Altersrente für Landwirte wird nur auf Antrag gezahlt. Zuständig ist die Landwirtschaftliche Alterskasse bei der SVLFG. Der Antrag sollte rechtzeitig vor dem gewünschten Rentenbeginn gestellt werden, damit die Anspruchsvoraussetzungen geprüft und mögliche Verzögerungen vermieden werden können.

Synonyme - Landwirtschaftliche Altersrente, Rente der Landwirtschaftlichen Alterskasse, Landwirterente
Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute

Die Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute ist eine besondere Altersrente innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie berücksichtigt die besonderen Belastungen einer langjährigen Beschäftigung unter Tage und ermöglicht einen früheren Rentenbeginn als die Regelaltersrente. Zuständig ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.

Die gesetzlichen Grundlagen finden sich insbesondere in § 40 SGB VI. Für ältere Geburtsjahrgänge gelten Übergangs- und Vertrauensschutzregelungen nach § 238 SGB VI.

Welche Voraussetzungen gelten für diese Altersrente?

Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 können diese Altersrente erhalten, wenn sie das 62. Lebensjahr vollendet und die besondere Wartezeit von 25 Jahren erfüllt haben.

Für vor 1964 geborene Versicherte gelten niedrigere Altersgrenzen. Diese wurden für die Geburtsjahrgänge 1952 bis 1963 schrittweise angehoben.

Welche Zeiten zählen zur Wartezeit von 25 Jahren?

Für die Wartezeit zählen insbesondere Beitragszeiten aus einer Beschäftigung mit ständigen Arbeiten unter Tage. Eine insgesamt 25-jährige Beschäftigung im Bergbau genügt allein nicht, wenn die erforderlichen qualifizierenden Zeiten fehlen.

Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch Zeiten berücksichtigt, in denen Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen wurde. Voraussetzung ist insbesondere, dass vor Beginn dieser Leistung zuletzt eine Beschäftigung unter Tage ausgeübt wurde.

Für bestimmte ältere Versicherungsverläufe gelten weitere gesetzliche Anrechnungsregelungen, beispielsweise für Hauerarbeiten und knappschaftliche Ersatzzeiten. Ob die Wartezeit erfüllt ist, prüft die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See anhand des Versicherungsverlaufs.

Ist ein früherer Rentenbeginn mit Abschlägen möglich?

Diese Altersrente kann nicht vor Erreichen der jeweils maßgebenden Altersgrenze mit Abschlägen in Anspruch genommen werden. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt diese Grenze bei 62 Jahren.

Für bestimmte vor 1964 geborene Versicherte besteht Vertrauensschutz. Wer die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt und Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus oder Knappschaftsausgleichsleistung bezogen hat, kann weiterhin bereits mit 60 Jahren in Rente gehen.

Weitere Informationen zu den besonderen Leistungen für Bergleute und den Unterschieden zur allgemeinen Rentenversicherung finden Sie auf unserer Fachseite zur knappschaftlichen Rentenversicherung.

Wie wird die Altersrente für Bergleute berechnet?

Die Rentenhöhe richtet sich nach den besonderen Vorschriften der knappschaftlichen Rentenversicherung. Maßgeblich sind insbesondere die erworbenen persönlichen Entgeltpunkte, die Bewertung der Versicherungszeiten und die gesetzlichen Rentenwerte.

Eine einheitliche Rentenhöhe gibt es nicht. Entscheidend ist der individuelle Versicherungsverlauf.

Was ist der Unterschied zur Rente für Bergleute?

Die Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute ist von der sogenannten Rente für Bergleute zu unterscheiden. Letztere gehört zu den besonderen Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in der knappschaftlichen Rentenversicherung und kann unter bestimmten Voraussetzungen bei verminderter Berufsfähigkeit im Bergbau oder nach Vollendung des 50. Lebensjahres gewährt werden.

Auch die Knappschaftsausgleichsleistung ist keine Altersrente. Sie dient unter besonderen Voraussetzungen der Absicherung älterer Bergleute, die ihren Arbeitsplatz im Bergbau verloren haben.

Darf neben der Altersrente hinzuverdient werden?

Seit dem 1. Januar 2023 bestehen für Altersrenten der gesetzlichen Rentenversicherung keine Hinzuverdienstgrenzen mehr. Deshalb kann auch neben dieser Altersrente grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdient werden, ohne dass die Rente wegen des zusätzlichen Erwerbseinkommens gekürzt wird.

Wo wird die Altersrente beantragt?

Die Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute wird nicht automatisch gezahlt. Sie muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See prüft insbesondere die maßgebende Altersgrenze und die erforderliche Wartezeit.

Allgemeine Hinweise zu Antragstellung und Fristen finden Sie auf unserer Fachseite Rentenleistungen beantragen.

Synonyme - Altersrente für Bergleute, Bergmannsaltersrente, Altersrente für Untertagebeschäftigte
Altersrente für langjährig Versicherte

Die Altersrente für langjährig Versicherte ist eine besondere Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie richtet sich an Versicherte, die eine Wartezeit von mindestens 35 Jahren erfüllen. Im Unterschied zur Regelaltersrente kann sie bereits vor der persönlichen Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden. Ein vorzeitiger Rentenbeginn führt jedoch zu dauerhaften Abschlägen.

Die Altersrente für langjährig Versicherte darf nicht mit der Altersrente für besonders langjährig Versicherte verwechselt werden. Für diese sind 45 Jahre mit bestimmten anrechenbaren Zeiten erforderlich und es gelten andere Altersgrenzen.

Welche Voraussetzungen gelten für die Altersrente für langjährig Versicherte?

Voraussetzung ist eine Wartezeit von mindestens 35 Jahren. Diese Wartezeit gilt unabhängig vom Geburtsjahr. Das Geburtsjahr bestimmt dagegen, ab welchem Alter die Rente ohne Abschläge bezogen werden kann.

Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die abschlagsfreie Altersgrenze bei 67 Jahren. Für frühere Geburtsjahrgänge gelten niedrigere Altersgrenzen, die schrittweise angehoben wurden.

Welche Zeiten zählen zu den 35 Versicherungsjahren?

Bei der Wartezeit von 35 Jahren können zahlreiche rentenrechtliche Zeiten berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere Pflichtbeitragszeiten aus einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit sowie freiwillige Beiträge.

Berücksichtigt werden können außerdem beispielsweise Kindererziehungszeiten, Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder Pflege, bestimmte Zeiten des Bezugs von Sozialleistungen sowie Anrechnungszeiten, etwa wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit, Schul- oder Hochschulausbildung. Auch Ersatzzeiten können eine Rolle spielen.

Die Voraussetzungen sind damit weniger streng als bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Bei der dort erforderlichen Wartezeit von 45 Jahren werden nicht alle rentenrechtlichen Zeiten berücksichtigt, die für die 35-jährige Wartezeit zählen.

Kann die Altersrente bereits mit 63 Jahren beginnen?

Nach geltendem Recht kann die Altersrente für langjährig Versicherte grundsätzlich frühestens mit 63 Jahren beginnen. Wer sie vor der persönlichen abschlagsfreien Altersgrenze in Anspruch nimmt, muss einen dauerhaften Rentenabschlag hinnehmen.

Der Abschlag beträgt 0,3 Prozent für jeden Monat, um den die Rente vorzeitig beginnt. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die abschlagsfreie Altersgrenze bei 67 Jahren. Bei einem Rentenbeginn mit 63 Jahren sind das 48 Monate und damit ein dauerhafter Abschlag von 14,4 Prozent.

Für bestimmte ältere Versicherte, insbesondere ehemalige Beschäftigte des Bergbaus mit gesetzlichem Vertrauensschutz, können abweichende Regelungen gelten. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Fachseite zur knappschaftlichen Rentenversicherung.

Was ist der Unterschied zur Altersrente für besonders langjährig Versicherte?

Die Altersrente für langjährig Versicherte setzt 35 Jahre mit anrechenbaren Zeiten voraus und kann vorzeitig mit Abschlägen bezogen werden. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte erfordert dagegen eine Wartezeit von 45 Jahren mit enger gefassten anrechenbaren Zeiten.

Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 kann die Altersrente für besonders langjährig Versicherte mit 65 Jahren abschlagsfrei beginnen. Ein noch früherer Bezug dieser Rentenart gegen Abschläge ist nicht möglich. Weitere Einzelheiten erläutern wir auf unserer Fachseite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Wie wird die Altersrente für langjährig Versicherte berechnet?

Für die Rentenberechnung gelten die allgemeinen Regeln der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Höhe richtet sich nicht nach dem Durchschnittseinkommen der letzten Jahre vor dem Rentenbeginn, sondern nach dem gesamten maßgebenden Versicherungsverlauf.

Die monatliche Bruttorente ergibt sich aus den persönlichen Entgeltpunkten, dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert. Die persönlichen Entgeltpunkte berücksichtigen bereits den Zugangsfaktor und damit gegebenenfalls die Abschläge für einen vorzeitigen Rentenbeginn.

Können Rentenabschläge ausgeglichen werden?

Wer eine vorgezogene Altersrente plant, kann die dadurch entstehenden Rentenabschläge unter bestimmten Voraussetzungen durch zusätzliche Beiträge ganz oder teilweise ausgleichen. Solche Sonderzahlungen sind grundsätzlich ab dem 50. Lebensjahr möglich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Deutsche Rentenversicherung kann auf Antrag berechnen, welche zusätzlichen Beiträge erforderlich wären, um die voraussichtlichen Abschläge vollständig oder teilweise auszugleichen. Ob sich eine solche Zahlung im Einzelfall lohnt, hängt von der persönlichen Situation ab.

Kann neben der Altersrente weitergearbeitet werden?

Für vorgezogene Altersrenten besteht seit 2023 keine Hinzuverdienstgrenze mehr. Versicherte können deshalb grundsätzlich neben der Altersrente für langjährig Versicherte weiterarbeiten und Erwerbseinkommen erzielen, ohne dass die Altersrente wegen dieses Hinzuverdienstes gekürzt wird.

Ob durch die weitere Beschäftigung zusätzliche Rentenansprüche entstehen, hängt von den jeweiligen rentenversicherungsrechtlichen Voraussetzungen ab.

Wo wird die Altersrente für langjährig Versicherte beantragt?

Die Altersrente wird nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Empfehlenswert ist eine Antragstellung etwa drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn. Zuvor sollte der Versicherungsverlauf auf fehlende oder fehlerhafte Zeiten geprüft werden.

Weitere Informationen zu Antragstellung, Fristen und erforderlichen Unterlagen finden Sie auf unserer Fachseite Rentenleistungen beantragen.

Synonyme - Altersrente nach 35 Versicherungsjahren, Rente für langjährig Versicherte, Rente nach 35 Jahren
Altersrente für Schwerbehinderte

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen ist eine besondere Altersrente der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie ermöglicht Versicherten mit einer anerkannten Schwerbehinderung unter bestimmten Voraussetzungen einen früheren Rentenbeginn als die Regelaltersrente.

Entscheidend sind drei Voraussetzungen: das Erreichen der maßgebenden Altersgrenze, ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 bei Rentenbeginn und eine Wartezeit von mindestens 35 Jahren.

Wann gilt ein Mensch für diese Altersrente als schwerbehindert?

Für die Altersrente muss bei Rentenbeginn eine anerkannte Schwerbehinderung mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 vorliegen. Ein Grad der Behinderung von weniger als 50 genügt nicht. Auch eine Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen reicht für diese Altersrente nicht aus.

Die Schwerbehinderung muss zum Zeitpunkt des Rentenbeginns bestehen. Fällt sie später weg, hat dies auf den bereits bestehenden Rentenanspruch grundsätzlich keinen Einfluss.

Welche Wartezeit muss erfüllt sein?

Voraussetzung ist eine Wartezeit von 35 Jahren. Für diese Wartezeit können unterschiedliche rentenrechtliche Zeiten berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere Pflichtbeiträge und freiwillige Beiträge sowie unter bestimmten Voraussetzungen Zeiten der Kindererziehung, Pflege, Krankheit oder Arbeitslosigkeit.

Auch Anrechnungszeiten, beispielsweise wegen einer Schul- oder Hochschulausbildung, können bei der 35-jährigen Wartezeit berücksichtigt werden. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viele Jahre tatsächlich Beiträge aus einer Beschäftigung gezahlt wurden.

Wann können schwerbehinderte Menschen abschlagsfrei in Rente gehen?

Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Altersrente für schwerbehinderte Menschen bei 65 Jahren. Damit können sie zwei Jahre früher abschlagsfrei in Rente gehen als mit der Regelaltersrente, deren Altersgrenze für diese Jahrgänge bei 67 Jahren liegt.

Für Versicherte der Geburtsjahrgänge 1952 bis 1963 gelten niedrigere Altersgrenzen, die schrittweise vom 63. auf das 65. Lebensjahr angehoben wurden. Einen Überblick über die verschiedenen Altersrenten und ihre Altersgrenzen finden Sie auf unserer Fachseite zu den Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung.

Kann die Altersrente noch früher beginnen?

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen kann bis zu drei Jahre vor der jeweils maßgebenden abschlagsfreien Altersgrenze in Anspruch genommen werden. Für Versicherte ab dem Geburtsjahrgang 1964 ist ein Rentenbeginn deshalb bereits ab 62 Jahren möglich.

Für jeden Monat des vorzeitigen Rentenbeginns wird die Rente dauerhaft um 0,3 Prozent gekürzt. Bei einem um drei Jahre vorgezogenen Rentenbeginn ergibt sich damit ein maximaler Rentenabschlag von 10,8 Prozent. Dieser Abschlag bleibt auch nach Erreichen der regulären Altersgrenze bestehen.

Wie wird die Altersrente für schwerbehinderte Menschen berechnet?

Für die Berechnung gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie bei anderen Altersrenten der gesetzlichen Rentenversicherung. Die monatliche Bruttorente ergibt sich aus den persönlichen Entgeltpunkten, dem Rentenartfaktor und dem aktuellen Rentenwert. Die persönlichen Entgeltpunkte berücksichtigen bereits den Zugangsfaktor und damit gegebenenfalls Abschläge für einen vorzeitigen Rentenbeginn.

Die Schwerbehinderung selbst führt nicht zu einem Zuschlag auf die erworbenen Rentenansprüche. Der Vorteil dieser Rentenart liegt vielmehr darin, dass die Altersrente bereits vor der Regelaltersgrenze abschlagsfrei oder noch früher mit begrenzten Abschlägen bezogen werden kann.

Ist die Altersrente für schwerbehinderte Menschen eine Erwerbsminderungsrente?

Nein. Schwerbehinderung und Erwerbsminderung sind unterschiedliche sozialrechtliche Begriffe. Ein Grad der Behinderung von mindestens 50 bedeutet nicht automatisch, dass eine Erwerbsminderung vorliegt. Umgekehrt kann eine Erwerbsminderung bestehen, ohne dass ein Grad der Behinderung von mindestens 50 festgestellt wurde.

Bei der Erwerbsminderungsrente steht im Mittelpunkt, wie viele Stunden ein Versicherter unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch arbeiten kann. Bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen kommt es dagegen auf den anerkannten Grad der Behinderung, die Wartezeit und die maßgebende Altersgrenze an.

Kann neben der Altersrente weitergearbeitet werden?

Seit 2023 bestehen bei Altersrenten keine Hinzuverdienstgrenzen mehr. Deshalb können auch Bezieher einer Altersrente für schwerbehinderte Menschen grundsätzlich weiterarbeiten und Erwerbseinkommen erzielen, ohne dass die Altersrente aufgrund dieses Hinzuverdienstes gekürzt wird.

Kann zusätzlich Grundsicherung bezogen werden?

Reichen Einkommen und Vermögen zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht aus, können ergänzende Sozialleistungen in Betracht kommen. Die Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII setzt grundsätzlich das Erreichen der maßgebenden Altersgrenze voraus. Wer die Altersrente für schwerbehinderte Menschen bereits vorher bezieht, erfüllt diese Voraussetzung allein durch den Rentenbezug noch nicht.

Vor Erreichen der Altersgrenze können abhängig von der Erwerbsfähigkeit und den persönlichen Verhältnissen andere existenzsichernde Leistungen infrage kommen. Die Altersrente wird bei der Bedürftigkeitsprüfung grundsätzlich als Einkommen berücksichtigt.

Wo wird die Altersrente für schwerbehinderte Menschen beantragt?

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen wird nicht automatisch gezahlt. Sie muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Die Schwerbehinderung muss bei Rentenbeginn nachgewiesen sein, beispielsweise durch einen Schwerbehindertenausweis oder einen entsprechenden Feststellungsbescheid.

Der Rentenantrag sollte rechtzeitig gestellt und der Versicherungsverlauf zuvor geprüft werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Fachseite Rentenleistungen beantragen.

Synonyme - Schwerbehindertenrente, Altersrente bei Schwerbehinderung, Rente für schwerbehinderte Menschen
Altersrente für Selbstständige

Eine eigenständige gesetzliche „Altersrente für Selbstständige“ gibt es nicht. Selbstständige können jedoch Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben und später bei erfüllten Voraussetzungen die gleichen gesetzlichen Altersrenten beziehen wie andere Versicherte.

Ob Selbstständige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen müssen oder freiwillig einzahlen können, hängt insbesondere von ihrer Tätigkeit und ihrer persönlichen Versicherungssituation ab. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf unserer Fachseite zur gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige.

Welche Selbstständigen sind gesetzlich rentenversicherungspflichtig?

Nicht alle Selbstständigen sind von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht ausgenommen. Für bestimmte Berufs- und Personengruppen besteht bereits kraft Gesetzes Versicherungspflicht. Dazu gehören unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise selbstständige Handwerker, Lehrer und Erzieher, Pflegepersonen, Hebammen, Künstler und Publizisten sowie Selbstständige, die auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind und regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen.

Ob im konkreten Fall Versicherungspflicht besteht, richtet sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen der jeweiligen Tätigkeit. Selbstständige sollten deshalb bereits bei Aufnahme ihrer Tätigkeit prüfen, ob sie rentenversicherungspflichtig sind und welche Meldepflichten bestehen.

Können sich Selbstständige freiwillig gesetzlich rentenversichern?

Selbstständige, die nicht bereits gesetzlich rentenversicherungspflichtig sind, können grundsätzlich freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Die Beitragshöhe kann innerhalb der gesetzlich festgelegten Mindest- und Höchstgrenzen selbst bestimmt werden.

Freiwillige Beiträge können dazu dienen, einen Rentenanspruch zu erwerben oder spätere Rentenleistungen zu erhöhen. Sie können außerdem für bestimmte rentenrechtliche Wartezeiten berücksichtigt werden.

Bei der Absicherung einer Erwerbsminderung ist besondere Vorsicht erforderlich. Freiwillige Beiträge allein begründen grundsätzlich keinen neuen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Dafür gelten zusätzliche versicherungsrechtliche Voraussetzungen. Wer aus einer früheren Beschäftigung bereits entsprechende Anwartschaften erworben hat, sollte vor dem Wechsel in die Selbstständigkeit prüfen lassen, wie dieser Versicherungsschutz erhalten werden kann.

Können Selbstständige eine Versicherungspflicht beantragen?

Selbstständige, die nicht bereits kraft Gesetzes rentenversicherungspflichtig sind, können unter bestimmten Voraussetzungen die Versicherungspflicht auf Antrag wählen. Der Antrag muss grundsätzlich innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit gestellt werden. Besondere Fristregelungen gelten, wenn zuvor bereits Versicherungspflicht aufgrund derselben Tätigkeit bestanden hat.

Anders als bei einer freiwilligen Versicherung entsteht dadurch eine Pflichtversicherung. Diese besteht grundsätzlich für die Dauer der selbstständigen Tätigkeit und kann nicht beliebig wieder beendet werden. Die Entscheidung sollte deshalb auch unter Berücksichtigung der laufenden Beitragsbelastung getroffen werden.

Welche Altersrente können Selbstständige erhalten?

Für Selbstständige gibt es keine eigene gesetzliche Rentenart. Haben sie ausreichende rentenrechtliche Zeiten erworben, kommen abhängig vom individuellen Versicherungsverlauf die allgemeinen Rentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung in Betracht.

Dazu gehören insbesondere die Regelaltersrente sowie bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen die Altersrente für langjährig Versicherte, die Altersrente für besonders langjährig Versicherte oder die Altersrente für schwerbehinderte Menschen.

Die Höhe der gesetzlichen Altersrente richtet sich nach den erworbenen Rentenansprüchen und den gesetzlichen Berechnungsfaktoren. Entscheidend sind insbesondere die versicherten Einkünfte beziehungsweise die gezahlten Beiträge und der gesamte rentenrechtliche Versicherungsverlauf.

Welche weiteren Möglichkeiten der Altersvorsorge haben Selbstständige?

Neben der gesetzlichen Rentenversicherung können Selbstständige eine ergänzende private Altersvorsorge aufbauen. Besteht keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht, können auch andere Vorsorgestrategien eine wichtige Rolle spielen.

Zu den möglichen Bausteinen gehören beispielsweise eine Basisrente (Rürup-Rente), eine private Rentenversicherung, Wertpapieranlagen oder andere Formen des langfristigen Vermögensaufbaus. Welche Lösung geeignet ist, hängt unter anderem vom Einkommen, der steuerlichen Situation, der gewünschten Flexibilität und dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.

Eine betriebliche Altersversorgung steht Selbstständigen nicht allein aufgrund ihrer selbstständigen Tätigkeit zur Verfügung. Sie knüpft grundsätzlich an ein Arbeitsverhältnis oder eine entsprechende betriebliche Versorgungszusage an.

Was sollten Selbstständige bei ihrer Altersvorsorge beachten?

Selbstständige sollten neben dem Aufbau einer Altersversorgung auch prüfen, wie ihr laufendes Einkommen bei längerer Krankheit oder Berufsunfähigkeit abgesichert ist. Eine passende Einkommenssicherung kann deshalb ebenso wichtig sein wie die Altersvorsorge selbst.

Gerade bei schwankenden Einkünften kommt es außerdem darauf an, dass Beiträge und Sparleistungen langfristig finanzierbar bleiben. Die Altersvorsorge sollte deshalb zur persönlichen und wirtschaftlichen Situation passen.

Synonyme - Rente für Selbstständige, Altersrente für Selbständige, gesetzliche Rente für Selbstständige
Altersrückstellung

Die Altersrückstellung, fachlich auch Alterungsrückstellung genannt, ist ein wichtiger Bestandteil der Beitragskalkulation in der privaten Krankenversicherung (PKV). Sie dient dazu, die mit zunehmendem Lebensalter erwarteten höheren Behandlungskosten mitzufinanzieren und den altersbedingten Anstieg der Versicherungsbeiträge abzufedern.

In entsprechend kalkulierten Tarifen zahlen Versicherte in jüngeren Jahren einen Beitrag, der über den für diesen Lebensabschnitt erwarteten Krankheitskosten liegt. Ein Teil davon wird für spätere Versicherungsleistungen zurückgestellt. Die Alterungsrückstellung ist jedoch kein persönliches Sparkonto, über dessen Guthaben Versicherte frei verfügen können.

Welche Funktion hat die Altersrückstellung?

Mit zunehmendem Alter steigen statistisch betrachtet die durchschnittlichen Gesundheitsausgaben. Die Alterungsrückstellung soll dazu beitragen, diese höheren Kosten zu finanzieren, ohne dass der Versicherungsbeitrag allein wegen des steigenden Lebensalters entsprechend erhöht werden muss.

Eine Garantie für dauerhaft gleichbleibende Beiträge ist damit nicht verbunden. Steigen beispielsweise die Behandlungskosten stärker als ursprünglich kalkuliert oder verändern sich andere maßgebende Rechnungsgrundlagen, können auch Tarife mit Alterungsrückstellungen teurer werden. Die Ursachen und gesetzlichen Voraussetzungen erläutern wir auf unserer Fachseite zur PKV-Beitragserhöhung.

Wie wird die Altersrückstellung gebildet?

Die Alterungsrückstellung wird vom Versicherungsunternehmen nach versicherungsmathematischen Regeln kalkuliert. Dabei spielen insbesondere das Eintrittsalter, der vereinbarte Tarif, die erwarteten Versicherungsleistungen und die zugrunde gelegte Verzinsung eine Rolle.

Ein Teil der kalkulierten Beiträge fließt in die Rückstellungen und wird im Rahmen der gesetzlichen Anlagevorschriften angelegt. Die Verzinsung ist Bestandteil der langfristigen Kalkulation. Sie bedeutet jedoch nicht, dass jedem Versicherten jährlich ein fester Zinsertrag auf einem persönlichen Guthabenkonto gutgeschrieben wird.

Verhindern Altersrückstellungen Beitragserhöhungen im Alter?

Nein. Alterungsrückstellungen sollen den Anstieg der Beiträge aufgrund des zunehmenden Lebensalters abfedern. Sie schützen aber nicht vollständig vor höheren Gesundheitskosten, medizinischem Fortschritt oder Veränderungen der Kalkulationsgrundlagen.

Deshalb können die Beiträge auch im Ruhestand deutlich steigen. Welche finanziellen Belastungen entstehen können und welche Entlastungsmöglichkeiten bestehen, erläutern wir auf unserer Fachseite zur privaten Krankenversicherung im Alter.

Was passiert bei einem Tarifwechsel innerhalb der PKV?

Bei einem Wechsel in einen anderen Tarif desselben Versicherungsunternehmens werden die erworbenen Rechte und Alterungsrückstellungen nach den gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt. Das Tarifwechselrecht ist insbesondere in § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geregelt.

Ein interner Tarifwechsel kann deshalb eine Möglichkeit sein, Beiträge zu reduzieren, ohne die bereits aufgebauten Alterungsrückstellungen aufzugeben. Entscheidend ist jedoch, ob sich Leistungen, Selbstbeteiligungen oder andere Vertragsbedingungen ändern.

Kann die Altersrückstellung zu einem anderen Versicherer mitgenommen werden?

Bei einem Wechsel zu einem anderen privaten Krankenversicherungsunternehmen hängt die Übertragbarkeit insbesondere vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ab.

Für private Krankheitskostenvollversicherungen, die ab dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurden, ist grundsätzlich ein gesetzlich bestimmter Teil der Alterungsrückstellungen übertragbar. Dieser sogenannte Übertragungswert orientiert sich insbesondere an den Rückstellungen, die bei einer Versicherung im Basistarif entstanden wären. Darüber hinausgehende Rückstellungen werden nicht vollständig mitgenommen.

Bei vor 2009 abgeschlossenen Verträgen besteht bei einem gewöhnlichen Wechsel zu einem anderen Versicherungsunternehmen grundsätzlich kein entsprechender Anspruch auf Mitnahme der Alterungsrückstellungen. Ein solcher Wechsel kann deshalb erhebliche finanzielle Nachteile verursachen.

Vor einem Versichererwechsel sollte daher zunächst geprüft werden, ob ein Tarifwechsel beim bisherigen Unternehmen die bessere Lösung ist.

Was geschieht mit der Altersrückstellung bei einer Kündigung oder im Todesfall?

Alterungsrückstellungen können bei einer Kündigung nicht wie ein Sparguthaben ausgezahlt werden. Soweit gesetzlich kein Übertragungsanspruch besteht, verbleiben die entsprechenden Mittel beim bisherigen Versicherungsunternehmen und werden im Rahmen der versicherungsmathematischen Kalkulation berücksichtigt.

Auch im Todesfall entsteht grundsätzlich kein Anspruch der Erben auf Auszahlung der Alterungsrückstellung. Sie ist Bestandteil der Versicherungsfinanzierung und kein vererbbares persönliches Vermögen.

Kann die Altersrückstellung für andere Zwecke verwendet werden?

Versicherte können nicht selbst über die Alterungsrückstellung verfügen oder sie beispielsweise zur Begleichung einzelner Arztrechnungen auszahlen lassen. Die Rückstellungen dienen der Finanzierung der vertraglich versicherten Leistungen und der langfristigen Beitragskalkulation.

Unter gesetzlich geregelten Voraussetzungen können Alterungsrückstellungen allerdings auch bei Tarifwechseln, für bestimmte Beitragsentlastungen oder in besonderen Tarifsituationen berücksichtigt beziehungsweise verwendet werden. Die Aussage, sie dürften ausschließlich zur unveränderten Stabilisierung der Beiträge im Alter eingesetzt werden, wäre deshalb zu eng gefasst.

Synonyme - Alterungsrückstellung, Alterungsrückstellungen, Altersrückstellungen, PKV-Alterungsrückstellung