
Fachbegriffe aus der Versicherungsbranche
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Pensionsversicherung | Der Begriff Pensionsversicherung bezeichnet allgemein eine Absicherung für das Alter. Er wird insbesondere in Österreich für die gesetzliche Pensionsversicherung verwendet. In Deutschland ist dagegen die Bezeichnung Rentenversicherung üblich. Eine eigenständige Versicherungsart mit der einheitlichen Bezeichnung „Pensionsversicherung“ gibt es im deutschen Altersvorsorgesystem nicht. Was bedeutet Pensionsversicherung in Deutschland?Je nach Zusammenhang kann mit Pensionsversicherung eine der folgenden Formen der Altersvorsorge gemeint sein:
Entscheidend ist deshalb, in welchem Zusammenhang der Begriff verwendet wird. Die rechtlichen Grundlagen, die Finanzierung und die Leistungen unterscheiden sich zwischen den einzelnen Vorsorgeformen erheblich. |
| Pensionszusage | Eine Pensionszusage ist eine Form der betrieblichen Altersversorgung, bei der der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer unmittelbar Versorgungsleistungen zusagt. Sie wird deshalb auch als Direktzusage oder unmittelbare Versorgungszusage bezeichnet. Pensionszusage und Direktzusage sind keine unterschiedlichen Durchführungswege. Wie funktioniert eine Pensionszusage?Bei einer Pensionszusage steht der Arbeitgeber selbst für die zugesagten Leistungen ein. Anders als bei einer Direktversicherung, Pensionskasse oder einem Pensionsfonds wird für die Durchführung grundsätzlich kein externer Versorgungsträger benötigt. Für seine Versorgungsverpflichtungen bildet der Arbeitgeber nach den geltenden handelsrechtlichen Vorschriften regelmäßig Pensionsrückstellungen. Für die steuerliche Anerkennung gelten besondere Voraussetzungen. Welche Leistungen kann eine Pensionszusage umfassen?Je nach Ausgestaltung können Leistungen zur Altersversorgung sowie Leistungen bei Invalidität oder für Hinterbliebene zugesagt werden. Welche Leistungen tatsächlich bestehen und wie hoch sie ausfallen, ergibt sich aus der jeweiligen Versorgungszusage. Kann eine Pensionszusage über eine Versicherung abgesichert werden?Der Arbeitgeber kann zur Finanzierung beziehungsweise Absicherung seiner Verpflichtungen beispielsweise eine Rückdeckungsversicherung abschließen. Dadurch wird die Pensionszusage jedoch nicht zu einer Direktversicherung. Der Versorgungsanspruch des Arbeitnehmers richtet sich bei der Direktzusage weiterhin unmittelbar gegen den Arbeitgeber. Was passiert mit einer Pensionszusage bei Insolvenz des Arbeitgebers?Unmittelbare Versorgungszusagen unterliegen grundsätzlich der gesetzlichen Insolvenzsicherung über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG). Bei Eintritt eines gesetzlichen Sicherungsfalls schützt dieser laufende Versorgungsleistungen und unverfallbare Anwartschaften im Rahmen der gesetzlichen Voraussetzungen und Leistungsgrenzen. Ausführliche Informationen zu Funktionsweise, Finanzierung, Rückstellungen und Insolvenzsicherung finden Sie auf unserer Fachseite zur Direktzusage beziehungsweise Pensionszusage. |
| Performance | Als Performance wird im Finanz- und Versicherungsbereich die Wertentwicklung einer Kapitalanlage innerhalb eines bestimmten Zeitraums bezeichnet. Der Begriff spielt insbesondere bei Investmentfonds sowie fondsgebundenen Renten- und Lebensversicherungen eine Rolle. Eine positive Performance bedeutet, dass die betrachtete Anlage im Wert gestiegen ist; bei einer negativen Performance hat sie an Wert verloren. Wie wird die Performance gemessen?Die Performance wird häufig als prozentuale Wertveränderung über einen bestimmten Zeitraum angegeben. Bei einer aussagekräftigen Berechnung müssen auch Ausschüttungen und gegebenenfalls deren Wiederanlage berücksichtigt werden. Ob Kosten bereits eingerechnet sind, hängt von der verwendeten Kennzahl ab. Welche Bedeutung hat die Performance bei Versicherungen?Bei fondsgebundenen Versicherungen beeinflusst die Wertentwicklung der gewählten Fonds den Vertragswert und damit die möglichen späteren Leistungen. Allerdings ist die Fondsperformance nicht mit der tatsächlichen Vertragsrendite gleichzusetzen. Versicherungs- und Verwaltungskosten sowie gegebenenfalls Kosten für Garantien können das Ergebnis beeinflussen. Wie sich Kapitalmarktentwicklung, Kosten und Vertragsgestaltung auf die Altersvorsorge auswirken, erläutern wir auf unserer Fachseite zur fondsgebundenen Rentenversicherung. Was ist der Unterschied zwischen Performance und Rendite?Die Begriffe werden häufig ähnlich verwendet. Performance beschreibt die Wertentwicklung einer Anlage, während die persönliche Rendite zusätzlich davon abhängen kann, wann und in welcher Höhe Geld eingezahlt oder entnommen wurde und welche Kosten angefallen sind. Eine gute Fondsperformance bedeutet deshalb nicht automatisch eine ebenso hohe Rendite für den Versicherungsnehmer. Kann man aus der bisherigen Performance auf zukünftige Erträge schließen?Nein. Vergangene Wertentwicklungen zeigen lediglich, wie sich eine Anlage in einem bestimmten Zeitraum entwickelt hat. Sie erlauben keine verlässliche Vorhersage zukünftiger Ergebnisse. Für die Beurteilung einer fondsgebundenen Versicherung sind deshalb neben der Performance auch Kosten, Anlagerisiken und vertragliche Leistungen entscheidend. |
| Periodensterbetafel | Eine Periodensterbetafel ist eine statistische Darstellung der Sterblichkeitsverhältnisse einer Bevölkerung innerhalb eines bestimmten Beobachtungszeitraums. Sie zeigt für einzelne Altersstufen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, innerhalb eines Jahres zu sterben, und welche rechnerische Lebenserwartung sich daraus ergibt. Dabei wird angenommen, dass die beobachteten Sterblichkeitsverhältnisse über das gesamte weitere Leben unverändert bleiben. Wie wird eine Periodensterbetafel erstellt?Grundlage sind statistische Daten über Todesfälle und die Bevölkerung nach Alter und gegebenenfalls Geschlecht. Aus diesen Angaben werden altersspezifische Sterbewahrscheinlichkeiten berechnet. Darauf aufbauend lässt sich modellhaft darstellen, wie viele Personen einer angenommenen Ausgangsgruppe die einzelnen Altersstufen erreichen und welche durchschnittliche weitere Lebenserwartung besteht. Welche Informationen enthält eine Periodensterbetafel?Typische Angaben sind die Sterbewahrscheinlichkeit für jedes betrachtete Alter, die Zahl der rechnerisch Überlebenden und Sterbenden sowie die durchschnittliche verbleibende Lebenserwartung. Die Werte beziehen sich auf die Sterblichkeitsverhältnisse des jeweiligen Beobachtungszeitraums und stellen keine individuelle Lebenszeitprognose dar. Was ist der Unterschied zwischen Periodensterbetafel und Generationentafel?Eine Periodensterbetafel betrachtet die Sterblichkeit verschiedener Altersstufen innerhalb eines festgelegten Zeitraums. Eine Generationentafel, auch Kohortensterbetafel genannt, betrachtet dagegen einen bestimmten Geburtsjahrgang über dessen Lebensverlauf. Dabei können Veränderungen der Sterblichkeit im Zeitablauf berücksichtigt werden. Für die Einschätzung der zukünftigen Lebenserwartung ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Welche Bedeutung haben Sterbetafeln für Versicherungen?Sterbetafeln sind eine wichtige Grundlage für die versicherungsmathematische Bewertung von Todesfall- und Langlebigkeitsrisiken. Bei Lebensversicherungen beeinflussen Sterbewahrscheinlichkeiten die Kalkulation von Todesfallleistungen, während bei Rentenversicherungen insbesondere die voraussichtliche Dauer der Rentenzahlungen eine Rolle spielt. Für die Tarifkalkulation verwenden Versicherungsunternehmen spezielle Rechnungsgrundlagen, die unter anderem die Zusammensetzung des Versichertenbestands, mögliche zukünftige Veränderungen der Sterblichkeit und Sicherheitszuschläge berücksichtigen können. Amtliche Periodensterbetafeln sind daher nicht mit den Kalkulationsgrundlagen einzelner Versicherungsverträge gleichzusetzen. |
| Personen- und Sachschäden | Personen- und Sachschäden sind zwei wichtige Schadensarten im Versicherungsrecht. Ein Personenschaden betrifft das Leben oder die Gesundheit eines Menschen. Ein Sachschaden liegt vor, wenn eine Sache beschädigt oder zerstört wird. Die Unterscheidung ist insbesondere für die Haftpflichtversicherung von Bedeutung. Was ist ein Personenschaden?Ein Personenschaden entsteht beispielsweise, wenn jemand bei einem Unfall verletzt wird oder infolge eines schädigenden Ereignisses stirbt. Zu den möglichen Folgen gehören Behandlungskosten, Verdienstausfall, Pflegekosten und Schmerzensgeld. Ob und in welcher Höhe Schadensersatz verlangt werden kann, richtet sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen. Was ist ein Sachschaden?Ein Sachschaden ist die Beschädigung oder Zerstörung einer Sache. Dazu zählen beispielsweise Schäden an Fahrzeugen, Möbeln oder Gebäuden. Ersatzfähig können unter anderem Reparaturkosten, Wiederbeschaffungskosten und bestimmte Folgeschäden sein. Reine Vermögensschäden, die unabhängig von einem Personen- oder Sachschaden entstehen, sind davon zu unterscheiden. Welche Versicherung übernimmt Personen- und Sachschäden?Welche Versicherung für einen Personen- oder Sachschaden aufkommt, hängt von der Schadenursache und dem vereinbarten Versicherungsschutz ab. Haftpflichtversicherungen schützen vor berechtigten Schadensersatzansprüchen Dritter und wehren unberechtigte Forderungen ab. Sachversicherungen können dagegen Schäden an eigenen versicherten Gegenständen oder Gebäuden abdecken. Einen Überblick über die verschiedenen Absicherungsmöglichkeiten bietet unsere Seite zu den Risikoversicherungen. Wer haftet für Personen- und Sachschäden?Eine Schadensersatzpflicht kann beispielsweise durch schuldhaftes Verhalten oder aufgrund einer gesetzlichen Gefährdungshaftung entstehen. Nicht jeder Schaden führt automatisch zu einem Anspruch gegen eine andere Person. Entscheidend sind die jeweiligen Haftungsvoraussetzungen und die Umstände des Einzelfalls. |
| Personenbezogene Merkmale | Personenbezogene Merkmale sind Eigenschaften und Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Dazu gehören beispielsweise Alter, Beruf, Familienstand und Gesundheitszustand. Im Versicherungswesen können solche Merkmale bei der Risikoprüfung, Beitragsberechnung und Vertragsgestaltung eine Rolle spielen. Welche Angaben berücksichtigt werden dürfen, hängt von der Versicherungsart und den gesetzlichen Vorgaben ab. Welche personenbezogenen Merkmale sind für Versicherungen relevant?Je nach Versicherungsart können unterschiedliche Angaben erforderlich sein. Bei Lebens- und Krankenversicherungen können beispielsweise Alter und Gesundheitszustand für die Risikobewertung relevant sein. Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen spielt zusätzlich die berufliche Tätigkeit eine wichtige Rolle. In der Kfz-Versicherung können unter anderem das Alter des Fahrers und seine Fahrpraxis in die Beitragsberechnung einfließen. Wie beeinflussen personenbezogene Merkmale den Versicherungsbeitrag?Versicherer verwenden zulässige Risikomerkmale, um die Wahrscheinlichkeit und die möglichen finanziellen Folgen eines Versicherungsfalls einzuschätzen. Je nach Tarif kann dies zu unterschiedlichen Beiträgen, Risikozuschlägen oder besonderen Vertragsbedingungen führen. Nicht jedes persönliche Merkmal beeinflusst jedoch automatisch den Versicherungsbeitrag. Dürfen Versicherungen nach dem Geschlecht unterscheiden?Bei neu abgeschlossenen Versicherungsverträgen dürfen Versicherer seit dem 21. Dezember 2012 in der Europäischen Union grundsätzlich keine unterschiedlichen Prämien oder Leistungen allein aufgrund des Geschlechts vorsehen. Diese Regelung wird als Unisex-Tarif bezeichnet. Für bestimmte ältere Verträge können weiterhin die ursprünglich vereinbarten Bedingungen gelten. Welche Rolle spielen Gesundheitsangaben?Bei Versicherungen mit individueller Gesundheitsprüfung können Vorerkrankungen, Behandlungen oder andere gesundheitliche Umstände für die Annahmeentscheidung und die Vertragsbedingungen relevant sein. Antragsteller müssen die vom Versicherer in Textform gestellten Fragen zu gefahrerheblichen Umständen nach den gesetzlichen Vorgaben wahrheitsgemäß und vollständig beantworten. Nicht jede Versicherung verlangt eine Gesundheitsprüfung. Wie werden personenbezogene Merkmale geschützt?Versicherungsunternehmen müssen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und weitere geltende Vorschriften beachten. Gesundheitsdaten unterliegen dabei einem besonderen Schutz. Versicherer dürfen personenbezogene Angaben nicht beliebig erheben, speichern oder für andere Zwecke verwenden, sondern benötigen eine entsprechende rechtliche Grundlage. |
| Personenschaden | Personenschäden sind Verletzungen des Körpers oder Beeinträchtigungen der Gesundheit eines Menschen. Dazu zählen beispielsweise Knochenbrüche, Verbrennungen, dauerhafte körperliche Einschränkungen und medizinisch feststellbare psychische Gesundheitsschäden. Auch der Tod eines Menschen wird im Haftpflicht- und Versicherungsrecht den Personenschäden zugeordnet. Welche Folgen kann ein Personenschaden haben?Personenschäden können vorübergehende oder dauerhafte gesundheitliche und finanzielle Folgen verursachen. Neben Behandlungskosten können beispielsweise Verdienstausfälle, Pflegebedarf oder Einschränkungen bei der Haushaltsführung entstehen. Besonders schwere Verletzungen können langfristige Unterstützung erforderlich machen. Welche Schadensersatzansprüche können entstehen?Ist eine andere Person für den Schaden rechtlich verantwortlich, können unter den gesetzlichen Voraussetzungen Ansprüche auf Ersatz von Behandlungskosten, Verdienstausfall, Pflegekosten und Haushaltsführungsschäden bestehen. Bei Verletzungen des Körpers oder der Gesundheit kommt außerdem Schmerzensgeld in Betracht. Führt ein Personenschaden zum Tod, können unter bestimmten Voraussetzungen auch Ansprüche Hinterbliebener entstehen. Welche Versicherung schützt bei Personenschäden?Haftpflichtversicherungen können berechtigte Schadensersatzansprüche übernehmen, wenn die versicherte Person für einen Personenschaden haftet und Versicherungsschutz besteht. Sie prüfen auch die Berechtigung der Forderungen und wehren unbegründete Ansprüche ab. Kranken-, Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherungen erfüllen dagegen andere Aufgaben: Sie sichern je nach Vertrag bestimmte gesundheitliche oder finanzielle Folgen für die versicherte Person selbst ab. Einen Überblick über unterschiedliche Absicherungen bietet die Seite Risikoversicherungen. Entsteht bei jeder Verletzung ein Schadensersatzanspruch?Nein. Ein Personenschaden allein begründet noch keinen Anspruch gegen einen Dritten. Dafür müssen die gesetzlichen Haftungsvoraussetzungen erfüllt sein. Entscheidend sind unter anderem die Ursache des Schadens, eine mögliche Verantwortlichkeit und die Umstände des Einzelfalls. |
| Personenversicherung | Personenversicherungen sichern finanzielle Risiken ab, die unmittelbar mit dem Leben, der Gesundheit, der Pflegebedürftigkeit oder der Arbeitskraft eines Menschen verbunden sind. Anders als Sachversicherungen schützen sie nicht in erster Linie Gegenstände oder Gebäude, sondern bieten je nach Versicherungsart beispielsweise Leistungen bei Krankheit, Berufsunfähigkeit, Unfall, Pflegebedürftigkeit oder Tod. Welche Personenversicherungen sinnvoll oder gesetzlich vorgeschrieben sind, hängt von der persönlichen und beruflichen Situation sowie vom bereits vorhandenen Versicherungsschutz ab. Welche Versicherungen gehören zu den Personenversicherungen?Zu den Personenversicherungen zählen insbesondere Kranken-, Pflege-, Lebens-, Renten-, Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherungen. Je nach Versicherungsart handelt es sich um gesetzliche oder private Absicherungen. KrankenversicherungDie Krankenversicherung übernimmt nach den jeweiligen gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen insbesondere Kosten medizinisch notwendiger Behandlungen. In Deutschland besteht grundsätzlich eine Pflicht zur Absicherung im Krankheitsfall. Abhängig von den gesetzlichen Voraussetzungen erfolgt die Absicherung über die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder die private Krankenversicherung (PKV). Zusätzliche Leistungen können über Krankenzusatzversicherungen abgesichert werden. Berufsunfähigkeits- und EinkommenssicherungVersicherungen zur Absicherung der Arbeitskraft sollen finanzielle Folgen gesundheitlicher Einschränkungen abfedern. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann eine vereinbarte Rente zahlen, wenn die versicherte Person ihren zuletzt in gesunden Tagen ausgeübten Beruf infolge von Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer nicht mehr im erforderlichen Umfang ausüben kann und die weiteren Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten der Einkommenssicherung, beispielsweise private Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherungen. UnfallversicherungEine private Unfallversicherung bietet Leistungen für bestimmte Folgen eines versicherten Unfalls. Eine zentrale Leistung ist häufig die Invaliditätsleistung, wenn eine dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit zurückbleibt. Weitere Leistungen hängen vom Vertrag ab. Davon zu unterscheiden ist die gesetzliche Unfallversicherung, die insbesondere bei Arbeitsunfällen, versicherten Wegeunfällen und Berufskrankheiten greift. Lebens- und RentenversicherungenLebens- und private Rentenversicherungen gehören ebenfalls zu den Personenversicherungen. Eine Risikolebensversicherung dient insbesondere der finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen und zahlt bei einem versicherten Todesfall während der Vertragslaufzeit die vereinbarte Versicherungssumme an die bezugsberechtigte Person. Private Rentenversicherungen dienen vor allem der privaten Altersvorsorge. Je nach Vertrag können eine lebenslange Rente, eine Kapitalauszahlung oder andere vereinbarte Auszahlungsformen vorgesehen sein. PflegeversicherungDie Pflegeversicherung beteiligt sich im Rahmen ihrer gesetzlichen oder vertraglichen Leistungen an den finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit. Gesetzlich Krankenversicherte sind grundsätzlich in der sozialen Pflegeversicherung versichert. Privat Krankenversicherte müssen eine private Pflege-Pflichtversicherung unterhalten. Da die Pflichtversicherung nicht sämtliche Pflegekosten abdeckt, können private Pflegezusatzversicherungen den Schutz ergänzen. Was gehört nicht zu den Personenversicherungen?Nicht jede Versicherung, die eine Privatperson abschließt, gehört zu den Personenversicherungen. Die Privathaftpflichtversicherung schützt beispielsweise vor den finanziellen Folgen gesetzlicher Schadensersatzansprüche Dritter und wehrt unberechtigte Forderungen ab. Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen sichern versicherte Sachen beziehungsweise Gebäude ab. Rechtsschutzversicherungen übernehmen im vereinbarten Umfang Kosten der Wahrnehmung rechtlicher Interessen. Diese Versicherungen gehören anderen Versicherungssparten an. Warum sind Personenversicherungen wichtig?Krankheit, der Verlust der Arbeitskraft, Pflegebedürftigkeit oder der Tod eines Familienmitglieds können erhebliche finanzielle Folgen haben. Personenversicherungen können solche Risiken je nach Versicherungsart ganz oder teilweise absichern und vorhandene gesetzliche Leistungen ergänzen. Entscheidend ist nicht die Anzahl der abgeschlossenen Verträge, sondern der tatsächliche Absicherungsbedarf. Dabei sollten bestehende gesetzliche Ansprüche, bereits vorhandene Versicherungen und mögliche Versorgungslücken berücksichtigt werden. Besonders wichtig sind Risiken, deren finanzielle Folgen die eigene wirtschaftliche Existenz oder die der Familie gefährden könnten. |
| Pfandbriefe | Pfandbriefe sind besonders besicherte Anleihen, die von dafür zugelassenen Kreditinstituten, sogenannten Pfandbriefbanken, ausgegeben werden. Sie dienen der Refinanzierung von Krediten und unterliegen den besonderen Vorschriften des Pfandbriefgesetzes (PfandBG). Für Anleger bieten sie durch gesetzlich vorgeschriebene Sicherheiten einen zusätzlichen Schutz gegenüber gewöhnlichen unbesicherten Bankanleihen. Welche Arten von Pfandbriefen gibt es?Das Pfandbriefgesetz unterscheidet vier Arten, die sich nach den zugrunde liegenden Sicherheiten unterscheiden:
Wie funktionieren Pfandbriefe?Die Pfandbriefbank gibt die Anleihen aus und verpflichtet sich zur vereinbarten Zinszahlung sowie zur Rückzahlung bei Fälligkeit. Zusätzlich müssen die ausgegebenen Pfandbriefe durch gesetzlich geeignete Vermögenswerte gedeckt sein. Diese werden in besonderen Deckungsregistern erfasst und unterliegen gesetzlichen Anforderungen und Kontrollen. Bei einer Insolvenz der Pfandbriefbank stehen die jeweiligen Deckungswerte vorrangig zur Erfüllung der Ansprüche der Pfandbriefgläubiger zur Verfügung. Dieser zusätzliche Schutz bedeutet jedoch keine staatliche Garantie und schließt Verluste nicht vollständig aus. Welche Vorteile und Risiken haben Pfandbriefe?Pfandbriefe gelten aufgrund ihrer gesetzlichen Besicherung und besonderen Aufsicht als vergleichsweise risikoarme Anleihen. Die tatsächliche Sicherheit hängt jedoch unter anderem von der Qualität der Deckungswerte und der wirtschaftlichen Situation der ausgebenden Bank ab. Zu den Risiken gehören insbesondere Kursverluste bei steigenden Marktzinsen, wenn ein Pfandbrief vor seiner Fälligkeit verkauft wird, sowie mögliche Bonitäts- und Liquiditätsrisiken. Auch ein vollständiger Schutz vor Zahlungsausfällen besteht nicht. Die Verzinsung ist nicht grundsätzlich höher als bei anderen Anleihen, sondern fällt aufgrund der Besicherung häufig niedriger aus als bei vergleichbaren unbesicherten Schuldverschreibungen. Welche Bedeutung haben Pfandbriefe für Versicherungen?Pfandbriefe können Bestandteil der Kapitalanlagen von Versicherungsunternehmen sein. Insbesondere Versicherer mit langfristigen Zahlungsverpflichtungen nutzen festverzinsliche Wertpapiere, um Kapital anzulegen und laufende Erträge zu erzielen. Ob und in welchem Umfang Pfandbriefe eingesetzt werden, hängt von der jeweiligen Anlagestrategie, den Risiken und den aufsichtsrechtlichen Anforderungen ab. Die Anlage in Pfandbriefe garantiert weder die wirtschaftliche Stabilität eines Versicherungsunternehmens noch eine bestimmte Rendite für Versicherungsnehmer. |
| Pfändungsschutz | Der Pfändungsschutz begrenzt den Zugriff von Gläubigern auf Einkommen, Vermögen und bestimmte Ansprüche einer verschuldeten Person. Er soll insbesondere sicherstellen, dass trotz einer Zwangsvollstreckung die notwendigen Mittel für den Lebensunterhalt erhalten bleiben. Allerdings ist nicht jedes Vermögen geschützt. Was ist vor einer Pfändung geschützt?Bei einer gewöhnlichen Lohnpfändung bleibt ein gesetzlich festgelegter Teil des Einkommens unpfändbar. Die Höhe richtet sich insbesondere nach dem Einkommen und bestehenden gesetzlichen Unterhaltspflichten. Auch bestimmte Gegenstände des täglichen Bedarfs sind geschützt. Bei einer Kontopfändung kann ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) den Zugriff auf gesetzlich geschütztes Guthaben begrenzen. Gilt Pfändungsschutz auch für Versicherungen?Bei Versicherungen kommt es auf die Art des Vertrags, die vereinbarten Leistungen und die gesetzlichen Voraussetzungen an. So kann der Rückkaufswert einer kapitalbildenden Lebensversicherung grundsätzlich pfändbar sein. Für bestimmte Altersvorsorgeverträge, etwa entsprechend ausgestaltete private Rentenversicherungen oder gefördertes Riester-Vermögen, bestehen dagegen besondere Schutzvorschriften. Auch bei Berufsunfähigkeitsrenten ist der Schutz vom jeweiligen Anspruch abhängig. Was gilt bei einer Privatinsolvenz?Unpfändbare Ansprüche gehören nach § 36 Insolvenzordnung grundsätzlich nicht zur Insolvenzmasse. Ob ein Versicherungsvertrag verwertet werden darf, muss deshalb im Einzelfall geprüft werden. Zudem können für das angesparte Kapital und für später ausgezahlte Renten unterschiedliche Pfändungsregeln gelten. Welche gesetzlichen Grundlagen gelten?Die gesetzlichen Grundlagen finden sich insbesondere in den §§ 850c und 851c ZPO sowie in § 36 Insolvenzordnung. Welche Versicherungen geschützt sind, welche gesetzlichen Grenzen gelten und was bei einer drohenden Pfändung zu beachten ist, erläutert unser ausführlicher Beitrag Pfändungsschutz bei Versicherungen und der Altersvorsorge. |